Erste Niederlage in der Schillingallee

Piranhas laden zur PartyPiranhas laden zur Party
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die erste Heimspielniederlage der Saison mussten die Rostock

Piranhas gestern Abend gegen die Blue Lions Leipzig hinnehmen. Mit 3:6 (2:1,

1:2, 0:3) verloren sie das entscheidende Spiel um die Spitzenposition in der

Regionalliga Nord/Ost.

Dabei sah es zunächst gar nicht nach einer deutlichen

Niederlage für die Piranhas aus. Mit hohem Tempo und viel Druck auf das

Leipziger Gehäuse eröffneten sie das Spiel und gingen frühzeitig durch ein Tor

von Jan Michalek in Führung. Alle drei Reihen der Piranhas entfachten danach

ein Angriffsfeuerwerk, wobei vor allem die zweite Reihe mit Hördler, Hruby und

Vojcak durch überraschendes Kombinationsspiel zu gefallen wusste. Allerdings

gelang den Piranhas trotz einiger guter Einschussmöglichkeiten vorerst kein

weiterer Treffer. So kam es, wie es kommen musste. In einer etwas

unübersichtlichen Situation – nach einem Befreiungsschlag aus dem Leipziger

Drittel, zu dem zeitgleich der fünfte Leipziger Spieler wieder auf das Eis

durfte, hob Branislav Hippik den Arm, um Icing anzuzeigen, HSR Schiffer ließ

aber weiterspielen. Hippik haderte mit dieser Schiedsrichterentscheidung,

konnte im sich anschließenden Angriff der Leipziger nicht seine volle

Konzentration auf das Spiel richten und ließ einen haltbaren Schuss von Jens

Müller zum Ausgleich passieren. Trotz dieses unnötigen Gegentreffers waren die

Piranhas weiterhin spielbestimmend. Ihr nächstes Powerplay nutzten sie zur

erneuten Führung. Christian Franz traf mit einem fulminanten Schlagschuss ins

Tor.

Das zweite Drittel begann mit einer eiskalten Dusche für die

Piranhas. Im Zusammenspiel der beiden Ex-Rostocker im Leipziger Team konnte

Patrick Czajka nach Vorlage von Lars Hoffmann schon nach gut einer Minute das

2:2 erzielen. Jetzt entwickelte sich ein ausgeglichenes, spannendes Spiel, das

durch Torchancen auf beiden Seiten, aber auch durch viele Nickligkeiten abseits

des Spielgeschehens geprägt war. Immer wieder musste HSR Schiffer und seine

Assistenten eingreifen, um die Gemüter zu beruhigen. Dabei wähnte das Rostocker

Publikum seine Mannschaft zusehends ungerecht behandelt und verlieh seinem

Unmut lautstark Ausdruck. In der 28. Minute hatte es dann endlich wieder Grund

zum Jubeln: Petr Hruby legte an der blauen Linie den Puck auf Martin Vocjak ab,

der allein auf den Leipziger Goalie Jan Pospisil zulief, jedoch an dessen

Schonern scheiterte. Den abprallenden Puck nahm der hinterher geeilte Hruby auf

und versenkte eiskalt. Danach hatten die Piranhas mehrfach die Möglichkeit, zum

ersten Mal in diesem Spiel einen Zwei-Tore-Vorsprung herauszuschießen,

scheiterten aber entweder an Pospisil oder zeigten Nerven vor dem leeren Tor. Wie

schon im ersten Drittel kassierten die Piranhas dann auch noch ein

überflüssiges Tor: Andreas Felsch, frisch von der Strafbank kommend, nahm einen

abprallenden Puck auf, steuerte auf Hippik zu und verwandelte zum erneuten

Ausgleich. Kurz vor der zweiten Drittelpause kulminierte dann das Geschehen auf

dem Eis. Pavel Blaha – von hinten geschubst als das Spiel bereits unterbrochen

war, verlor die Beherrschung, touchierte seinen Gegenspieler mit der Kelle im

Gesicht und kassierte dafür folgerichtig 5+20 Strafminuten.

Aufgrund zweier Strafen gegen Leipzig konnten die Piranhas

das Spiel zunächst in Überzahl fortsetzen, ohne dabei etwas Zählbares zu

erreichen. Kurz vor Ablauf der 5-Minuten-Strafe erzielte Florian Eichelkraut

dann die erste Führung für Leipzig. Fortan schienen die Piranhas irgendwie von

der Rolle zu sein und kassierten innerhalb von fünf Minuten zwei weitere Tore. Danach

versuchten sie noch mal, an ihr beeindruckendes Angriffsspiel aus dem ersten

Drittel anzuknüpfen, aber die Leipziger standen hinten sicher und ließen nichts

mehr anbrennen. Mit der ersten Heimspielniederlage mussten die Piranhas auch

die Tabellenführung abgeben. Sie liegen jetzt zwei Punkte hinter dem neuen

Spitzenreiter Blue Lions Leipzig auf Platz zwei in der Tabelle der Regionalliga

Nord/Ost.

Tore: 1:0 (5:19) Michalek (Haupt, Bartanus), 1:1 (11:44)

Müller (Gaudet, Louven), 2:1 (16:15) Franz (Bartanus, Blaha/5-4), 2:2 (21:13)

Czajka (Hoffmann, Hofverberg), 3:2 (27:24) Hruby (Vojcak, Garthe), 3:3 (32:33)

Felsch, 3:4 (43:18) Eichelkraut (Bartell, Gaudet/5-4), 3:5 (46:37) Czajka

(Hoffmann, Hofverberg), 3:6 (48:05) Hoffmann (Hofverberg, Kenig/5-4)

Strafen: Rostock: 12 + 10 (Hruby) +5+20 (Blaha/Stockstich);

Leipzig: 22 + 10 (Felsch)

Zuschauer: 1612