Entscheidung vertagt: 1:1 zwischen Wölfen und Drachen

Entscheidung vertagt: 1:1 zwischen Wölfen und DrachenEntscheidung vertagt: 1:1 zwischen Wölfen und Drachen
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Unterschiedlicher hätten die beiden Play-off-Halbfinalspiele am vergangenen Wochenende zwischen dem EHC Thüringen und dem EHV Schönheide nicht sein können. Nachdem die Wölfe am Freitag bei den Black Dragons noch mit einer 1:8 (0:3, 0:3, 1:2)-Niederlage böse unter die Räder kamen, drehten sie am Sonntag vor knapp 900 Zuschauern im Wolfsbau den Spieß um und sicherten sich mit einem überzeugenden 6:2 (2:2, 2:2, 2:0)-Heimsieg Spiel drei in der Serie und haben nun am kommenden Freitag, 27. März, um 20 Uhr in Erfurt wieder alle Chancen, ins Finale der Regionalliga Ost einzuziehen.

Beim ersten Auftritt in Erfurt sah es noch zu Beginn nicht danach aus, dass die Auswärtsfahrt der rund 80 EHV-Anhänger zum Alptraum werden sollte. Die Wölfe bestimmten in den Anfangsminuten sogar die Partie, doch statt die eigenen Chancen konsequent zu nutzen, zeigte Erfurt zweimal in Überzahl, wie es besser geht und ging durch Tore von Grosch (4.) und Donelly (12.) mit 2:0 in Führung. Auch in der Folge hatte der EHV mehr Spielanteile, doch der gut aufgelegte EHC-Keeper Kai Fischer verhinderte mehrmals den möglichen Anschlusstreffer. Auch das Glück des Tüchtigen hatten an diesem Abend nur die Black Dragons. Bestes Beispiel dafür das 3:0 (18.) von Hofmann. Wie eine Bogenlampe trudelte sein abgefälschter Schuss in Zeitlupe über EHV-Schlussmann Oliver Granert hinweg ins Tor. Zum Vergleich, bei einer ähnlichen Situation für die Wölfe blieb der Puck auf der Torlinie liegen.

Ähnlich glücklos begann auch das zweite Drittel für die Wölfe. Nachdem Kapitän Mike Losch per Solo die große Chance zum ersten Wölfetor vergab, kassierte der EHV im Gegenzug das 0:4 (26.) durch Oliver Otte. Spätestens mit dem Doppelschlag von Vavroch (31.) und Marak (33.) zum 6:0 für die Hausherren war die Partie entgültig gelaufen. Bei den Wölfen ging weiter nichts zusammen und Erfurt agierte fast nach Belieben.

Im Schlussdrittel taten beide Mannschaften nur noch das Nötigste. Bis auf den Ehrentreffer zum 6:1 (41.) durch Daniel Jun gelang den Wölfen nichts Zählbares mehr und die Black Dragons nutzten weiter ihre Möglichkeiten eiskalt aus und stellten durch Tore von Schmidt (42.) und Vavroch (55.) den 8:1-Endstand her. Am Ende siegten die Black Dragons hochverdient, wenn gleich das Ergebnis doch deutlich zu hoch ausfiel.

Tore: 1:0 (3:44) Grosch (Schmidt, Vavroch/5-4), 2:0 (11:05) Donelly (Marak, Hofmann/5-4), 3:0 (17:03) Hofmann (Marak), 4:0 (25:30) Otte, O. (Hofmann, Marak), 5:0 (30:24) Vavroch (Fischer, Ch., Dimitrovici), 6:0 (32:47) Marak (Hofmann, Nickel/4-5), 6:1 (40:29) Jun (Hlavaty, Schröder), 7:1 (41:23) Schmidt (Dimitrovici, Vavroch), 8:1 (54:58) Vavroch (Grosch, Schmidt/5-4). Strafen: Erfurt 32 + 10 (Donelly), Schönheide 22 + 10 (Schenkel). Zuschauer: 932.

Nach gründlicher interner Auswertung der Ereignisse von Freitag war es im Rückspiel an der Zeit, dass die Wölfe vor heimischem Publikum zeigen, dass es auch anders geht. Alles oder Nichts hieß die Devise und entsprechend motiviert und aggressiv gestaltete der EHV Schönheide das Spiel. Von Beginn an wurde jeder Zweikampf angenommen und um jede Scheibe gekämpft. Nach anfänglichem Abtasten übernahmen die Wölfe die Regie auf dem Eis und erspielten sich Chance um Chance. In der 15. Minute war die Mauer in Person des Drachen- Keepers Fischer dann durchbrochen, als Mike Losch zum längst fälligen 1:0 für den EHV einschoss. Die Wölfe ließen den Gästen kaum Atempausen. Angriff auf Angriff rollte weiter auf das Drachentor und knapp zwei Minuten vor der Pausensirene markierte Stefan Lenk mit sehenswerten Abschluss den 2:0- Pausenstand für den EHV.

Das zweite Drittel begann mit einem einminütigem Tiefschlaf der Wölfeabwehr. Innerhalb von 39 Sekunden stellte Erfurt das Ergebnis komplett auf den Kopf und glich durch Tore von Vavroch und Christopher Fischer zum 2:2 aus. Doch die Wölfe zeigten sich nur kurz geschockt und fanden schnell wieder in ihren Rhythmus. Ebenfalls ein Doppelschlag von Daniel Jun (30.) und Mike Losch (31.) stellte in nur 50 Sekunden den alten Zwei-Tore-Vorsprung zum 4:2 wieder her. Bis zur zweiten Pause hatten die Wölfe noch Chancen für zwei Spiele, doch wie schon in Erfurt, war auch am Sonntag EHC- Schlussmann Kai Fischer der beste Erfurter auf dem Eis und verhinderte mit tollen Paraden einen höheren Rückstand seines Teams.

Allen im Wolfsbau war klar, das fünfte Tor für den EHV würde die entgültige Entscheidung bringen. Und so kam es dann auch. Nachdem wieder zahlreiche Chancen nicht zum Erfolg führten, nutzten die Wölfe zehn Minuten vor Schluss ein Überzahlspiel und erhöhten durch Sven Schröder auf 5:2. Bei den Drachen ließen nun auch deutlich die Kräfte nach und selbst, als Marcus Maaßen nach unabsichtlichem Foulspiel an Robert Vavroch, welchem wir an dieser Stelle gute Besserung wünschen, mit einer Spieldauerstrafe vorzeitig zum Duschen mußte und Erfurt fünf Minuten am Stück in Überzahl agierte, fiel den Gästen nichts mehr ein und Miroslav Jenka nutzte sogar noch einen Konter zum 6:2- Endstand.

Tore: 1:0 (14:27) Losch (Wolf, Heumann), 2:0 (18:07) Lenk St. (Schröder), 2:1 (21:06) Vavroch, 2:2 (21:45) Fischer Ch. (Vavroch), 3:2 (29:29) Jun (Jenka/6-5), 4:2 (30:19) Losch (Schenkel, Michel), 5:2 (49:26) Schröder (Jun, Krehl/5-4), 6:2 (57:44) Jenka (Jun/4-5). Strafen: Schönheide 18 + 5 + Spieldauer (Maaßen), Erfurt 10. Zuschauer: 873.

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