Dicke Überraschung knapp verpasst

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Zum Abschluss bewiesen die Cracks des Neusser EV noch einmal Charakter. Obwohl die Partie bei den Moskitos Essen nur noch für die Gastgeber von Bedeutung war, lieferten die Neusser eine überragende kämpferische Vorstellung ab und schrammten nur knapp an einer dicken Überraschung vorbei. Der NEV unterlag mit 1:3 (1:0, 0:0, 0:3).

Eigentlich war die Ausgangssituation vor der Partie klar. Für die Gastgeber ging es darum, mit einem Sieg die Endrunde für sich zu entscheiden und sich damit eine gute Ausgangssituation für die folgenden Play-offs zu sichern. Auf der anderen Seite war der NEV nach einer Saison mit Licht und (mehr) Schatten in der klaren Außenseiterrolle, doch die sollte den Fuchs-Schützlingen zum wiederholten Male liegen. Die Neusser gestalteten die Partie im ersten Abschnitt überraschend offen und verdienten sich die frühe Führung, die Sebastian Bongartz nach drei Minuten erzielt hatte. Der Neusser Stürmer hatte die minimale Lücke zwischen den Schienen von ESC-Torhüter Schmitt gefunden und das 0:1 markiert. Den Rückstand nahmen zumindest die Essener Zuschauer noch recht gelassen hin, die wohl nicht mit dem verbissenen Kampf gerechnet hatten, den der NEV in der Folgezeit liefern sollte. Mit einer geschlossenen, konzentrierten Mannschaftsleistung stellte man den Spitzenreiter vor große Probleme. Während der erneut überragende Carsten Solbach seine Vorderleute immer wieder antrieb, rückte eine Überraschung mit fortlaufender Spieldauer immer mehr in den Bereich des Möglichen. Obwohl man insbesondere in Unterzahl unter Druck stand, gelangen auch regelmäßig gefährliche Entlastungsangriffe, die durchaus zu weiteren Treffern hätten führen können. Nachdem die Essener im zweiten Drittel unter anderem zweimal am Pfosten scheiterten, vergab der NEV zwischen der 39. und der 45. Minute mehrere dicke Chancen, den Vorsprung auszubauen. In der entscheidenden Phase hatten die Gastgeber das Glück auf ihrer Seite, wobei aus Neusser Sicht Schiedsrichter Zsolt Heffler entscheidenden Anteil daran hatte, dass sich der Favorit in der Schlussphase doch noch durchsetzen sollte. Als Carsten Solbach seinen zuvor verlorenen Schläger aufsammeln wollte, erkannte David Inman die Situation schnell und setzte den Puck aus der neutralen Zone in das verwaiste Gehäuse (49.). Reklamationen über eine angebliche Abseitssituation blieben ebenso ohne Erfolg wie die wütenden Proteste nach einer weiteren umstrittenen Entscheidung, die den Gastgebern drei Minuten später eine 5:3-Überzahl bescherte. Nachdem Heffler bereits angezeigt hatte, dass ein aus dem Feld beförderter Puck abgefälscht worden war, schickte er anschließend doch noch Ronny Sassen auf die Strafbank. Zu allem Unglück wurde der Puck beim folgenden Essener Führungstreffer auch noch von einem Schlittschuh über die Linie befördert, wodurch Heffler erst recht zum Neusser Buhmann avancierte. Zwar bekam anschließend auch der NEV noch die Gelegenheit, in Überzahl eine erneute Wende herbei zu führen, Essens Finne Miettinen sorgte jedoch mit einem erfolgreichen Konter für die Entscheidung zugunsten der Hausherren. Auch wenn die Enttäuschung über die verpasste Rolle des Spielverderbers nach der Schlusssirene groß war, ernteten die Neusser für ihre engagierte Vorstellung nicht nur aus den eigenen Reihen Lob und Anerkennung.

Tore: 0:1 (3:06) Bongartz (Kozhevnikov), 1:1 (48:39) Inman (Kohmann, Hendle), 2:1 (53:06) Kohmann (Grein, Miettinen/5-4), 3:1 (56:35) Miettinen (Petrozza/5-4). Strafen: Essen 16, Neuss 20 + 10 (Sauer).

Zuschauer: 758.

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