Drei Serien müssen brechen

Verband wertet Abbruchspiel für AdendorfVerband wertet Abbruchspiel für Adendorf
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Am Freitagabend wird das Eis bildlich gesprochen wieder schmelzen. Mit dem EHC Timmendorfer Strand gastiert um 20 Uhr Adendorfs ewiger Rivale in der Lüneburger Heide, bevor die Heidschnucken von Trainer Lumir Mikesz am Samstag nach Bremen reisen.

An diesem Wochenende geht es aber nicht nur darum, gegen die Beachboys zu gewinnen, vielmehr sollen drei anhaltende Serien gebrochen werden. Die erste Serie, für viele Fans wahrscheinlich die wichtigste, nach sechs Niederlagen in Folge mal wieder Timmendorf vom Eis zu fegen und damit auch automatisch die zweite Serie zu brechen - denn Timmendorf ist nach sieben Ligaspielen noch unbesiegt.

Doch dies wird kein leichtes Unterfangen. Timmendorf zeigte gerade am letzten Freitag, dass sie zu Recht als Mitfavorit auf den Meistertitel gehandelt werden. Mit einem 3:2 nach Penaltyschießen Erfolg fügten die Beachboys in einem Pokalspiel dem Rostocker EC die erste Niederlage der Saison ein und dass obwohl gleich mehrere Leistungsträger des EHC fehlten.

Das letzte Aufeinandertreffen beider Rivalen war für den AEC wohl auch das Schlimmste der letzten Jahre. Nicht nur das Adendorf mit 3:7 unterlag, so musste man auch anerkennen, dass Timmendorf über mehr Spielwitz verfügte und die Heidschnucken regelrecht überrannte. Maßgebend für den Timmendorfer Lauf in der Regionalliga Nord sind die Stürmer Erich Dumpis, Christian Herrmann, Korbinian Witting, David Rutkowski, Alexandre Santos und Patrick Saggau, die gerade durch eine stabil stehende Abwehr, frei nach vorne spielen können. Ein Beleg hierfür sind die erst neun Gegentreffer der Beachboys.

Beim Adendorfer EC wird es in diesem Derby wichtig sein, auf die eigene Disziplin zu achten. Die Beachboys sind kein Team von Traurigkeit und so gilt es sich nicht zu unnötigen Strafzeiten leiten zu lassen. Gerade Timmendorfs kanadischer Verteidiger Jeff Maronese legt gerne einmal die Handschuhe auf Seite, um seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen. Der AEC muss am Freitag auf Leif Buckup, Peter Hofmann und Tim Exner verzichten. Des Weiteren steht hinter dem Einsatz von Matthias Hofmann, nach der Verletzung beim Pokalspiel in Berlin, noch ein Fragezeichen.

Die dritte Serie des Wochenendes gilt es in Bremen zu beenden. Die Weser Stars haben in dieser Saison noch kein Heimspiel verloren.

Das neu formierte Aufsteigerteam von der Weser besteht zum Großteil aus Spielern des REV Bremerhaven, die letzte Saison ungeschlagen den Meistertitel der Verbandsliga holten. Trainer Tray Tuomie kann auf viele Spieler zurückgreifen, die schon höherklassig zum Einsatz kamen. So standen die Brüder Paul und Igor Schön auch im Kader der Fischtown Pinguins Bremerhaven in der 2. Bundesliga. Für viele Adendorfer sicherlich noch ein Begriff ist Ali Soguksu. Der 34-jährige Routinier war in früheren Oberliga-Jahren schon öfters zu Gast in Adendorf. Besonders Augenmerk muss auf das erst 18-jährige Stürmertalent Tim Maier gelegt werden, der nach neun Saisonspielen schon 11 Tore sowie 5 Assist für seine Weser Stars markiert hat.

Für den Adendorfer EC geht es in diesem Spiel um gefühlte sechs Punkte. Die Bremer spielten bisher eine tolle Serie und konnten dabei sogar im heimischen Bremer Paradice Eisstadion die Hannover Pferdturm Towers mit 10:1 vom Eis schießen. Mit derzeit 18 Punkten liegen die Weser Stars auf Platz 4 der Tabelle, da wo der Adendorfer EC (6. mit 16 Punkten) nach der Vorrunde gerne noch hin möchte. Für Stimmung ist am Samstag um 19.30 Uhr jedenfalls gesorgt, liegen die Stars mit im Schnitt 574 Zuschauer auf Platz drei der Zuschauertabelle der Regionalliga Nord, hinter Rostock (920) und dem AEC (630).

Unglückliche Nachrichten gibt es aus dem Hintergrund des Vereins, denn der Adendorfer EC steht erstmal wieder ohne Vize-Präsidenten da. Finn Sonntag legte sein Amt nach nur knapp dreimonatiger Amtszeit aus persönlichen Gründen nieder. Dem Verein den Rücken zukehren wird Sonntag aber nicht. Nach einer Besprechung mit dem verbleibenden geschäftsführenden Vorstand um Präsident Fred Turré und Schatzmeister Reiner Schölzke, sowie mit Spielern des 1. Herrenteams, wird Finn Sonntag weiter als sportlicher Leiter der Heidschnucken fungieren.