EGDL fehlten 50 Sekunden zur großen Überraschung

EGDL fehlten 50 Sekunden zur großen ÜberraschungEGDL fehlten 50 Sekunden zur großen Überraschung
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Beide Teams hatten einige Ausfälle zu beklagen und traten jeweils nur mit zwei Reihen an. Die Gäste kamen zunächst etwas besser ins Spiel und hatten gleich zu Beginn einige gute Chancen, scheiterten aber gleich mehrfach an Ralf Groos, der über die gesamte Spielzeit eine starke Leistungen zwischen den Pfosten bot. Die Rockets hingegen befolgten die Taktik ihres Trainers, konzentrierten sich auf die Defensive und setzten auf Konter. Einen davon verwandelt Marco Herbel Mitte des ersten Spielabschnitts zum 1:0. Kurz vor Ende des ersten Drittels war es dann erneut Herbel, der gar auf 2:0 aus Sicht des Außenseiters erhöhte.

Wiesbaden war sichtlich geschockt, legte im zweiten Drittel einen Gang zu und kam kurz nach Wiederanpfiff zum Anschlusstreffer. Die Antwort der Rockets ließ aber nicht lange auf sich warten: In Überzahl stellte Marco Herbel mit seinem dritten Treffer des Abends den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Beide Teams lieferten sich nun einen offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Zunächst konnten die Gäste einen zugesprochenen Penalty zum erneuten Anschlusstreffer nutzen, ehe kurze Zeit später EGDL-Stürmer Stephan Lohse die schwarze Hartgummischeibe mit einem sehenswerten Schuss im Wiesbadener Torwinkel versenkte.

Mit einer 4:2-Führung für die Hausherren ging es ins letzte Drittel, in dem die Rockets den Ice Tigers weiterhin Paroli boten und gleich mehrfach die Chance hatten, den Vorsprung weiter auszubauen, im Abschluss aber am Gästetorhüter bzw. am Pfosten scheiterten. Kurz vor Schluss handelte sich die EGDL dann zwei Strafzeiten ein, und sowohl Christopher Brötz als auch Kapitän Markus Kaczenski mussten in der Kühlbox Platz nehmen. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis warf Wiesbaden nun alles nach vorne und erzielte knapp zwei Minuten vor Schluss das 4:3. Weiterhin ein Mann in Unterzahl kämpften die Rockets gegen den Sturmlauf der Gäste an. Leider ohne Erfolg: 50 Sekunden vor dem Ende markierte der Wiesbadener Nicolas Johannson das 4:4. Damit wurden die Punkte geteilt. In der anschließenden fünfminütigen Verlängerung wollte sich die EGDL dann zumindest noch den Extrapunkt sichern, musste aber schließlich in der 64. Spielminute einen erneuten Treffer durch Johannson hinnehmen, der für sein Team zum Matchwinner wurde.

„Wenn du zwei Minuten vor Schluss 4:2 führst und am Ende die drei Punkte nicht holst, tut dies natürlich besonders weh“, so EGDL-Coach Holger Pöritzsch nach dem Schlusspfiff. „Dennoch bin ich heute stolz auf meine Jungs. Wir waren endlich wieder ein Team, haben gekämpft und Herz gezeigt. Dass wir dafür am Ende nicht belohnt wurden ist sehr schade, aber wir haben nach den zuletzt fast peinlichen Auftritten bewiesen, dass in der Mannschaft noch Leben steckt. Dies war aus meiner Sicht heute wichtiger als die drei Punkte.“ Dies befanden auch die zahlreichen Zuschauer in der Diezer Eissporthalle, die die Mannschaft trotz des verpassten Sieges nach Schlusspfiff lautstark feierten.