Aus Innsbruck in den Harz: Florian Pedevilla verstärkt Wölfe

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„Florian Pedevilla wird in der kommenden Saison die Harzer Wölfe verstärken. Der Verteidiger belegt eine Kontingentstelle.“ So lautet die zunächst nicht ungewöhnlich klingende Meldung. Pedevilla, mag sich der Harzer Fan nun denken, das könnte ein Kanadier sein. Oder vielleicht ein Tscheche? Oder ein US-Amerikaner? Alles falsch! Florian Pedevilla ist Österreicher! Das ein Spieler aus dem Alpenstaat in der deutschen Regionalliga Nordost spielt, ist eine Premiere und in der Tat etwas höchst Ungewöhnliches.

Der 1,85 Meter groß gewachsen Verteidiger wechselt vom HC Tiroler Wasserkraft Innsbruck aus der höchsten Spielklasse Österreichs, der Erste Bank Eishockey Liga, zu den Wölfen. Geboren wurde Pedevilla am 18. August 1987, er ist somit gerade einmal 20 Jahre alt. Trotz seiner Jugend überzeugte Pedevilla bei seinen Testspieleinsätzen für die Harzer mit viel Übersicht und Ruhe an der Scheibe.

Wie aber kommt es, dass der junge Abwehrakteur, zudem U20-Nationalspieler, nach Deutschland wechselt? In Innsbruck hatte Pedevilla, nach einigen Schnuppereinsätzen in der vergangenen Saison zu Saisonbeginn den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. Nach weiteren nordamerikanischen Verpflichtungen in der Innsbrucker Defensive sah Pedevilla seine Chancen auf genügend Einsätze und Eiszeit aber immer schwinden. So fiel der Entschluss des Linksschützen, es woanders zu probieren. Immerhin, auch in Braunlage hat Pedevilla die Berge direkt vor der Haustür, wenngleich der Harz natürlich nicht mit den Alpen konkurrieren kann.

Mit Pedevilla haben die Harze Wölfe einen Neuzugang, mit Dennis Overbeck praktisch aber auch einen Abgang zu verzeichnen. Das Braunlager Eigengewächs tritt einen dualen Studiengang im Norden der Republik an. Der Spielerpass wird zunächst bei den Wölfen verbleiben, wenngleich nicht damit gerechnet wird, dass „Oven“ nochmals auflaufen wird. „Wir wünschen Dennis für die Zukunft alles Gute und bedanken uns natürlich für seine lange Treue zum Harzer Eishockey“, sagt Pressesprecher Robert Koch im Namen des Vorstands. Overbeck ging seit dem Jahr 2000, nur unterbrochen von einem kurzen Abstecher nach Adendorf, für Braunlager Herrenmannschaften auf das Eis, davor durchlief er die Braunlager Nachwuchsmannschaften.

Am Sonntag ab 19 Uhr steht im Braunlager Wurmbergstadion der erste Test der Wölfe gegen ein Team aus der Regionalliga Nordost auf dem Programm. Zu Gast ist der ECC Preussen Berlin, der in der Ost-Staffel antritt. Mit dabei wird auf Seiten der Wölfe auch Peter Hoppe sein, die Harzer haben den Kanadier inzwischen fest unter Vertrag genommen.

„An dem Offensivverteidiger werden wir sicher viel Freude haben“, ist sich Vize-Präsident Richard Flohr sicher. Zumal es für Hoppe, zuletzt bei der Ryerson Universität in Toronto aktiv, nun außerdem darum geht, einen gewissen Trainingsrückstand aufzuholen. Doch auch so waren in den beiden Testspielen, die der Kanadier für die Wölfe absolvierte, seine Fähigkeiten zu erkennen: Gute Spielübersicht und ein schneller, harter Schuss von der blauen Linie. Ein Tor konnte der 28-Jährige zwar noch nicht verbuchen, beim 4:4 in Iserlohn gelangen ihm aber zumindest schon zwei Vorlagen.

Das Team der Wölfe nimmt somit immer deutlicher Konturen an. In der Verteidigung dürften Hoppe und Florian Pedevilla die erste Reihe bilden, den zweiten Block stellen Richard Stütz und Bruno Kähm. Somit wird Peter Westerkamp entgegen den ersten Plänen doch wieder für den Sturm frei und kann in der ersten Reihe an der Seite von Stefan Bilstein und Alexander Deibert auflaufen.

Nachdem mit Hoppe auch die dritte Kontingentstelle an einen Verteidiger ging, sollten die Lücken im Defensivverbund der Wölfe behoben sein. Wie Stütz kann auch Peter Hoppe in Bälde auf einen deutschen Pass hoffen. Seine Vorfahren stammen aus Mecklenburg, der Kanadier wird daher in Kürze einen Einbürgerungsantrag stellen, um dann keine Kontingentstelle mehr zu belegen.

Dafür sehen die Harzer Wölfe von einer Verpflichtung Stefan Heinrichs ab. Der junge Verteidiger wird wohl nach Lauterbach zurückkehren. Damit gewinnt der Mannschaftsbau der Wölfe immer mehr an Fahrt - man darf also gespannt auf die weiteren Meldungen in den nächsten Tagen sein, wenn dann auch die weiteren Erkenntnisse aus dem Härtetest gegen den ECC Preussen Berlin gezogen wurden.

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