Die EGDL wollte, durfte aber nicht

EGDL kassiert 0:9-Schlappe gegen FrankfurtEGDL kassiert 0:9-Schlappe gegen Frankfurt
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Hinter der EG Diez-Limburg liegt ein kurioses Wochenende, das die Verantwortlichen sprichwörtlich auf die Palme brachte. Zweimal hätten die Rockets in der Hessenliga eigentlich ran gemusst, zwei,al jedoch hatte der Gegner etwas dagegen, sodass die EGDL nun wohl auf sechs Punkte am „grünen Tisch“ hoffen darf.

Am Samstag reiste das Team zunächst nach Bad Nauheim. Die Partie sollte schon im Oktober stattfinden, wurde aber von den Roten Teufeln entgegen den Regeln kurzfristig abgesagt. Obwohl die EGDL damals bereits auf die Punkte hätte bestehen können, bewies man sportliche Fairness und bot den Kurstädtern ein Nachholspiel an. Allerdings wurde die Reise nach Bad Nauheim für die EGDL zur „Butterfahrt“. Da keine laut Regelwerk benötigten Sanitäter zugegen waren, konnte die Partie nicht angepfiffen werden. Nachdem die Teams eine Stunde gewartet hatten, brachen die Schiedsrichter das Spiel noch vor dem ersten Bully ab und die Rockets konnten sich wieder auf den Heimweg machen. „Keine Ahnung, wer hier die Schuld trägt. Fakt ist: Laut Regelwerk ist die Heimmannschaft dafür verantwortlich, dass Sanitäter da sind“, kommentierte Holger Pöritzsch die Geschehnisse.

Nicht einmal 24 Stunden später musste die EGDL die nächste Hiobsbotschaft hinnehmen: Wenige Stunden vor Beginn der geplanten Sonntagspartie gegen den EV Wiesbaden, das Team von Trainer Holger Pöritzsch befand sich bereits zur Mannschaftsbesprechung in der Diezer Eissporthalle, teilte der Gegner mit, dass man nicht kommen würde, da man keine spielfähige Mannschaft hätte. Für die EGDL ein großer Schock, sollte es schließlich ein ganz besonderer Abend werden: Die EGDL ist einer von nur zwei Eishockeyvereinen in ganz Deutschland, der künftig die Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ unterstützet und das bekannte Logo auf den Trikots trägt. Diese wollte man vor dem Wiesbaden-Spiel präsentieren und hatte dazu extra rund 200 Gäste aus Wirtschaft und Politik eingeladen. Bis kurz vor Spielbeginn versuchten die Verantwortlichen in Telefonaten die handelnden Personen in Wiesbaden von der Wichtigkeit der Begegnung zu überzeugen – allerdings ohne Erfolg. Der Gegner weigerte sich, die Reise an die Lahn anzutreten. „Das ist eine bodenlose Frechheit“, äußerte Pöritzsch seinen Frust. Auf die Palme brachte den EGDL-Coach insbesondere die Tatsache, dass die Reserve der Wiesbadener am gleichen Abend ein Freundschaftsspiel in der hessischen Landeshauptstadt absolvierte. „Wenn ich im Hessenligateam zu wenig Spieler habe, muss ich dies mit Jungs aus der zweiten Garnitur kompensieren. Da kann es nicht sein, dass man das Ligaspiel so kurzfristig absagt, die 2. Mannschaft aber gleichzeitig ein Hobbyspiel bestreitet. Hinzu kommt, dass Wiesbaden nur einen Tag zuvor, am Samstag, ein Punktspiel gegen Frankfurt hatte. Dort konnte man anscheinend ja auch eine spielfähige Mannschaft stellen.“

Jetzt die Hockeyweb-App laden!