Favorit war eine Nummer zu groß

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Der Aufstiegsfavorit war im ersten Spiel eine Nummer zu groß für den Neusser EV. Nach der 1:3 (0:1, 1:2, 0:0)-Niederlage gegen einen souveränen EHC Dortmund im Hinspiel des Play-off-Halbfinals um den Oberliga-Aufstieg wird es für die Neusser nun sehr schwer, die Finalspiele zu erreichen.

Das Team aus der Westfalenmetropole schien von Anfang an, seine Ambitionen deutlich machen zu wollen. Frühzeitig übernahmen die Dortmunder die Initiative und kamen so zu ersten Chancen, die NEV-Torhüter Carsten Solbach jedoch vereitelte. Die bis dahin beste Gelegenheit sollte nach vier Minuten jedoch NEV-Stürmer Udo Schafranski verzeichnen, der im Anschluss an einen Fuchs-Pfostenschuss den Führungstreffer auf dem Schläger hatte, den einige Neusser Fans auch schon bejubelten, mit vereinten Kräften schien die Dortmunder Defensive den Puck jedoch gerade noch auf der Torlinie gesichert zu haben. In der Folgezeit waren die Gäste das spielbestimmende Team und gingen nach 15 Minuten verdientermaßen in Führung. Nach einem Traumpass von Ex-Nationalspieler Christian Franz lief Haiko Hirsch alleine auf den Neusser Torhüter zu und ließ diesem keine Abwehrchance (16.). Ein herber Rückschlag für den NEV, der sich zwar mühte, aber in der Offensive nur mit gelegentlichen Kontern in Erscheinung trat.

Noch schlimmer sollte es im zweiten Drittel kommen, als Schiedsrichter Gordon Schukies zunächst Kai Oltmanns auf die Strafbank schickte und kurz danach auch noch Evgenij Kozhevnikov. Mit zwei Feldspielern mehr auf dem Eis ließ sich der NRW-Meister nicht lange bitten und erhöhte durch einen Schlagschuss von Lars Gerike auf 0:2 (24.). Scheiterte der NEV zuvor noch allzu oft im Spielaufbau an den früh störenden Gästen, so sollte vier Minuten nach dem zweiten Gegentor nun auch der eigene Anhang Grund zum Jubeln haben. An der gegnerischen blauen Linie angespielt war Holger Schrills von seinem Gegenspieler nicht mehr aufzuhalten und markierte das psychologisch wichtige 1:2 (28.). In der hart umkämpften, aber jederzeit fairen Partie konnten sich die Fuchs-Schützlinge nun mehr Spielanteile erarbeiten, die sich jedoch nicht in Zählbares verwerten ließen. So setzte es in der Schlussminute des zweiten Abschnitts die kalte Dusche, als James Dreseler auf der Strafbank saß und Mirko Reinke den alten Abstand wieder herstellte.

Nachdem beide Mannschaften zuvor ein sehr hohes Tempo gegangen waren, verflachte die Partie im letzten Abschnitt etwas. Während die Neusser wiederholt mit den einseitigen Entscheidungen des Hauptschiedsrichters haderten, hatten die Westfalen Elche die Begegnung unter Kontrolle und steuerten einem sicheren Sieg entgegen. Der NEV, der bei einem 2:1-Konter durch Boris Fuchs die beste Gelegenheit verzeichnete, versuchte in der Schlussphase noch einmal, den Druck zu erhöhen, wurde aber drei Minuten vor dem Ende durch eine weitere Zeitstrafe gebremst. Fazit: Die kompakten Dortmunder ließen im ersten Aufeinandertreffen keine Schwächen erkennen und gingen als verdienter Sieger vom Eis. Gestützt auf einen starken Carsten Solbach zeigte Neuss eine gute Defensivleistung, konnte aber offensiv zu selten Akzente setzen. Beim Rückspiel am Sonntag (19 Uhr) werden die Karten wieder neu gemischt, und dann gilt weiterhin: Läuft beim NEV alles optimal, dann ist eine Überraschung möglich.

Tore: 0:1 (15:49) Hirsch (Franz), 0:2 (23:53) Gerike (Sondermann/5-4), 1:2 (27:50) H. Schrills (Schröder), 1:3 (39:20) Reinke (Kohmann/5-4). Strafen: Neuss 12, Dortmund 2. Zuschauer: 436.

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