Runde eins geht an WaldkraiburgEV Lindau

Runde eins geht an WaldkraiburgRunde eins geht an Waldkraiburg
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Die Möglichkeiten waren für die Lindauer von Anfang an dezimiert, mussten sie nicht nur auf den gesperrten Lubos Sekula, sondern kurzfristig auch auf Zdenek Cech verzichten. „Das ist soll keine Ausrede sein, aber wenn Dir Deine Topspieler fehlen wird die Aufgabe für kein Team der Liga einfacher“, sagte Sebastian Buchwieser. Der Lindauer Trainer stellte dann auch so wenig wie möglich um, um das funktionierende Gefüge nicht zu sehr zu strapazieren. Zudem musste die Situation, erstmals überhaupt in einem Halbfinale zu stehen, auch erst einmal bewältigt werden.

Das taten die Lindauer in der Anfangsphase erstaunlich gut. Hier hatten die Gastgeber zunächst mit etwas Nervosität vor 1387 Zuschauern zu kämpfen. Das ermöglichte Tobias Fuchs gleich die erste Chance, aus spitzem Winkel scheiterte er aber am guten EHC-Torhüter Patrick Vetter. Dies durfte man durchaus als Weckruf für den Vorrunden- und Zwischenrundenmeister sehen. Waldkraiburg, das durchgehend auf vier Sturmreihen vertrauen konnte, erhöhte das Tempo und scheiterte nach drei Minuten in Person des auffälligen Lukas Wagner am Pfosten. Danach hatten die Islanders etwas Pech. Nach einem missglückten Befreiungsschlag kassierten die Lindauer eine Strafe wegen Spielverzögerung und aus diesem ersten Powerplay heraus erzielten die Gastgeber die Führung. Nach sechs Minuten vollendete Wagner einen perfekten Spielzug über Andreas Paderhuber und Max Kaltenhauser zum 1:0.

Das verdauten die Islanders aber recht schnell und kamen zu weiteren – wenn auch eher zaghaften Offensiv- Aktionen. Michael Mlynek, der zunächst Cech in der ersten Reihe als Center vertrat, und Marks Olesko, der in die dritte Reihe aufrückte, hatten weitere Möglichkeiten für den EVL. Danach durften sich die Islanders erstmals in Überzahl versuchen – allerdings erfolglos. Daniel Pfeiffer und Tobias Feilmeier hatten anschließend Chancen für die Gäste – aber insgesamt wirkten die Löwen auf dem Weg zum Tor direkter und zwingender. Beinahe logisch fiel aus einer solchen Situation heraus das 2:0. Johannes Pfeiffer schoss die Scheibe in Richtung Varian Kirst, vor dem war viel Betrieb, so dass Lindaus Torhüter gegen den Abfälscher von Daniel Hämmerle chancenlos war. Der Zeitpunkt, 52 Sekunden vor der Pause, war mehr als unglücklich für die Lindauer. Aber noch in diesem Drittel hatten sie die ganz große Chance, erstmals zu treffen. Bernhard Leiprecht scheiterte allerdings in den letzten Sekunden knapp. „Das ist das alte Lied. Solche Chancen muss man dann einfach nutzen, um ins Spiel zurück zu kommen“, sagte der sportliche Leiter des EVL, Bernd Wucher. „Das gilt natürlich auch für das zweite Drittel. Aber insgesamt hat uns in manchen Szenen, hinten wie vorne, die Konzentration gefehlt. Da war mehr drin.“

Gerade im zweiten Abschnitt agierten die Islanders auf Augenhöhe und waren häufig nah dran an einem Anschlusstreffer. Waldkraiburg machte mit guter Raumaufteilung und disziplinierter Defensivarbeit den Lindauern das Leben zwar schwer, aber sie fanden doch ihre Spielanteile. So durften die knapp 200 mitgereisten Lindauer Fans, die eine gute und friedliche Atmosphäre verbreiteten, durchaus hoffen. Die größte Chance zum 2:1 hatte nach 28 Minuten Michal Mlynek der von Martin Sekera freigespielt knapp an der kurzen Ecke vorbei zielte.

Auch das einzige Powerplay im zweiten Drittel in der fairen Partie hatten die Lindauer – aber auch hier fehlte der Abschluss. Auf der anderen Seite hätte nach einer halben Stunde schon fast alles vorbei sein können, wenn Martin Hagemeister nicht ebenso freistehend gescheitert wäre, wie Spindler, der an Kirst scheiterte.

Den dritten Treffer holte der EHC im Schlussabschnitt aber recht bald nach. Auch dieser Treffer war typisch für das Spiel. Den Islanders fehlte im Laufduell ein Schritt und während Waldkraiburgs Philipp Spindler konsequent und mit feiner Technik in Richtung Tor zog, störten ihn die Lindauer nicht aggressiv genug und lagen nach 45 Minuten mit 0:3 zurück. „Dass es dann besonders schwer wird, ist auch klar. Aber wir haben die Köpfe nicht hängen gelassen und weiter gekämpft. Das zeigt, dass wir nie aufgeben“, sagte Team- Manager Sebastian Schwarzbart. In der Tat wurden die Lindauer für diesen Einsatz auch belohnt. Wieder war es eine gute Arbeit der dritten Reihe, die dafür sorgte. Daniel Pfeiffer schoss von der Seite, Keeper Vetter wehrte nach vorne ab, wo Sascha Paul stand und den Puck unter die Latte donnerte.

Noch einmal Hoffnung also für den EVL, der verbissen versuchte, den EHC noch irgendwie zu beeindrucken. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende ging Sebastian Buchwieser dann volles Risiko. Auszeit, Torhüter vom Eis und mit sechs Feldspielern versuchen, das 3:2 zu erzielen. Das Vorhaben ging aber vor allem deshalb schief, weil sich die Islanders nur eine Minute später einen katastrophalen Fehlpass leisteten, den Lukas Wagner aufnahm und zum leeren Tor spazieren konnte (58.). Schade, dass die Islanders nach dem 4:1 einen weiteren Fehler produzierten, den dann Kaltenhauser zu einem Solo nutzen konnte. Das 5:1 in der 59. Minute war dann sicherlich um ein oder zwei Tore zu hoch. Allerdings war der Sieg der Gastgeber über 60 Minuten hinweg absolut verdient – und die Höhe eines Resultats ist in den Play-offs ohnehin zweitrangig.

Runde eins geht also an den Favoriten. Nun müssen die Islanders am Freitag gewinnen, um ein entscheidendes drittes Spiel zu erzwingen und das Saisonende zu vermeiden. Es werden spannende Tage bis dahin.

Jetzt die Hockeyweb-App laden!