Zerwesz übernimmt die LöwenEHC Waldkraiburg

Zerwesz übernimmt die LöwenZerwesz übernimmt die Löwen
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Der 45-Jährige tritt somit die Nachfolge von Petr Vorisek an, der sein Amt nach dem letzten Saisonspiel der Löwen gegen Memmingen niedergelegt hatte. Die Führung des EHC ist froh, den absoluten Wunschkandidaten bekommen zu haben und der dreimalige deutsche Meister Zerwesz selbst ist bereits voller Tatendrang.

„Rainer Zerwesz war und ist unser absoluter Wunschkandidat für den Trainerjob gewesen. Wir wussten zwar, dass es bei ihm beruflich nicht leicht werden würde, weil ihm sein Job eben auch sehr, sehr wichtig ist, was wir natürlich vollkommen respektieren. Umso glücklicher sind wir jetzt aber, dass es doch geklappt hat und mit ihm ein nicht nur sehr erfahrener, sondern auch erfolgreicher, früherer Spieler die Mannschaft übernimmt“, freute sich EHC-Vorstand Wolfgang Klose nach der Zusage des 45-Jährigen am vergangenen Sonntag. Auch Rainer Zerwesz sieht der neuen Aufgabe mit großer Vorfreude entgegen: „Ich habe erst fünf Jahre im Nachwuchs trainiert, letzten Winter eine Pause eingelegt aber trotzdem ausgeholfen. Ich wollte es eben nicht ganz aufgeben und den Verein auch weiter unterstützen. Während der letzten Saison habe ich dann aber gemerkt, dass ich noch immer heiß aufs Eishockey bin und es mich wieder reizen würde, gerade im Herrenbereich. Eishockey ist einfach meine Leidenschaft, sowas lässt einen nicht mehr los“, so Zerwesz.

In zwei Gesprächen hat man sich in der letzten Woche ausgetauscht und die Rahmenbedingungen für ein mögliches Engagement und die kommende Saison abgesteckt. Zerwesz überraschte die Löwen-Führung dabei mit seinen schon jetzt klaren Vorstellungen und Ideen, was spielerisch, taktisch und personell verändert und verbessert werden sollte. Dass es nun so gekommen ist, dass Rainer Zerwesz tatsächlich die erste Mannschaft übernimmt, freut nicht nur den Vorstand der Industriestädter, sondern sicherlich auch die Fans, die schon seit Jahren hofften, ihre ehemalige Nummer Sieben einmal als Chef an der Bande des EHC sehen zu können.

Als Spieler begann der im rumänischen Temeschburg geborene Zerwesz das Eishockeyspielen beim VfL Waldkraiburg, für den er schon im Alter von 19 Jahren in der Regionalliga auflief. In der Saison 1990/91 folgte er dem Ruf von „Alpenvulkan“ Hans Zach und wechselte in die 1. Bundesliga zur Düsseldorfer EG. Drei Mal in Folge gewann er mit der DEG prompt die deutsche Eishockeymeisterschaft, im Sommer 1995 führte ich sein Weg dann zu den Kölner Haien, für die er vier Jahre spielte. Seine weiteren Stationen waren in der Folge die Adler Mannheim und die Berlin Capitals, bevor er nochmals für zwei Jahre bei der DEG auflief. In seiner Zeit als Profi kam Zerwesz, der von seinen Trainer und Mitspielern immer für seinen Einsatz, seine Leidenschaft und seinen Fleiß gleichermaßen geschätzt wurde, zudem auf 57 Länderspiele für die deutsche Auswahl und nahm unter anderem an den Weltmeisterschaften 1998 und 1999 teil.

Im Sommer 2003 kehrte Zerwesz aus der DEL zum Bayernligisten Waldkraiburg zurück, um sich in seiner Heimatstadt beruflich und privat anzusiedeln. Im Jahr 2007 beendete er seine aktive Karriere bei der ersten Mannschaft der Löwen, blieb dem EHC aber als Trainer im Nachwuchs erhalten und hatte so auch Einfluss auf den ein oder anderen Akteur, der heute in der Bayernliga aufs Eis geht. Sein Job bei der „Ersten“ ist jetzt zwar sein Debüt im Seniorenbereich, doch macht er sich diesbezüglich Sorgen: „Natürlich ist es eine große Herausforderung, längerfristig ein Herrenteam zu betreuen. Interimsmäßig hab ich es ja schon ein paar Mal gemacht und ich denke, ich habe das gut gemeistert. Auch aufgrund meiner Erfahrung im Profisport und im Nachwuchs sehe ich dieser Herausforderung jetzt sehr positiv entgegen.“ Die kommenden Wochen und Monate hat der akribische Arbeiter bereits durchgeplant: „Anfang Juni werden wir ins Sommertraining starten mit einem Eingangstest in den Bereichen Kraft und Ausdauer. Dann werde ich ein intensives Training machen und Pläne schreiben, damit die Jungs wissen, was ich von ihnen erwarte. Anfang September geht es dann aufs Eis.“

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