Islanders schlagen Tabellenführer DorfenAlle Tore im Mitteldrittel

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Mit einem hochverdienten Sieg über Tabellenführer ESC Dorfen rehabilitierten sich die EV Lindau Islanders für die deutliche Pleite in Miesbach zwei Tage zuvor. Die Lindauer gewannen eine hart umkämpfte Partie mit 4:2 (0:0, 4:2, 0:0).

885 Zuschauer waren Zeuge eines spannenden und intensiven, teilweise auch rauen Spiels, in dem sich der Tabellenführer zumeist nur auf die Defensive und das Zerstören des Lindauer Spiels konzentrierte. Das machte das Ziel der Lindauer, einen Heimsieg einzufahren, nicht einfacher. Eine frühe Führung hätte weiterhelfen können, die verpasste allerdings Marko Babic im Nachschuss nach 56 Sekunden. Die Anfangsoffensive der Lindauer wurde nur durch ein Powerplay der Gäste unterbrochen, wobei diese ihre ersten Chancen hatten, die der stets umsichtige EVL- Goalie Sebastian Reisinger aber vereitelte.

Pech hatten die Lindauer in der zwölften Minute, als Sascha Paul im Zweikampf Dorfens Verteidiger Kroner unglücklich im Gesicht traf und mit einer Spieldauer- Disziplinarstrafe wegen Verletzungsfolge vom Eis musste. Dies hatte zunächst keine weiteren Nachteile für die Islanders, weil der ESC in dieser Phase überhart agierte und sich selbst dezimierte. So musste Gästestürmer Tobias Feilmeier nur wenig später wegen eines üblen Stickstichs gegen seinen ehemaligen Mitspieler Zdenek Cech vollkommen zurecht ebenfalls frühzeitig duschen.

Danach dominierten die Islanders wieder das Spiel, machten aber zu wenig aus Ihren Chancen. Mario Seifert traf in Überzahl den Pfosten, Philipp Haug scheiterte mit der Rückhand ebenso am überragenden ESC Keeper Andreas Tanzer, wie Zdenek Cech kurz vor der Pause. „Wir sind schon ein wenig an Tanzer verzweifelt“, sagte EVL- Trainer Sebastian Buchwieser. „Aber wir haben geduldig und konsequent weitergespielt und sind dafür belohnt worden.“

So machten die Islanders mächtig Druck und bestürmten das Tor von Tanzer weiter konsequent. Allerdings hatten auch die Eispiraten zweimal die Führung auf dem Schläger, aber Christian Göttlicher und Ernst Findeis scheiterten zweimal am glänzend reagierenden Reisinger. „Er hat heute eine starke Leistung gezeigt, wurde selten geprüft, war dann aber voll da“, lobte Buchwieser.

Nach 28 Minuten konnten dann die Lindauer endlich den Bann brechen. Zunächst traf Zdenek Cech bei der ersten Lindauer Überzahl im zweiten Durchgang nur die Oberkante der Latte, dann aber fand Jiri Mikesz mit seinem Querpass Steffen Kirsch, der drei Sekunden vor Ablauf der Strafe zum 1:0 unter die Latte traf. Somit nutzte Kirsch, der Paul nach dessen Strafe ersetzte, seine Eiszeit konsequent.

Leider verpassten es die Lindauer im Nachsetzen sofort das zweite Tor nachzulegen und gerieten ihrerseits in Schwierigkeiten. Als sie einmal die Ordnung in der eigenen Zone verloren war es letztlich Florian Fischer, der mit einem „Baseball- Tor“ sehenswert den Puck volley zum 1:1 ins Lindauer Tor drosch (31.). In einer Phase, in der das Spiel zu einem offenen Schlagabtausch wurde, setzte aber der EVL den nächsten Akzent. Nur zwei Minuten später beschenkte Martin Sekera an seinem 44. Geburtstag (!) sich selbst, sein Team und die EVL- Fans, in dem er sich durch die ESC Abwehr tankte und sein Solo mit dem 2:1 abschloss. Aber auch diese Führung hielt nicht lange. Die Gäste konnten postwendend in Überzahl durch Göttlicher, der einen Schuss von Lukas Miculka abfälschte wieder ausgleichen (34.).

Aber auch davon ließen sich die Islanders nicht beeindrucken. Dabei kamen ihnen Undiszipliniertheiten der Eispiraten entgegen, die unnötige Strafen kassierten. Zwei davon am Stück brachten den Gastgebern einen doppelten personellen Vorteil, den sie perfekt nutzten. Zunächst war Zdenek Cech am Handlungsschnellsten, als er nach einem harten Schuss von Lubos Sekula den Abpraller zum 3:2 über die Linie bugsierte (39.). Nur 24 Sekunden später war es derselbe Spieler, der mit einem Direktschuss erstmals einen zwei Tore Vorsprung für die Lindauer herausschoss. Das Tor zum 4:2 war gleichzeitig der 100. Saisontreffer der Islanders – aktuell die meisten in der Bayernliga.

Von diesem Rückstand nach einem turbulenten Mitteldrittel erholte sich der Tabellenführer nicht mehr. Allerdings versäumten es die Islanders auch, im Schlussabschnitt mit einem fünften Tor für endgültige Klarheit zu sorgen. Michal Mlynek (44. Pfosten) und Marko Babic (48., knapp drüber) hatten die besten Chancen dazu. Es hätte durchaus noch spannend werden können, hätte der ESC ein Unterzahlbreak in der 49. Minute genutzt, bei dem einmal mehr Reisinger einem Gästetreffer im Weg stand. Auch bei einer doppelten Dorfener Überzahl waren Torwart und Defensive der Islanders für anderthalb Minuten voll gefordert (51.), überstanden die heikle Situation aber dank großer Einsatzbereitschaft. Danach hatte der ESC endgültig nichts mehr zuzusetzen und gab die Partie verloren. Die Lindauer brachten den verdienten Sieg dann zur Freude der zahlreichen Fans sicher nach Hause.  

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