Sonthofen erwartet Memmingen zum FinaleERC Sonthofen

Sonthofen erwartet Memmingen zum FinaleSonthofen erwartet Memmingen zum Finale
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Dieses Derby hat von Haus schon eine starke Rivalität und nun trifft man sich im Finale. Sonthofen gegen Memmingen das heißt, Oberallgäu gegen Unterallgäu, die Bulls gegen die Indians, einfach nur Derby pur. Beide Vereine haben in ihrer Geschichte schon mehrmals gute und auch schlechte Zeiten erlebt. Aber immer wenn man gegeneinander antreten musste, war die sportliche Rivalität groß. Jeder hat sein Bestes gegeben, um den Sieg zu erringen. Auch die Fanlager beider Vereine haben immer alles gegeben, um ihr Team tatkräftig zu unterstützen. In der Vergangenheit haben die Bulls die letzten Derbys eindeutig dominiert. Dies ist jedoch ab dem ersten Bully im Finale Geschichte, denn Play-offs haben eigene Gesetze. Meister ist die Mannschaft, die zuerst drei Spiele gewinnt.

Der Finalgegner aus Memmingen ist in Sonthofen weitaus kein Unbekannter. Beide Mannschaften kennen sich und haben schon mehrmals die Schläger gekreuzt. Auch die Spielphilosophie beider Trainer ist jeweils dem anderen bekannt. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Überraschungen geben kann. Umstellungen in den Angriffsformationen, Änderungen auf wichtigen Positionen im Spielsystem und gewaltige Leistungssteigerungen einiger Spieler entscheiden die Play-offs. Dazu kommt natürlich auch noch das nötige Glück in den spielentscheidenden Phasen.

Memmingens Trainer Jogi Koch kann voraussichtlich auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Ob er dabei am Freitag mit seinen vier Angriffsreihen das Spiel beginnt, oder mit drei Reihen im Rhythmus spielt, wird man sehen. Er hat auf alle Fälle diese Option und kann damit ein sehr hohes Tempo mit seinem Team vorlegen.

Das Tor der Indians wird aller Voraussicht nach Martin Niemz hüten. In der Hauptrunde hatte er einen Gegentorschnitt von 3,23 Toren pro Spiel und in der Zwischenrunde 3,20. Dies zeigt, dass das Defensivverhalten der Indians einige Schwächen aufweist, denn drei Gegentore ist schon ein hoher Wert.

In der Verteidigung haben die Memminger einige Urgesteine. Besonders hervorzuheben ist dabei der Mannschaftskapitän Martin Jainz. Robustheit und Härte zeichnen ihn aus. Er geht seiner Mannschaft immer als Führungsfigur voraus. Für das Lager der Gegner wird er dabei manchmal auch zur Reizfigur. In der Strafenstatistik kommt er auf 88 Strafminuten und hat dabei acht Punkte für seine Mannschaft erzielt. Bei seiner Abwehrarbeit unterstützen ihn die Spieler, Hoffmann, Stotz, Tenschert, Schirrmacher, Schmelcher und Neumann. All diese Verteidiger wissen, wie man defensiv arbeitet und Tore verhindert werden.

Im Sturm sind die Indians auch überdurchschnittlich gut besetzt. An erster Stelle steht hier Patrick Zimmermann, der in der Hauptrunde insgesamt 55 Punkte für seine Mannschaft beisteuerte. Auch in der Zwischenrunde war er mit insgesamt acht Punkten der gefährlichste Angreifer der Indians. Ihm folgt dann Torjäger Alain Joanette mit erzielten fünf Toren und zwei Vorlagen. Der zu Beginn der Saison sehr in Frage gestellte Spieler hat sich immer besser integriert und ist nun ein sehr wichtiger Bestandteil der Mannschaft geworden. Aber auch Andreas Börner nach seiner Verletzung und Anton Pertl kommen immer besser in Fahrt und sind wichtige Stützen für ihr Team. Insgesamt ist die Angriffsformation der Memminger in der Breite sehr gut aufgestellt und immer gefährlich.

Für die Mannschaft um Trainer Dave Rich ist es jetzt an der Zeit, für die bisher gezeigte Leistung die Lorbeeren zu ernten. Das erklärte Ziel der Mannschaft ist die Meisterschaft und der Aufstieg in die Oberliga. Um dies zu schaffen, muss das Team nochmal eine hundertprozentige Leistung abliefern. Dabei müssen der Einsatz, die Konzentration und der Wille zum Sieg stimmen, um erfolgreich zu sein. Dass die Spieler des ERC dies können haben sie bisher bewiesen. Jetzt heißt es nochmals alles in den Play-off-Spielen abrufen und über die Schmerzgrenze hinausgehen. Dazu gehört es auch eventuelle Rückschläge zu verkraften und immer wieder aufzustehen. Mit der tatkräftigen Unterstützung des Sonthofer Anhangs sollte dies aber im Bereich des Möglichen liegen.

Ob am Freitag alle Spieler zur Verfügung stehen, entscheidet sich erst vor Spielbeginn. Welcher Spieler in welcher Reihe zum Einsatz kommt, wird durch den Trainer erst kurzfristig bestimmt. Wahrscheinlich wird auf der Torhüterposition Thomas Zellhuber beginnen, aber mit Jennifer Harß hat der ERC ja einen gleichwertigen Ersatz in der Mannschaft.

Was die Mannschaft des ERC Sonthofen bisher geleistet hat, das hat sie eindrücklich bewiesen. Daran gilt es nun anzuknüpfen, um sich zu belohnen.

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