30 Minuten 0:1 – dann 10:1 gewonnen

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Eine Partie mit kurioserem Spielverlauf hat man im Südpark lange nicht mehr gesehen. Gelang den Neussern in der ersten halben Stunde noch fast gar nichts, so wurden die Kobras anschließend regelrecht abgeschossen. Bis zur 31. Minute stand es 0:1, dann gewann der Neusser EV gegen die Dinslakener Kobras mit 10:1 (0:1, 4:0, 6:0).

Dass sich am gestrigen Abend zwei Mannschaften mit Aufstiegsrunden-Ambitionen gegenüber standen, war im ersten Drittel nur selten nachvollziehbar. Neuss startete mit mächtig Sand im Getriebe und war nicht in der Lage, sich aussichtsreiche Torchancen zu erspielen, während die Gäste auch nicht gerade mit spielerischer Finesse überzeugten, dennoch aber das deutlich bessere Team waren. Kaum verwunderlich, dass der Führungstreffer nach einer kollektiven Neusser Konfusion fiel, von der Dinslakens Neuzugang Musga profitierte (8.). Konnte der NEV wenigstens in der Schlussphase des ersten Drittels etwas Druck auf das Gehäuse der Kobras ausüben, so schien man im mittleren Abschnitt wieder in den alten Trott zu verfallen. Minutenlang plätscherte das Spiel auf schwachem Niveau vor sich hin, ehe die bis dahin sehr diszipliniert auftretenden Traberstädter die ersten Strafzeiten kassierten. Schön von André Grein freigespielt setzte Daniel Hatterscheid die Scheibe zum Ausgleich in die Maschen - ein Treffer, den man als Initialzündung bezeichnen könnte. Als wäre ihnen eine kiloschwere Last von den Schultern gefallen, spielten die Neusser plötzlich frei auf und zwangen ihre Gegner nun zu Fehlern und Fouls, die man konsequent bestrafte. Anders als die Gäste wussten die Fuchs-Schützlinge ihre Überzahl-Möglichkeiten eiskalt auszunutzen, und so legten Boris Ackermann und Evgenij Kozhevnikov den Grundstein für die Wende, ehe Rob Campbell in der 39. Minute den vierten Treffer nachlegte. Rieben sich die Zuschauer ob des Geschehens auf dem Eis verwundert die Augen, so fand der Sturmlauf in den letzten zwanzig Minuten seine Fortsetzung. Immer wieder überrannten die NEV-Cracks die Hintermannschaft der jetzt hilflos wirkenden Dinslakener, was fünf schön herausgespielte Treffer zur Folge hatte, ehe Gäste-Verteidiger Marco Peisker die Notwendigkeit der Gegenwehr falsch interpretierte. Sein übles Frustfoul an Holger Schrills wurde doppelt bestraft, durch Schiedsrichter Müller mit einer Matchstrafe und durch Rob Campbell mit dem Ausbau der Führung auf ein zweistelliges Ergebnis. Zu diesem Zeitpunkt hatten die NEV-Fans ihrer Mannschaft das „Rumpel-Eishockey” der ersten halben Stunde bereits verziehen und feierten diese und ihren Trainer für einen ebenso merkwürdigen wie - letztendlich - unterhaltsamen Abend.

Tore: 0:1 (7:00) Musga (Vanek, Pleger), 1:1 (30:05,) Hatterscheid (Grein, Ackermann/5-3), 2:1 (33:52) Ackermann (Fuchs, Kozhevnikov/5-4), 3:1 (36:46) Kozhevnikov (Grein/4-3), 4:1 (38:35) Campbell (Grein, Schafranski), 5:1 (42:59) Grein (Campbell), 6:1 (44:40) H. Schrills (Dreseler/4-5), 7:1 (50:18) Fuchs (Kozhevnikov, Hatterscheid), 8:1 (51:09) Oltmanns (Möltgen, H. Schrills), 9:1 (53:18) Fuchs (Hatterscheid, Kozhevnikov/5-4), 10:1 (55:44) Campbell (Grein, Schafranski/5-3). Strafen: Neuss 10, Dinslaken 16 + Matchstrafe (Peisker). Zuschauer: 202.

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