Beachboys verlieren Spitzenspiel

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Vor 928 Zuschauer (Saisonrekord) verlor der EHC Timmendorfer Strand das Duell gegen Tabellenführer Harzer Wölfe mit 2:4 (0:1, 1:2, 1:1). Dabei zeigten beide Mannschaften, warum sie die besten Teams der Regionalliga Nord sind; das Spiel hatte den Namen Spitzenspiel verdient. Braunlage ist damit seit 20 Spielen ungeschlagen.

Beide Mannschaften gingen von Beginn an ein hohes Tempo. Sehr frühes Forechecking von beiden Seiten. Stefan Bilstein wurde vom zurückeilenden James Trevena-Brown, der zuvor den Puck in Unterzahl vertendelt hatte, von hinten gelegt. Den fälligen Penalty von Stefan Bilstein konnte EHCT-Goalie Björn Reinke souverän über die Latte lenken (11.). Zum psychologischen ungünstigsten Zeitpunkt, nämlich 44 Sekunden vor der Pause, markierte Marcus Garthe das 0:1.

Jeff Maronese zog mit einem Schlagschuss von blauen Linie ab und Marcus Garthe fälschte früh im zweiten Drittel zum 0:2 ab (22.). In der 24. Spielminute traf der „Kiwi“ der Beachboys, James Trevena-Brown, endlich mal wieder die Kiste. Ein schöner Treffer in Überzahl. Beide Teams versuchten das Tempo weiterhin hoch zu halten und die neutrale Zone schnell zu überbrücken. Aus einem unmöglichen Winkel zog Markus Schneider ab und der Puck rutschte irgendwie durch die geschlossenen Schoner von Björn Reinke zum 1:3 durch (36.).

Im Schlussdrittel konnte Christian Herrmann aus dem Slot nach nur 40 Sekunden auf 2:3 verkürzen. Stefan Bilstein knallte die Scheibe direkt trocken in den Winkel, Björn Reinke ohne Chance (45.). Dann gab es noch eine zehnminütige Unterbrechung: Hauptschiedsrichter Pupello hatte einen Schläger unglücklich ins Gesicht bekommen. Die Fans nutzen die Pause und sorgten gemeinsam für gute Stimmung. Ein bisschen traurig waren die Beachboys-Anhäger als das Ergebnis aus Hamburg präsentiert wurde: Durch den Sieg der Pferdeturm Towers beim HSV stand fest, dass der Erzrivale, der Adendorfer EC, in diesem Jahr in der Abstiegsrunde spielt. Somit gab es nur vier Derbys in diesem Jahr, die die Beachboys alle für sich entscheiden konnten. Gute viereinhalb Minuten vor dem Ende versuchte Beachboys-Coach Matze Schnabel noch mal alles und nahm Björn Reinke vom Eis. Die Anzeigetafel fiel dann auch aus und dies sorgte für die zweite Unterbrechung.

Harz-Coach Bernd Wohlmann sagte auf der Pressekonferenz: „Ein Klasse-Spiel, ganz unabhängig vom Ergebnis. Ich habe das im Vorfeld schon gesagt: Leider gibt es nur zwei Mannschaften die auf diesem Niveau spielen können. Beide Mannschaften haben sehr schnell gespielt und wir waren einen Tick cleverer.“

Matthias Schnabel: „Wir waren sehr leichtsinnig und haben den Harzer Wölfen das Tore schießen heute ein bisschen zu leicht gemacht.“

Hockeyweb fragte beide Coaches, wie sie nach dem Ausscheiden von Adendorf die Meisterrunde sehen: Bernd Wohlmann: „Dass die Konstellation so wird, war eigentlich schon längere Zeit relativ klar. Adendorf hätte zwar die Mannschaft dazu. Meiner Meinung nach haben sie über die gesamte Saison ihre Leistung nicht abgerufen und sehr undiszipliniert gespielt. Da muss man sich nicht wundern, wenn man am Ende raus rutscht. Hannover ist natürlich nicht so weit für uns.“ Matthias Schnabel: „Da kann ich mich anschließen, Adendorf ist auch nicht sehr weit von uns entfernt. Aus unser Sicht ist es natürlich bitter, weil Adendorf ein Derby für uns ist. Da hätten wir nochmal viele Zuschauer bekommen können. Bernd hat schon ganz recht, Adendorf hat es eigentlich verpasst, die Saison über ihre Leistungen abzurufen und sind deshalb auch verdient ausgeschieden. Es sind jetzt die vier besten Mannschaften in der Aufstiegsrunde. Die Mannschaften dort werden uns alles abverlangen.“

Tore: 0:1 (19:16) Marcus Garthe (Stefan Bilstein), 0:2 (21:19) Marcus Garthe (Jeff Maronese), 1:2 (23:30) James Trevena-Brown (Christian Herrmann, Korbinian Witting) PP 5-4, 1:3 (36:00) Markus Schneider (Benjamin Zech), 2:3 (40:40) Christian Herrmann (Korbinian Witting), 2:4 (44:49) Stefan Bilstein (John Kraiss, Marcus Garthe). Strafen: Timmendorfer Strand 10, Braunlage 10. (lb)


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