Special Teams machen den UnterschiedIntensives Spiel beim Höchstadter EC

Special Teams machen den UnterschiedSpecial Teams machen den Unterschied
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Einen Schlagabtausch mit insgesamt 137 Strafminuten – darunter 50 für Piraten und 87 für die Alligators – lieferten sich die Buchloer Pirates am Freitagabend beim Zwischenrundenspiel in Höchstadt. Am Ende verlor der ESV das hitzige und körperlich hart geführte Match mit 2:6 (0:3, 1:0, 1:3) vor allem auch deswegen, weil die Gastgeber im Gegensatz zu den Gennachstädtern deutlich effektiver ihre Überzahlchancen ausnutzten. Den Alligatoren gelangen nämlich gleich vier ihrer sechs Tore mit einem Mann mehr auf dem Eis, während die Buchloer nur eine ihrer zahlreichen Powerplaysituationen in einen Treffer ummünzen konnten. "Wir haben das Überzahlspiel von Höchstadt einfach nicht in den Griff bekommen und unser Powerplay war eine Katastrophe", meinte auch ESV-Coach Norbert Zabel nach der Partie.

Dass Alligatoren für gewöhnlich bissige Zeitgenossen sind, ist hinlänglich bekannt. Doch dass sich in diesem Duell eine solche Strafzeitenflut auf beiden Seiten entwickeln sollte, war so vor Spielbeginn sicher nicht zu erwarten. Dabei startete die Begegnung noch recht human und ausgeglichen. Denn die Buchloer kamen trotz des schnellen Rückstands durch Ales Kreuzer nach gut einer Minute dennoch ganz ordentlich ins Spiel. Doch wie schon im weiteren Spielverlauf gingen die Freibeuter danach zu fahrlässig mit ihren Einschussmöglichkeiten um. Ganz anders die abgezockten und cleveren Hausherren: Mit dem zweiten gefährlichen Angriff stellte Stephan Hiendlmeyer auf 0:2 und bewies somit die nötige Kaltschnäuzigkeit, die dem ESV auch in der Folge das Genick brechen sollte (7.). Und noch vor der ersten Pause erhöhte Thomas Urban gar auf 0:3, als Sven Curmann, der nach über zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback gab, gerade in der Kühlbox saß - das erste von insgesamt vier Überzahltoren für den amtierenden Vizemeister.

Der Mittelabschnitt gehörte dann aber klar den Buchloern, die nun die Spielinitiative übernahmen, da sich die Alligatoren immer mehr auf die Defensive um den starken Torhüter Philipp Schnierstein konzentrierten. Während der Höchstadter Schlussmann im Startabschnitt noch ohne Gegentreffer blieb, musste er nach 24 Minuten erstmals hinter sich greifen. Einen schnellen Konter über Markus Rohde hatte Daniel Huhn zum 1:3 einnetzten können. Auch anschließend hatten die Gennachstädter mehr vom Spiel, verpassten es aber auf Grund ihrer mangelnden Effektivität - besonders auch in Überzahl - den Spielstand weiter zu verkürzen. Die Höchstadter blieben offensiv dagegen eher harmlos, sodass ESV-Keeper Michael Bernthaler nur einmal bei einem Versuch von Thilo Grau sein Können zeigen musste (32.).

Doch dies sollte sich im finalen Drittel schnell ändern, da die Franken dem ESV sofort nach Wiederanpfiff den besten Anschauungsunterricht in Sachen Abschlussstärke boten. So traf Daniel Jun in Überzahl mit einem verdeckten Distanzschuss zum 1:4 und nahm den Rot-Weißen somit gleich den Wind aus den Segeln. Die Buchloer hatten danach zwar noch einmal die riesen Chance zu verkürzen, als Andre Lenk mit einer 5+Spieldauerstrafe vorzeitig zum Duschen musste. Mehr als ein Flachschuss von Marc Weigant, den Schnierstein gekonnt parierte, sprang aber nicht dabei heraus. Die Partie wurde nun nicht nur wegen der Hinausstellung von Lenk zusehends härter, sodass sich beide Kontrahenten fortan immer mehr auf der Strafbank wiederfanden. Nicht verwunderlich, dass die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Gastgeber dann wiederum durch die Special-Teams in Überzahl fiel. Erneut Ales Kreuzer und Patrik Dzemla sorgten mit ihren Powerplaytoren für klare Verhältnisse (54./55.). Zumindest konnte Markus Rohde mit einem platzierten Schuss in den Winkel bei "Vier gegen Drei" mit dem 2:6 Endstand noch ein bisschen Ergebniskosmetik betreiben (59.).

Schon am Sonntag treffen beide Mannschaften ab 17 Uhr zum Rückspiel in der Buchloer Sparkassenarena wieder aufeinander. Verzichten müssen die Buchloer dabei aber wohl auf ihren Verteidiger Dalibor De Carvalho, der das Eis in Höchstadt im letzten Drittel verletzungsbedingt vorzeitig verlassen musste.

Auch wenn die Buchloer vorerst mit einem Zähler weiter am Tabellenende bleiben, ist für die Rot-Weißen in der Zwischenrundengruppe B noch immer alles möglich. Denn der Abstand zum Vierten Dorfen beträgt lediglich einen Punkt, da die Eispiraten das Parallelspiel beim TEV Miesbach ebenfalls mit 5:7 verloren.

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