EHC will auch in Krefeld voll auf Sieg spielen

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Rückblende: Als die starken Krefelder am Sonntagabend in Neuwied nach 55 Minuten mit 3:1 in Führung gingen, da glaubten nur noch die größten Optimisten an eine Wende im Spiel. Die größten Optimisten – und die 22 Jungs im Neuwieder Trikot plus Trainer Bernd Arnold. Innerhalb von drei Minuten drehten die Bären durch Tore von Willi Hamamm, Florian Lüsch und Stephan Petry die Partie und sorgten für eine Sternstunde im Neuwieder Ice House. Die Fans verwandelten die Bärenhöhle in ein Tollhaus und peitschten ihre Mannschaft in einer atemberaubenden Schlussphase zum Sieg. Und in all der Hektik behielt Bernd Arnold stoisch die Ruhe und entschied sich zwei Minuten vor Spielende für eine ungewöhnliche Maßnahme: Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Kölner DNL-Spieler Florian Lüsch und Jörg Noack in anderen Sturmreihen, Niclas Solder hingegen noch gar nicht auf dem Eis gestanden. Jetzt brachte Arnold die drei Youngster in einem Angriffsblock und wurde prompt mit dem Ausgleichstreffer durch Lüsch belohnt (58.).

„Ich sehe das nicht als eine mutige Entscheidung an“, sagt der EHC-Trainer. „Die können doch alle Eishockey spielen. Mutig war es höchstens den arrivierten Spielern gegenüber, die vielleicht hätten sagen können: Coach, wie kannst du das machen und nicht uns bringen? Stattdessen gab es kein Murren, im Gegenteil. Die schicken die jungen Kerle dann mit Anfeuerungen auf das Eis wie „Gebt Gas“ und „Haut rein“. Das ist doch wunderbar. Ich will auch gar nicht mehr hören, das sind die DNL-Spieler aus Köln. Das sind unsere Jungs, die gehören zu unserem Team. Alle akzeptieren und unterstützen sich gegenseitig. Das ist eine pure Freude. Und nur so kannst du ein solches Spiel auch noch drehen und gewinnen. Endlich ist unser Kampf bis zum Schluss auch mal mit einem Sieg belohnt worden.“

Nun also sieht man sich erneut wieder, diesmal in Krefeld. Die unglaubliche Atmosphäre aus der Bärenhöhle können die Neuwieder nicht mit in die Rheinlandhalle nehmen – auch wenn zahlreiche EHC-Fans in Krefeld erwartet werden. Preußen-Trainer Elmar Schmitz hatte nach dem Spiel am Sonntag gesagt, dass sich seine Mannschaft von der Kulisse hatte beeindrucken lassen. Wie also diesmal einen so starken Gegner wie den Tabellenzweiten knacken? Arnold ändert die Strategie und Herangehensweise. „Vor dem Spiel in Herne haben wir gesagt, dass wir dort nichts zu verlieren haben. Das war ein Eigentor. Diesmal werde ich es anders anpacken. Wir werden in Krefeld volles Programm auf Sieg spielen. Wir wollen 100 Prozent Leistung abrufen und versuchen, uns in der Tabelle weiter nach vorne zu schieben, beziehungsweise uns punktetechnisch nach hinten weiter abzusichern. Jeder Punkt, den wir jetzt holen, kann am Ende entscheidend sein. Wir haben jetzt nur noch schwere Spiele gegen Teams, die einen der ersten vier Plätze haben wollen.“

Das Final-Hinspiel um den Rheinland-Pfalz-Pokal wurde verschoben. Die Bären treten nicht am Sonntag, 11. März, sondern am Freitag, 16. März, 20 Uhr, bei den Zweibrücken Hornets an. Das Rückspiel findet wie bereits vermeldet am Freitag, 30. März, 21 Uhr, im Neuwieder Ice House statt.

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