Déjà-vu unter anderen Vorzeichen

Déjà-vu unter anderen VorzeichenDéjà-vu unter anderen Vorzeichen
Lesedauer: ca. 2 Minuten

In dieser Saison geht es nicht gegen die erste Mannschaft der Schlittenhunde (die mittlerweile wieder um den Zweitliga-Aufstieg spielt), sondern gegen die 1b; die Mainzer erwartet wohl erneut eine stimmungsvolle Kulisse, aber sicher kein mit über 6000 Zuschauern ausverkaufter Hexenkessel; ihr Trainer heißt nicht mehr Roger Nicholas, sondern Holger Pöritzsch; und der wohl gewichtigste Unterschied: Nicht ein einziger Hauptrunden-Showdown entscheidet über Meisterschaft und Aufstiegschance, sondern eine Finalserie im Best-of-Five-Modus.

Die Ausgangsposition ist denkbar einfach: Kassel hat die Hauptrunde auf Rang eins abgeschlossen und genießt daher im ersten, dritten und – falls nötig – im (dann allesentscheidenden) fünften Spiel Heimrecht. Mainz tritt bereits einen Tag nach dem ersten Aufeinandertreffen in Nordhessen (Samstag, 16.15 Uhr) am Sonntag, 18.15 Uhr, in der heimischen Eissporthalle am Bruchweg zum zweiten Duell an. Sollte die Serie bereits nach dem dritten Spiel am darauffolgenden Samstag, 17. März, in Kassel entschieden sein, bleibt dies das einzige Heimspiel der Wölfe. „Insofern hoffe ich am Sonntag natürlich auf viele Zuschauer, die das Team nochmals unterstützen“, sagt Pöritzsch, der es auf Anhieb mit seiner neuen Mannschaft in die Finalserie geschafft hat.

„Aus meiner Sicht geht Kassel als Favorit in die Finalspiele“, sagt der Mainzer Bandenchef. Die Huskies haben beide Hauptrundenspiele für sich entschieden, wobei der knappe, auf hohen Niveau geführte 4:2-Heimsieg bereits ein deutliches Indiz für die Ausnahmestellung beider Teams in der diesjährigen Hessenliga war. Insofern ist diese Finalpaarung die logische Konsequenz aus den bisherigen Eindrücken der Saison. Im Halbfinale gerieten die Huskies nicht in Gefahr, schalteten Eintracht Frankfurt mit 11:3 und 7:1 aus. Viele Aufstiegshelden aus der vergangenen Saison gehören weiterhin zum Kader, schon im Heimspiel gegen die Eintracht kamen über 1000 Zuschauer.

Doch obgleich Kassel die Serie selbstbewusst unter das Motto „Aufstieg, die Zweite“ gestellt hat, können die Wölfe mit berechtigtem Selbstvertrauen in den Saisonhöhepunkt starten. Vor allem im zweiten Playoff-Halbfinale gegen Diez-Limburg (11:2) lief es wie am Schnürchen. Pöritzsch erwartet „für die gesamte Finalserie enge Partien. Das mental stärkere Team, das weniger individuelle Fehler macht, wird die Serie für sich entscheiden.“ Gegen einen Kasseler „Mix aus jungen, talentierten Spielern und älteren, erfahrenen Führungsspielern“ wird der Coach wohl einen etwas besser gefüllten Kader stellen können, der allerdings ohne Kapitän Stefan Eisenträger (beruflich) auskommen muss. Dafür füllen Philippe Heise, Thomas Heinecke und Gabriel Bianchi die Verteidigungsreihen, und auch Defender Pavel Michalek ist nach seiner schweren Schulterverletzung jüngst wieder ins Training eingestiegen. Pöritzsch erhofft sich dadurch vor allem mehr Stabilität – und will Kassel offensiv mit dem nötigen Druck zu Fehlern zwingen.

Jetzt die Hockeyweb-App laden!