Zerwesz freut sich trotz „verlorenem Spiel“ über drei PunkteEHC Waldkraiburg

Zerwesz freut sich trotz „verlorenem Spiel“ über drei PunkteZerwesz freut sich trotz „verlorenem Spiel“ über drei Punkte
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Und damit war nicht die Bierdusche für einige Waldkraiburger Betreuer und Kapitän Max Kaltenhauser durch einige Landsberger Fans gemeint, sondern die Pressekonferenz mit den beiden Trainer Andreas Zeck vom HCL und Ex-Nationalspieler Zerwesz- einen gemeinsamen Urlaub werden diese beiden in naher Zukunft sicher nicht planen.

Pressekonferenzen, egal in welcher Sportart, haben einen ganz eigenen Charakter. Direkt zollt der Unterlegene der Spielweise des Gegners und damit indirekt auch der Leistung des anderen Trainers Respekt. Derjenige, der mit den Siegespunkten im Gepäck am Mikrofon sitzt, verhält sich nicht weniger respektvoll: Den Unterlegenen loben, für seine Leistung, sein Auftreten, seine Spielweise – das gehört dazu im Fairplay und so können auch Sympathien zwischen zwei Menschen entstehen, die sich zuvor gar nicht kannten, nun aber schätzen – bestens zu sehen beispielsweise vor einer Woche beim Rekordkulissen-Topspiel zwischen Waldkraiburgs Coach Zerwesz und Daniel Jun vom Höchstadter EC – wer weiß, wie sich das noch entwickeln wird.

In Landsberg sah es jedoch anders aus: „Heute bin ich wirklich nur froh über die drei Punkte und dass sich nicht mehr Spieler verletzt haben. Heute hat man gesehen, wer die fairste Mannschaft der Liga und wer die unfairste Mannschaft der Liga ist. Das Spiel hat für mich überhaupt keinen Wert gehabt und zum ersten Mal in diesem Jahr muss ich sagen: Für mich war das ein verlorenes Spiel. Wir waren auch 3:0 vorne, aber dann ist das Spiel ein wenig gekippt und das tut mir einfach leid. Auch für die Fans, denn mit Eishockey hatte das dann wenig zu tun“, erklärte ein sichtlich angefressener Waldkraiburger Trainer. In den ersten 20 Minuten war aber schon erkennbar, welcher Sport da im schönen Landsberger Stadion am Hungerbachweg praktiziert wurde: Andreas Paderhuber hatte das Auge für den trotz Krankheit spielenden Jakub Marek und der Tscheche stellte früh auf 1:0 (2:21), wenig später legte Daniel Hämmerle bereits nach (05:30) und Landsberg nahm seine Auszeit. Diese verfehlte jedoch etwas ihre Wirkung und kurz vor der Pause war es erneut Marek, der zum 3:0 für die Löwen einnetzte (19:12).

In Überzahl kam Landsberg durch Dennis Schäffler dann auf 1:3 heran (22:48) und wenig später verpasste Stefan Kerber Waldkraiburgs Lukas Wagner einen saftigen Kniecheck (26.). Wagner musste mit der Trage vom Eis gebracht werden, Kerber durfte zum Duschen. Im letzten Drittel gingen die Löwen laut Coach Zerwesz nur mehr mit der Devise aufs Eis, keine zusätzlichen Verletzten zu riskieren und kamen mit Max Kaltenhauser sogar zum 4:1 (48:05), Markus Rohdes Überzahltreffer zum 2:4 aus Sicht des HCL markierte den Endstand (50:41).

Doch dann folgte ja noch die Pressekonferenz: „Wir sind mit zu viel Respekt in das Spiel gegangen“, erklärte Landsbergs Trainer Zeck. So habe man drei „hergeschenkte Tore“ bekommen, so Zeck weiter. „ Im zweiten Drittel haben wir – so sehe ich das – das Spiel ziemlich im Griff gehabt. Im letzten Drittel war es für mich ein ausgeglichenes Eishockeyspiel mit Chancen auf beiden Seiten. Ich finde es war ein super tolles Eishockey. 70, 80 Prozent unserer Spieler haben kaum Erfahrung in der Bayernliga, und wie wir im zweiten Drittel zurückgekommen sind und auch das dritte Drittel offen gestaltet haben, das war eine super Leistung von unserer Mannschaft. Dass wir den Gegner verletzen wollten ist vorn und hinten nicht wahr“, schilderte Zeck seine Sichtweise. Die Situation mit der Spieldauerstrafe habe er nur aus dem Augenwinkel gesehen und der Spieler habe ja auch wieder gespielt – mehr sage er nicht. Eine Aussage, die Zerwesz auch am Tag danach noch auf die Palme brachte, denn Verletzung hin oder her - so eine Spielweise sei nicht zu dulden und gehöre verurteilt. Man könne hart spielen, doch sollten immer die Werte des Fairplay vermittelt und versucht werden, auf diese Weise Erfolg zu haben. Denn: „Drei Zentimeter weiter drüben, dann spielt der Lukas (Wagner)  diese Saison nicht mehr – oder überhaupt nie mehr“, so Rainer Zerwesz, der seinen nächsten Urlaub übrigens ohne Landsberger Beteiligte buchen wird.

Tore: 0:1 (2:21) Marek J. (Paderhuber A.), 0:2 (5:30) Hämmerle D. (Führmann M., Vogl N.), 0:3 (19:12) Marek J. (Paderhuber A., Kaltenhauser M.), 1:3 (22:48) Schäffler D. (Fischer M. PP1), 1:4 (48:05) Kaltenhauser M. (Wagner L.), 2:4 (50:41) Rohde M. (Sturm D., Geisberger A. PP1). Strafen: Landsberg 8 + 5 + Spieldauer (Kerber St.), Waldkraiburg 10. Zuschauer: 870.


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