Islanders schlagen den VorrundenmeisterEV Lindau

Islanders schlagen den VorrundenmeisterIslanders schlagen den Vorrundenmeister
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Auch wenn beide Teams schon zuvor für die Play-offs qualifiziert waren und die Partie nicht mit hundertprozentiger Verbissenheit geführt wurde, so wollte sich doch keine Mannschaft eine Blöße geben. Dies war die Grundlage dafür, dass die 650 Zuschauer eine sehenswerte Partie geboten bekamen, da spielerische Elemente im Vordergrund standen. 

Wobei zunächst einmal die Taktik dominierte. Waldkraiburg trat leicht ersatzgeschwächt an – unter anderem fehlte Kapitän und Topscorer Max Kaltenhauser wegen seiner dritten Zehnminutenstrafe, zeigte aber von Beginn an sein gut strukturiertes gradliniges Spiel. Dem hielten die Islanders nicht nur große Disziplin, sondern auch viel Einsatz entgegen. Gerade im gegnerischen Drittel spielte der EVL sehr druckvoll und kam schon nach fünf Minuten durch Marco Miller zur ersten guten Chance, die EHC-Keeper Fabian Birk vereitelte. Schon eine Minute später hatte Alex Katjuschenko die nächste Möglichkeit, setzte ein Zuspiel von Zdenek Cech aber an das Außennetz.

Aber auch in der Defensive agierten die Lindauer ordentlich. Die erste Unterzahl überstanden sie nach acht Minuten ohne große Probleme, danach hatten sie durch Bernhard Leiprecht, der freistehend an Birk scheiterte, die nächste gute Möglichkeit (11.). Richtig gefährlich wurde es für die Islanders erst kurz vor Ende des Abschnitts, als sie bei eigener Überzahl Waldkraiburgs Jakub Marek eine Chance gewährten, die dieser aber nicht nutzte.

Der zweite Abschnitt verlief ebenfalls ausgeglichen, wobei sich beide Teams weitgehend neutralisierten. Die Gäste erspielten sich allerdings zuerst leichte Vorteile. So hatte Martin Führmann in der 24. Minute die große Chance zur Führung, allerdings setzte er seinen Schlenzer am Winkel vorbei. Konsequenter waren da erneut die Islanders. Eine halbe Stunde war gespielt, als sich Alex Katjuschenko gekonnt am rechten Flügel durchsetzte und Cech anspielte. Der brachte die Scheibe vor das Tor, wo Tobias Feilmeier eiskalt zum 1:0 verwandelte. Dies ließ die Lindauer noch befreiter aufspielen, so dass ihnen doch einiges Kreatives gelang. Ein Grund, warum die Gäste Strafen zogen und fünf Minuten später doppelt in Unterzahl gerieten. Dies nutzten die Lindauer wiederum aus und gingen durch einen satten Schuss von Tobias Fuchs mit 2:0 in Führung (35.) – weil seine Mitspieler Birk im Gästetor die Sicht genommen hatten.

Logisch, dass der EHC, der in regulärer Spielzeit noch keine Partie in dieser Saison verloren hatte, dies nicht auf sich sitzen lassen wollte. Die Partie bekam nun die Farbe, die EVL-Coach Sebastian Buchwieser künftig erwartet. „In der Zwischenrunde wird die Intensität sicher höher sein. Aber heute war schon ein guter Test.“ Zumal die Oberbayern bis zum Ende des Drittels den Druck erhöhten und auch zu Möglichkeiten kamen, die der starke Beppi Mayer im EVL- Tor allerdings vereitelte. Daran knüpften die Gäste auch im Schlussabschnitt an – aber die Lindauer blieben stets gefährlich. „Wir sind nie zu passiv geworden und haben das Spiel gut gelesen“, sagt der sportliche Leiter Bernd Wucher.

Daniel Pfeiffer hätte in der 45. Minute den Vorsprung wieder ausbauen können, sein Abfälscher nach Zuspiel von Martin Sekera wurde aber von Birk abgewehrt. Dies rächte sich nur eine Minute später, als die Lindauer Martin Hagemeister etwas zu viel Platz ließen. Aus der Drehung konnte er verdeckt zum Anschlusstreffer einschießen. Die Gäste versuchten noch mehr, den EVL unter Druck zu setzen, aber die Lindauer blieben klar und stabil in ihren Aktionen, überstanden acht Minuten vor dem Ende auch ein Powerplay der Gäste. Auf der anderen Seite hätte Cech in der 57. Alles klar machen können, aber auch sein abgefälschter Schuss fand nicht ins Ziel.

„Bemerkenswert war, dass wir auch in den letzten Minuten nie wirklich ins Wanken gekommen sind“, sagte Wucher. „Es zeigt, dass uns Buchloe keinen Knacks gegeben hat.“ Nicht einmal ansatzweise kam Waldkraiburg noch zu einer Ausgleichschance, was den Lindauer Anhang groß jubeln ließ. Einmal mehr zeigte sich, dass die Lindauer Fangemeinde einen großen Anteil daran hat, dass die Islanders kein einziges ihrer zwölf Heimspiele in der Vorrunde in regulärer Spielzeit verloren. In jedem Spiel gepunktet, Neunmal davon dreifach – das ist definitiv eine Basis um die anderen vier Topteams in der Zwischenrunde weiter etwas ärgern zu können.

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