Meistercoach Zerwesz weiter an der Bande der LöwenTrainer bleibt in Waldkraiburg

Meistercoach Zerwesz weiter an der Bande der LöwenMeistercoach Zerwesz weiter an der Bande der Löwen
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Recht ruhig war es nach dem Titelgewinn der Löwen am 8. April geworden und das hatte einen Grund: Lange Zeit war nicht klar, in welcher Liga der EHC Waldkraiburg, durch den Meisterschaftserfolg zum Aufstieg in die Oberliga Süd berechtigt, denn nun antreten würde. Die Vorstandschaft wollte eigentlich unbedingt in die dritte Liga, doch hielt das Stadion mit der alten Holzbande den Vorgaben des Deutschen Eishockey-Bundes nicht stand. Nicht nur hier bekanntlich das Plexiglas, auch war die Bande nicht vorschriftsgemäß was Härte und Nachgiebigkeit anging; zudem ist eine Eisbereitung zur Augustmitte, wie ebenfalls gefordert, noch nicht möglich. Weder Verein, noch der Eigentümer des Stadions sahen sich in der Lage, speziell die Kosten für die Bande – kolportierte knapp 100.000 Euro – zu übernehmen und so musste trotz positiver Rückmeldung der Sponsoren bezüglich des Abenteuers Oberliga Süd der Aufstiegsverzicht erklärt werden. Rainer Zerwesz hatte bereits in einem Fernsehbericht erklärt, dass er in der Oberliga nicht mehr als Trainer zur Verfügung stünde, da sich dies zeitlich nicht mit Beruf und Privatleben vereinbaren ließe. Mit dem Verbleib in der höchsten bayerischen Spielklasse änderte sich dies nun aber und nach Rücksprache mit Ehefrau Katja Zerwesz war die Entscheidung gefallen: „Diese Mannschaft ist zu jung und zu gut. Da kann ich einfach nicht aufhören“, erklärte Zerwesz, der unmittelbar nach der Saisonabschlussfeier des EHC mit der Gattin in den Urlaub flog. „Wir haben abschalten können und dann darüber gesprochen, wie es weitergeht. Ich bin sehr froh, dass meine Frau so hinter mir steht und mir weiter den Rücken freihält“, so der 47-Jährige weiter.

Als Spieler wurde Rainer Zerwesz dreimal deutscher Meister mit der Düsseldorfer EG, spielte insgesamt 13 Jahre in der höchsten Liga der Bundesrepublik und lief auch für die Nationalmannschaft auf. 2003 kam er aus Düsseldorf zurück zum EHC Waldkraiburg in die Bayernliga, verletzungsbedingt musste er vier Jahre später die Schlittschuhe aber an den Nagel hängen. Da er den Sport jedoch weiterhin im Herzen trug, blieb er den Löwen treu und trainierte im Nachwuchs auch einige seiner heutigen Spieler, mit denen er jetzt die Bayerische Meisterschaft erringen konnte.

Mit dieser wichtigen personellen Entscheidung auf dem Trainerstuhl soll es jetzt noch vor dem Start des Sommertrainings an die weitere Kaderzusammenstellung gehen. Kapitän Max Kaltenhauser und Sturmkollege Lukas Wagner haben bereits einen gültigen Vertrag für die kommende Spielzeit, Torjäger Michael Trox unterschrieb während der letzten Playoffs bereits sogar bis 2018. In der Defensive hatten Tim Paschedag und Philipp Seifert schon in der Vorsaison einem Zwei-Jahres-Kontrakt zugestimmt, dennoch soll es punktuelle Veränderungen im Kader des Meisters geben.