Piraten verkaufen sich trotz Niederlage am Bodensee teuerBuchloer Chancen auf das Viertelfinale schwinden

Piraten verkaufen sich trotz Niederlage am Bodensee teuerPiraten verkaufen sich trotz Niederlage am Bodensee teuer
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„Für uns wäre heute sicher mehr drin gewesen, aber Lindau hat unsere Fehler in der Defensive clever ausgenutzt“, sagte ESV-Trainer Topias Dollhofer, der zu allem Überfluss während des Spiels auch noch den verletzungsbedingten Ausfall des kürzlich erst wiedergenesenen Tobias Kastenmeier verkraften musste, der nach einem Check unvorbereitet in die Bande krachte und ins Krankenhaus gebracht wurde.

Dabei hatte das Derby am Bodensee eher zerfahren begonnen. Erst nach und nach kamen die favorisierten Lindauer besser in die Partie und hatten durch Jeffrey Smith die erste Gelegenheit, die ESV-Keeper Daniel Blankenburg aber sehenswert mit der Fanghand parierte (7.). Buchloe lauerte zunächst auf Lücken und kam mit einigen Gegenstößen auch mehrmals gefährlich vor das Lindauer Gehäuse. So hatte Markus Vaitl die bis dahin beste Chance zum 1:0, doch er visierte nur den Außenpfosten an (7.). Auch im Anschluss blieb der Oberligist aber die druckvollere Mannschaft, sodass das 0:1 nach zehn Minuten in der ersten Überzahlmöglichkeit durch Zdenek Cech die logische Folge war. Mehr Zählbares sollte dem EVL allerdings trotz einiger guter Einschussmöglichkeiten im ersten Durchgang nicht mehr gelingen, auch weil Blankenburg wie beim Alleingang von Andreas Farny wachsam blieb.

Im Mitteldrittel fiel dann aber doch schnell und viel zu leicht das 0:2. Nach einem Bullygewinn der Islanders netzte Alex Katjuschenko ein (24.). Für Katjuschenko sollte es aber die letzte Aktion des Spiels bleiben, da er Sekunden später Tobias Kastenmeier so unglücklich checkte, dass dieser unvorbereitet und ohne die nötige Körperspannung mit dem Kopf voraus in die Bande prallte. Der ESV-Stürmer, der in diesem Jahr bereits zwei schwere Verletzungen erleiden musste, wurde nach minutenlanger Unterbrechung mit der Trage vom Eis gebracht und ins Krankenhaus gefahren. Katjuschenko wurde dagegen mit einer Spieldauerstrafe in die Kabine geschickt. Die fünfminütige Überzahl für den ESV sollte dann aber anfangs erst einmal nach Hinten losgehen, da der durchgebrochene Andreas Farny mit einem Konter zum 0:3 traf (25.). Trotz des nächsten Nackenschlages gaben die Pirates aber dennoch nicht auf. Während Max Dropmann zunächst erneut nur ans Aluminium traf, machte es Oliver Braun besser, als er einen Schuss von der blauen Linie zum 1:3 abfälschte (28.). Doch die Freude über den Anschlusstreffer währte nur kurz, da die Hausherren nur eine Minute später immer noch in Unterzahl durch Sascha Paul den alten Abstand wieder herstellten. Buchloe fightete aber unbeeindruckt weiter und profitierte nun auch von einigen Undiszipliniertheiten der Gastgeber, die somit immer wieder auf die Strafbank wanderten. So verkürzte David Vycichlo im Powerplay aus kurzer Distanz auf 2:4 (32.) und nur zwei Minuten später abermals mit einem Mann mehr auf dem Eis sogar auf 3:4, was den Oberligisten wieder mächtig ins Wanken brachte. Denn die Buchloer schnupperten jetzt gewaltig am Ausgleich, der aber bis zur zweiten Pause dennoch nicht fallen sollte.

Mit einem knappen Rückstand ging es also ins letzte Drittel, in dem die Lindauer nun etwas defensiver und vor allem wieder deutlich disziplinierter agierten. Und mit gefährlichen Gegenstößen blieben die Islanders stets gefährlich. So fiel schließlich nach 52 Minuten auch die Vorentscheidung, als Sascha Paul zum 3:5 traf. Die Buchloer gaben sich zwar nie auf, konnten aber nicht wie zuletzt noch einmal zulegen und kassierten im Anschluss durch einen satten Blueliner von Jeffrey Smith in Überzahl sogar noch den 3:6-Endstand (57.).

Nach dieser Niederlage ist der Rückstand der Buchloer auf die viertplatzierten Miesbacher somit vor den letzten beiden Spielen am Freitag in Landsberg (20 Uhr) und am Sonntag zu Hause gegen Miesbach (17.30 Uhr) auf fünf Punkte angewachsen.