„Bin stolz auf die Jungs“

„Bin stolz auf die Jungs“„Bin stolz auf die Jungs“
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Schon am kommenden Samstagnachmittag könnte die Hessenmeisterschaft entschieden werden, wenn die Young Huskies Mainz zum dritten Spiel in Nordhessen empfangen.

Die Enttäuschung saß tief bei Spielern und Verantwortlichen der Wölfe. Sie waren nach der deprimierenden Pleite am Tag zuvor voll auf der Höhe und boten den Gästen mit großem Einsatz die Stirn. „Ich kann meiner Mannschaft heute keinen Vorwurf machen“, sagte Trainer Holger Pöritzsch. Sie habe großes Eishockey gezeigt und sich mit Kassel einen offenen Schlagabtausch geliefert, der nur im Endergebnis nicht zum Ausdruck kam. Pöritzsch: „Ich bin stolz auf die Jungs.“

Dass sich Mainz nach der Abreibung vom Samstag zu einer solchen Leistung aufraffen und den am Vortag noch übermächtig erscheinenden Gegner zwei Drittel lang in arge Verlegenheit bringen konnte, nötigte nicht nur dem Trainer Respekt ab. „Es spricht für den Charakter der Mannschaft, dass sie sich nie aufgibt“, sagte Pöritzsch. Die Huskies gingen auch am Bruchweg durch den überragenden Hans-Jochen Kalb in Führung (6.). Mainz ließ sich vom Gegentreffer aber nicht beeindrucken und erarbeitete sich sogar ein Übergewicht. Entsprechend wusste sich Kassel oft nur mit Fouls zu helfen, so dass die Wölfe spätestens in den Schlussminuten des Drittels bei einer 5:3-Überzahl ganz nah am Ausgleich waren.

Das 1:1 fiel dann nach nur 41 Sekunden im zweiten Abschnitt. Michael Horcicka schnappte sich die Scheibe in der neutralen Zone, drang ins Angriffsdrittel ein und schoss aus zentraler Position zwischen zwei Verteidigern hindurch in den linken Torwinkel – ein Klasse-Schuss. Der Kapitän brachte seinem Team mit dem Treffer endgültig das Selbstvertrauen zurück und der Favorit wankte. Selbst Kassels Trainer Milan Mokros musste im Anschluss einräumen, dass das Spiel möglicherweise eine andere Wendung genommen hätte, wenn die Wölfe eine ihrer vielen Schussgelegenheiten verwertet hätten. Doch sie trafen einfach zu selten aufs Tor. Dazu gesellten sich unglückliche Schiedsrichterentscheidungen. In Minute 34 war zunächst eine Strafe gegen Kassel angezeigt, der Arm des Referees ging nach kurzer Zeit jedoch wieder nach unten und Sekunden später traf Tim Andreas mit einem Schlenzer von der Blauen Linie zum 1:2. Zudem musste Neuzugang Bernhard Naulin das Eis nach einem Check mit einer Leistenverletzung vorzeitig verlassen – bittere Minuten für die Hausherren.

Im Schlussabschnitt folgte gleich ein weiterer Nackenschlag. Patrick Schädel zog Richtung Tor, berührte die Scheibe unter Bedrängnis nicht mehr und genau deswegen rutschte sie unter dem Schoner von Marc Stromberg zum 1:3 ins Tor (41.). „Ausschlaggebend war am Ende dann die Kraft, die uns nach zwei Spielen innerhalb von 24 Stunden mit zweieinhalb Reihen ausgegangen ist“, bilanzierte Wölfe-Coach Pöritzsch. In den letzten acht Minuten brachten Kalb mit einem Hattrick sowie Christopher Reimnitz ein 1:7 auf die Anzeigetafel. „Wir müssen jetzt nach vorne schauen und für das Spiel am Samstag noch mal alle Kräfte sammeln. Einfacher wird es nicht, Kassel zu schlagen, aber wir haben Sonntag zwei Drittel lang gezeigt, dass es möglich ist“, sagte Pöritzsch.

„Wir haben niemals den großen Respekt ablegen können und uns das Spiel teilweise selbst schwer gemacht“, lautete Pöritzschs Fazit nach der 2:11-Auftaktniederlage in Kassel. Mainz fand gar nicht schlecht ins Spiel, doch gleich die ersten drei gefährlichen Aktionen der Hausherren saßen. Erst wurde Patrick Schädels Schlagschuss unhaltbar zum 1:0 abgefälscht (6.), dann sprang die Scheibe von Thomas Heineckes Schlittschuh unglücklich zum 2:0 über die Linie (12.). Nur 22 Sekunden später fälschte Schädel einen Schuss von Oliver Wohlrab zum 3:0 ab. „Das hat die Mannschaft zusätzlich verunsichert und demoralisiert“, sagte Pöritzsch.

Da Bennet Bergmann mit Übersicht auflegte und Bernhard Naulin zum 3:1 verwertete (19.), nahm Mainz zumindest ein wenig Hoffnung mit in die Kabine. Auf Tuchfühlung kamen die Wölfe jedoch nie, auch nicht nach Martin Sagulas Treffer zum zwischenzeitlichen 6:2 (31.). Kassel wurde seiner Favoritenrolle gerecht und spulte sein Pensum bis zur Schlusssirene routiniert herunter. Die rund 1000 Huskies-Anhänger waren hochzufrieden und dürften sich für kommenden Samstag bereits auf eine erneute Meistersause einstellen. Mainz dagegen wird dann alles daran setzen, die Serie für ein viertes Spiel zurück an den Bruchweg zu holen.

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