Zwei Punkte gewonnen – einen verloren EA Schongau

Zwei Punkte gewonnen – einen verloren Zwei Punkte gewonnen – einen verloren
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Nachdem es zwei Drittel mit einem Sieg der Mammuts gut ausgesehen hatte, machte eine Strafzeitenflut im Schlussdrittel  den Hausherren einen dicken Strich durch die Rechnung. Angesichts dessen, dass man fast den ganzen Schlussabschnitt in Unterzahl bestehen musste und zeitweise nur noch drei Feldspieler auf dem Eis hatte – und auch noch einen Penalty abwehrte – geht auch das 4:4 nach regulärer Zeit als brauchbares Ergebnis zum Ziel „Aufstiegsrunde“ in Ordnung. Zumal man sich im anschließenden Penaltyschießen den zweiten Punkt souverän holte.

Begonnen hatte die Partie zwischen der EAS und den Seriensieger aus Bad Aibling nach Geschmack der Hausherren, obwohl man im dezimierten Kader nach dem Ausfall von Bastian Klein und Andreas Saal nun auch in der Abwehr improvisieren musste. Dafür rückte Friedrich Weinfurtner wieder in die Defensivabteilung und Kapitän Norbert Löw führte die Junioren Simon Fend und Thomas Halmbacher als dritte Sturmreihe an. Erste Überzahl nach sieben Minuten , erstes Tor für die Mammuts – verwertet hatte Verteidiger Stefan Schäller. Beim 2:0 in der 14. Minute hatte Schongaus zweiter Block noch die tatkräftige Unterstützung des Gegners, der die Scheibe letztendlich ins eigene Tor abfälschte – den Schuss hatte Fabian Magg abgeben und wurde als Torschütze eingetragen. Zweite Überzahl und erneut zappelte die Scheibe hinter die Aiblinger Torlinie. Mit dem 3:0 sorgte Nico Bentenrieder in der 16. Minute schon für etwas Distanz. Doch die Ausfälle in der Abwehr machten sich bemerkbar – der Anschluss der Gäste in der 19. Minute hätte mit konsequenter Arbeit vermieden werden können.

Doch so sorgte der Treffer vor der Pause noch für einen Motivationsschub der Aibdogs, die sehr engagiert aus der Kabine kamen. Die EAS versäumte es in der 30. Minute aus einer 5:3-Überzahl Zählbares zu erzielen; erst als der vierte Spieler aufs Eis zurückkam hatte Friedrich Weinfurtner die Lücke gefunden – 4:1 (32.). Ihrerseits überstanden die Mammuts nun zwei Unterzahlspiele schadlos, jedoch das eigene Überzahlspiel am Drittelende war zu statisch und ideenlos. Das rächte sich Sekunden vor der zweiten Pause. Von der Strafbank kommend konnte Matthias Ahrens eine Befreiung aufnehmen und im Alleingang auf Goalie Niklas Marschall zum 4:2 abschließen.

Im Schlussdrittel brach dann eine wahre Sintflut an Strafen über die Mammuts herein. Schon die erste Überzahl in der 42. Minute nutzten die Gäste zum 3:4-Anschluss. Als dann knapp zwei Minuten später Verteidiger Simon Eirenschmalz wegen eines Kniechecks eine fünf Minuten und eine Spieldauerstrafe erhielt, wurde es eng für die EA Schongau. In dieser Unterzahl folgte nämlich eine weitere Strafe gegen die EAS. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis gelang den Gästen in der 47. Minute tatsächlich der Ausgleich. Die Mammuts blieben weiter in Unterzahl, kurz darauf sogar wieder in 3:5. Nach einem Gerangel im Torraum schickten die Schiedsrichter nicht nur von jeder Seite einen weiteren Spieler auf die Strafbank, sondern entschieden auch noch auf Penalty gegen die EA Schongau, weil der Puck im Torraum blockiert worden sein soll. Doch Mathias Ahrens vergab gegen Niklas Marschall, es blieb beim 4:4, auch bei der endlos langen Minute in 3:5-Unterzahl für die EAS.

In der 51. Minute dann ein harter Bandencheck von Aiblings Assistenzkapitän Kornberger gegen Alexander Simon. Nach der Spieldauer zuvor gegen die EAS blieb den Schiedsrichtern hier auch kein Spielraum in der Regelauslegung  – auch der Aiblinger konnte sich vorzeitig zum Duschen verabschieden. Jedoch konnte die EA Schongau aus den fünf Minuten in Überzahl kein Kapital schlagen und musste daher in den Schlussminuten noch zittern. Denn die letzten langen 150 Sekunden musste das Team von Trainer Reiner Lohr in Unterzahl verbringen. Und weil die Strafe gegen Milan Kopecky zum Ende der regulären Zeit noch nicht abgelaufen war, fiel auch noch der sicherste Penaltyschütze zum abschließenden Entscheid aus. Im Penaltyschießen setzten sich die Mammuts durch.

Es bleibt aber weiter eng an der Tabellenspitze. Geretsried (49 Punkte) führt einen Punkt vor den Mammuts (48). Der Abstand zu Bad Wörishofen (4:5-Niederlage nach Penaltyschießen in Oberstdorf – jetzt 44 Punkte) und  die Verfolger Bad Aibling (40), Reichersbeuren (40) und den SC Forst (39) ist etwas größer geworden, ohne jedoch schon für Sicherheit zu sorgen – alle diese Teams haben rechnerisch noch die Chance auf die ersten beiden Tabellenplätze. Die nächsten Spiele bis zum nahen Saisonende in der Landesliga Bayern-Südwest versprechen somit noch ganz heiß zu werden.

Der Penaltysieg der Schongauer Mammuts fand unter den begeisterten Augen einer Delegation der Magdeburger Mammuts statt. Die Vertreter des 2013 neu gegründeten Eishockeyvereins aus der Hauptstadt von Sachsen-Anhalt weilen dieses Wochenende zu einem Freundschaftsbesuch bei den Mammuts in der Lechstadt.

Auch wurde das Maskottchen der EAS endlich mit einem Namen  bedacht – in der zweiten Drittelpause erfolgte die Taufe des Mammuts auf den Namen „Manni“ – zwar nicht sonderlich originell, aber es war nun einmal das mehrheitliche Abstimmungsergebnis der Fans.


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