3021 Fans, 16 Tore und ein Penaltyschießen

EVD setzt sich gegen Neuss durchEVD setzt sich gegen Neuss durch
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Es sind diese Geschichten, die eben nur Derbys schreiben. So wie damals im November 1989. Die einen hießen noch Duisburger SV, die anderen EHC Essen-West. Und die Partie der beiden Ruhrrivalen an der Wedau endete 9:9. Nun, etwas über 20 Jahre später, standen sich der EV Duisburg und der ESC Moskitos Essen in der Aufstiegsrunde zur Oberliga wieder einmal gegenüber. Und wie damals, wie fast immer, wenn Duisburg und Essen gegeneinander spielen, war die Halle brechend voll. 3021 Fans kamen – und sahen wieder viele Tore: Mit 9:8 (4:2, 3:3, 1:3, 1:0) nach Penaltyschießen setzten sich die Füchse durch.

„Für die Zuschauer war das toll.“ Das sagte sowohl Essens Sportchef Uli Egen als auch Duisburgs Trainer Czeslaw Panek. Wenn Trainer so etwas sagen, heißt das im Regelfall, dass sie nicht wirklich zufrieden seinen können. Denn viele Tore bedeuten nun einmal auch viele Fehler. „Bei uns fehlten drei Verteidiger. Die jungen Spieler haben das zunächst nicht gut gemacht, ab der 30. Minute dann aber richtig gut“, sagte Egen. Auch Panek konnte mit seiner Abwehr nicht zufrieden sein. Zu oft hielten sie zu großen Abstand, ließen die Moskitos gedankenlos gewähren. Wie auch beim 8:8 der Gäste in der 59. Minute oder in vielen Situationen vorher. Dazu kam, dass Christian Lüttges, der sonst so sichere Keeper, nach knapp zwei Wochen grippebedingten Ausfalls nicht auf der Höhe seiner Schaffenskraft war. „Gute Spieler haben auch mal schlechte Tage“, sagte Panek. Die Folge war, dass Miikka Jäske im Schlussdrittel eine Pause bekam.

Die Duisburger sahen zunächst wie der sichere Sieger aus. „Da waren sich einige Herren wieder einmal zu sicher“, sagte der Trainer. Mit 6:2 führte der EVD in der 29. Minute. Zweimal hatte Nils Liesegang gar in Unterzahl getroffen. Fuchs des Abends war jedoch Mats Schöbel, der insgesamt viermal einnetzte und das auch noch zumeist recht sehenswert. Doch Essen gab sich nicht auf, verkürzte per Doppelschlag auf 4:6 und blieb auch nach einem weiteren Duisburger Treffer am Puck, glich bis zur 48. Minute auf 7:7 aus. Schöbels 8:7 reichte den Gastgebern ebenfalls nicht zum Sieg, so dass Essens Bester, Christian Nieberle, den Ausgleich in der 59. Minute besorgte. Damit war klar, dass die Moskitos Erster bleiben. Für Diskussionen sorgte allerdings der fünfte Essener Treffer, den der insgesamt schwache Schiedsrichter Zsolt Heffler erst nach einem Meinungsaustausch mit seinem Linesman gab.

So spekatulär die 60 Minuten waren, so spekatulär eröffnete Patrik Gogulla auch das Penaltyschießen. Der Neu-Duisburger lief an, drehte sich vor dem Tor um die eigene Achse und traf. Den entscheidenden Versuch verwandelte schließelich Janne Kujala für den EVD, der am Sonntag an der Brehmstraße bei der Düsseldorfer EG II antritt.

Tore: 1:0 (3:19) Liesegang (McNevan, Panek/4-5), 2:0 (6:12) Schafranski (Breitkreuz, Aminikia), 2:1 (10:12) Höveler (Miettinen, Petrozza), 3:1 (13:50) Aminikia (Tegkaev, Bovenschen), 4:1 (13:50) Schöbel (Liesegang, Gogulla), 4:2 (34:39) Nieberle (Hendle, Kohmann), 5:2 (26:02) Schöbel (Panek, Liesegang), 6:2 (28:09) Liesegang (McNevan, Fritzmeier/4-5), 6:3 (33:56) Miettinen (Kruminsch), 6:4 (34:39) Nieberle (Hendle, Kohmann), 7:4 (35:20) Schöbel (McNevan, Gogulla), 7:5 (38:32) Petrozza, 7:6 (45:30) Nieberle (Kruminsch), 7:7 (47:56) Schulz (Miettinen, Sondern), 8:7 (52:46) Schöbel (Liesegang, McNevan), 8:8 (58:42) Nieberle (Kohmann), 9:8 (60:00) Kujala (entscheidender Penalty). Strafen: Duisburg 8 + 5 + Spieldauer (Panek), Essen 8. Zuschauer: 3021. (the)

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