River Rats Geretsried gewinnen verrücktes Spiel gegen die HawksOffensivspektakel in Haßfurt

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Zu den Langzeitverletzten Tauber und Götz gesellten sich unter der Woche noch Stephan Englbrecht sowie Michi Wiedenbauer dazu. Somit fallen bis Saisonende gleich vier Verteidiger aus. Zudem musste der ESC auch noch auf Christian Heller, Nico Wischnewsky und Stefano Rizzo verzichten. Trotzdem startete das Team von Sebastian Wanner und Peter Holdschik, dem breiten Kader und der Rückkehr von Luis Rizzo sei Dank, mit drei kompletten Reihen. An der Zielvorgabe änderte sich jedoch nichts, Zählbares mit nach Hause nehmen war die Mission. Die Gastgeber, in der Theorie Zuhause noch ohne einen einzigen Punktverlust, hatten da natürlich ganz andere Pläne.

Am Anfang kein Gegentor und frühe Strafzeiten vermeiden, so die Vorgabe von Trainer Sebastian Wanner. Beides klappte nur mittelmäßig. Zwar überstanden die Rats ihre erste Unterzahl, doch mit einem verdeckten Schuss sorgte Franek trotzdem für die frühe Führung (6.). Beide Teams spielten mit offenem Visier, an Torchancen mangelte es nicht. Nachdem Haßfurt einen Konter vergab, schlugen die Rats im direkten Gegenzug zurück. Ondrej Horvath versenkte seinen Alleingang mit einem platzierten Schuss auf die Stockhandseite zum Ausgleich hinter Hawks-Torwart Hildenbrand (9.). Verteidigen wurde weiterhin nicht besonders groß geschrieben, es entwickelte sich ein vogelwildes Spiel. In Überzahl führte ein weiterer Scheibenverlust im Aufbau zu einem Konter der Gastgeber, der wiederum in einem Penalty gipfelte. Diesmal jedoch behielt Morczinietz gegen Franek die Oberhand. Mit dem 1:1 ging es zum ersten Pausentee, es hätte auch gut und gerne 3:3 stehen können.

Ihre Unterzahlqualitäten zeigten die Rats zu Beginn des zweiten Drittels. Ondrej Horvath bediente Sturmpartner Klaus Berger bei einem Konter perfekt, mit der Rückhand landete die Scheibe zum 1:2 im Kasten der Hawks (22.). Daniel Merl hätte um Haar nachlegen können, doch sein Versuch klatschte nur an den Pfosten. Die Hausherren stürmten weiter mit Mann und Maus nach vorne, prompt versenkte Bene May den nächsten Konter zum 1:3 (29.). Diesmal hatte Haßfurt die passende Antwort und Sramek hämmerte den Puck per Schlagschuss in das linke Kreuzeck (30.). Wie nah Glück und Pech zusammen liegen können, zeigte die nächste Szene. In Überzahl knallte Ondrej Horvath die Scheibe an den Pfosten, Hildenbrand hätte wohl keine Chance gehabt. Haßfurt jedoch spielte den schnellen Pass auf Sramek, der eiskalt gegen Morczinietz zum 3:3 verwandelte (33.). Einen Treffer Marke „Tor des Monats" packte dann Ondrej Horvath aus. Während die Rats in eigener Überzahl noch froh sein durften, bei zwei gefährlichen Angriffen der Gastgeber keinen Treffer hinnehmen zu müssen, packte der ESC-Topscorer auf der anderen Seite ganz tief in die Trickkiste. An der blauen Linie vernaschte er seinen Gegenspieler und ließ Hildenbrand mit seinem Schuss an den Innenpfosten anschließend keine Chance (40.).

Wer seine Herztabletten zu diesem Zeitpunkt noch nicht genommen hatte, sollte dies spätestens jetzt nachholen, denn der Schlussabschnitt fügte sich nahtlos in das bisherige Spiel ein. Ondrej Stava krönte direkt nach Wiederbeginn einen seiner nicht seltenen Ausflüge mit dem 3:5 (41.). Haßfurt reagierte mit wütenden Angriffen, nahm Martin Morczinietz gewaltig unter Beschuss und hätte beinahe den nächsten May-Konter hinnehmen müssen. Die Hawks ließen nicht locker und spielten eine 2:1-Situation mit einem Tor von Trübenekr souverän zum 4:5 zu Ende (49.). Es war einfach ein verrücktes Eishockeyspiel, direkt im nächsten Angriff traf Martin Köhler aus dem Gewühl zum 4:6 (49.). In diesem Tempo ging es weiter, nächster Angriff, nächstes Tor. Diesmal war Franek für die Hausherren erfolgreich, es kehrte keine Ruhe ein (50.). Es passte perfekt, dass Stava die Führung ausgerechnet in Unterzahl wieder auf zwei Tore ausbauen konnte (55.). Für Beruhigung sorgte der Treffer aber nicht, denn in diesem Spiel war wirklich alles möglich. Den Hawks rannte allerdings die Zeit davon und so sorgte Daniel Merl mit einem Schuss in das verwaiste Tor für die endgültige Entscheidung (60.).