Endlich wieder ein Punkt

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet im Derby gegen die Düsseldorfer EG 1b beendete der Neusser EV seine Negativ-Serie. Nach einem verpatzten Mitteldrittel drehte der NEV im letzten Abschnitt auf und fuhr den ersten Punktgewinn seit sechs Wochen ein. Im Derby unterlagen die Neusser erst nach Penaltyschießen mit 5:6 (1:1, 1:3, 3:1, 0:1).

Gegen die mit sieben Ex-Neussern angetretene Zweitvertretung der DEG erwischte der NEV keinen guten Start. Bereits in der dritten Minute markierte Philip Hendle in Überzahl den Führungstreffer für die Gäste, von dem sich die Neusser aber nicht beeindrucken ließen. In einem ausgeglichenen ersten Abschnitt neutralisierten sich die Kontrahenten zumeist gegenseitig, ehe dem gut aufgelegten Daniel Pering - ebenfalls in Überzahl - mit einem Distanzschuss der verdiente Ausgleich gelang. Ein Treffer, der zur Hälfte auf das Konto von Schahab Aminikia ging, weil dieser DEG-Torhüter Passmann die Sicht genommen hatte. Als Kai Oltmanns zu Beginn des zweiten Abschnitts mit einem Billard-Tor zum 2:1 erfolgreich war, schien erstmals eine Überraschung möglich, doch das „Imperium von der rechten Rheinseite” schlug zurück. Der Rückstand wirkte auf die Landeshauptstädter wie ein Weckruf, wobei es zum Ausgleich schon einer 5:3-Überzahl bedurfte, die Evgenij Kozhevnikov nach 29 Minuten vorzeitig beendete. Während die DEG weiter drückte, konnten die Fuchs-Schützlinge nur noch selten Entlastungsangriffe fahren, so dass die Ex-Neusser Hatterscheid und Kozhevnikov relativ wenig Mühe hatten, einen komfortablen 4:2-Vorsprung herauszuschießen. Die Partie schien nun den zuvor erwarteten Verlauf zu nehmen, doch das sollte sich noch ändern. Welche Worte der Trainer in der zweiten Pause gefunden hatte, ist nicht überliefert, doch was seine Mannschaft im letzten Drittel ablieferte, brachte Zuschauer und scheinbar auch den Gegner zum Staunen. Die Neusser präsentierten sich wie ausgewechselt und drehten auf einmal richtig auf. Nachdem Tim Krahforst bei seiner ersten Eiszeit der Anschlusstreffer glückte, bewies Routinier Boris Fuchs kurze Zeit später bekannte Kaltschnäuzigkeit, als er Ken Passmann zum Ausgleich überwand. Am Düsseldorfer Torhüter - und an einer großen Portion Glück - lag es anschließend, dass die Partie nicht komplett kippte, so dass DEG-Coach Thomas Werner versuchte, mit einer Auszeit Ruhe in die eigenen Reihen zu bringen. Dies gelang nur teilweise, doch immerhin konnten die Gäste den drohenden Rückstand verhindern und zehnminütiger Abwehrschlacht auch wieder Akzente in der Offensive setzen. Dass Daniel Hatterscheid nach 54 Minuten die Rot-Gelben erneut in Front schoss, war zu diesem Zeitpunkt eher unverdient, doch die Neusser Moral war dadurch ebenso wenig gebrochen, wie durch die im Anschluss vergebene Möglichkeit, per Penalty zum erneuten Ausgleich zu kommen. Der mit einer sehr engagierten Leistung überzeugende David Köhler war bei einem Gegenzug nur mit einem Foul zu stoppen, doch Schahab Aminikia setzte den daraufhin verhängten Strafschuss neben das Gehäuse (56.). Den Frust darüber wusste der 19-Jährige jedoch gut zu verarbeiten, denn zwei Minuten später gelang dem Ex-Düsseldorfer doch noch ein schönes Rückhand-Tor gegen seine ehemaligen Mannschaftskollegen. Dennoch musste man in der Schlussminute noch um den gerechten Lohn aller Bemühungen bangen, nachdem Daniel Pering auf die Strafbank geschickt wurde. Mit vereinten Kräften retteten die NEV-Cracks das Remis über die Zeit und bejubelten dann den ersten Punktgewinn seit sechs (sehr schweren) Wochen. Dass man im folgenden Penaltyschießen das Nachsehen hatte, war deshalb zu verschmerzen. Während Passmann die Schüsse von Kai Oltmanns und Holger Schrills parierte, sicherte das zuvor schon jeweils doppelt erfolgreiche Duo Hatterscheid/Kozhevnikov den Düsseldorfern einen Zusatzpunkt. Fazit: Der Aufwärtstrend wurde endlich wieder durch Zählbares belohnt, so dass man zumindest auf ein versöhnliches Ende einer verkorksten Endrunde hoffen darf.

Tore: 0:1 (2:43) Hendle (Lütgen/5-4), 1:1 (16:42) Pering (Klauck, Perlitz/5-4), 2:1 (22:06) Oltmanns (H. Schrills, Pering/5-4), 2:2 (28:59) Kozhevnikov(Fischbuch, Hendle/5-3), 2:3 (31:45) Hatterscheid (Kozhevnikov, Fischbuch), 2:4 (33:34) Kozhevnikov(Maiellaro, Fischbuch), 3:4 (42:20) Krahforst (von der Heiden), 4:4 (43:52) Fuchs (Klauck, Perlitz), 4:5 (54:08) Hatterscheid (Kozhevnikov, Sassen), 5:5 (57:50) Aminikia (Pering, Klauck/5-4), 5:6 (60:00) Kozhevnikov (entscheidender Penalty). Strafen: Neuss 20 + 10 (Angermann) + 10 + Spieldauer (von der Heiden), Düsseldorf 8. Zuschauer: 172.


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