Islanders machen Play-off-Heimrecht perfektChance auf Platz 1

Islanders machen Play-off-Heimrecht perfektIslanders machen Play-off-Heimrecht perfekt
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Die EV Lindau Islanders gehen mit Heimrecht ins Play-off-Viertelfinale. Nach dem dramatischen 5:4 (0:3, 2:0, 3:1)-Sieg gegen den TSV Peißenberg haben die Lindauer sogar noch die Chance den ersten Platz ihrer Zwischenrundengruppe zu erreichen.

Dazu wären weitere drei Punkte in Peißenberg notwendig. Dass dies möglich ist, zeigten die Islanders mit ihrem bemerkenswerten Comeback nach 0:3-Rückstand. Trotz des unfreiwillig spielfreien Freitags suchten beide Teams nicht lange nach ihrem Rhythmus und zeigten den 655 Zuschauern eine Partie, die bereits Playoff- Charakter hatte. Die erste Chance hatten zwar die Islanders durch Steffen Kirsch, der nach fünf Minuten aus spitzem Winkel scheiterte. Den ersten Treffer machten aber die Gäste zwei Minuten später. Einmal mehr traf EVL-Schreckgespenst Tyler Wiseman, der bei doppelter Überzahl des TSV mit einem satten Direktschuss das 0:1 erzielte – Saisontor Nummer acht für ihn gegen die Islanders. Die Lindauer waren danach um den Ausgleich bemüht, hatten gerade bei fünf gegen fünf auch gute Momente, im Abschluss waren sie aber entweder zu zögerlich, zu umständlich und auch zu wenig treffsicher. Erstaunlich viele Schüsse – auch bei Überzahl – verfehlten das Gästetor. So vergab auch Marko Babic in der zehnten Minute freistehend die beste Möglichkeit der Islanders zum Ausgleich.

Besser machten es die Gäste, die stets ein brandgefährliches Powerplay aufzogen, die Scheibe schnell bewegten und die Lindauer- Penaltykiller schlecht aussehen ließen. In der 17. Minute passte Wiseman quer auf Dennis Neal, dessen Direktschuss von der Seite – nicht unhaltbar - den Weg ins EVL Tor fand. Damit noch nicht genug, zu allem Überfluss kassierten die Islanders noch ein Tor bei eigener Überzahl, das bei engagierterem Eingreifen im Laufduell nach hinten vielleicht zu verhindern gewesen wäre. So hatte Wiseman freie Bahn, passte perfekt zum mitgelaufenen Manfred Eichberger, der nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte (18.).

„So ist das manchmal im Eishockey“, sagte EVL-Coach Sebastian Buchwieser. „Man legt sich für das Spiel einen Plan zurecht und kann ihn nach drei unglücklichen Gegentoren wieder dorthin wegtun, wo er herkam.“ Teil Eins der Planänderung war ein sofortiger Torwartwechsel von Beppi Mayer zu Sebastian Reisinger. Ein Signal das funktionierte. Reisinger hielt sehr gut und wurde von seinen Vorderleuten fortan wesentlicher besser unterstützt, als zuvor Mayer.

Mit der größeren Stabilität in der Defensive ging auch mehr Konsequenz in der Offensive einher. Im zweiten Durchgang spielten die Islanders auf ein Tor und erarbeiteten sich Chance um Chance. „Es gab keinen Grund, in der Kabine laut zu werden, denn wir haben davor ja nicht schlecht gespielt“, sagte Buchwieser. Dennoch wirkte sein Team jetzt wesentlich bissiger. Allen voran Lubos Sekula, der mit unbändigem Siegeswillen sein Team immer wieder vorantrieb und letztendlich das Duell der Kontingentspieler gegen Peißenbergs Kanadier Wiseman gewann. Hinten räumte der Slowake konsequent ab und nach vorne tankte er sich in der 24. Minute unwiderstehlich durch und traf zum 1:3.

Steffen Kirsch – ebenfalls mit seiner Beweglichkeit und Giftigkeit ein großer Aktivposten des EVL -  hatte gleich danach die Chance zum Anschluss, verfehlte aber das leere Tor. Zdenek Cech scheiterte am grandios haltenden Jakob Goll im TSV Tor, Johan Katjuschenko zielte bei einem Break knapp vorbei – fast im Minutentakt erspielten sich die Islanders große Torchancen. Die „Eishackler“ hatten allerdings auch eine Großchance auf dem Schläger, als Mario Seifert die Scheibe kurz vor der Linie gerade noch wegschlagen konnte (33.). Nur wenig später verkürzten die Lindauer dann auf 2:3. Wieder war ein Verteidiger der Ausgangspunkt. Philip Haug setzt sich mit einem starken Antritt wuchtig durch und fand Steffen Kirsch, der nach 36 Minuten zum 2:3 traf.

„Wie wir ins Spiel zurückgefunden haben, das war ganz groß von meiner Mannschaft“, lobte Buchwieser den Siegeswillen seines Teams, das sich auch von einem weiteren Rückschlag nicht entmutigen ließ. Denn nach 44 Minuten kassierten die Islanders erneut einen Gegentreffer bei eigener Überzahl. Wieder wurden sie überlaufen, Valentin Hörndl passte zum freistehenden Florian Barth und es stand 2:4. Enorm wichtig war dann aber, dass noch im selben Powerplay Lubos Sekula mit einem leicht abgefälschten Schuss von der blauen Linie eine Minute später den erneuten Anschluss herstellte.

Sofort liefen die Lindauer wieder auf allen Zylindern und setzten die Gäste unter Druck. Sie nahmen dabei ein hohes Risiko – so dass auch Peißenberg wieder zu Chancen kam. Reisinger verhinderte zweimal das 3:5, dann war aber die Zeit für den Ausgleich gekommen. Wieder war es eine Überzahl, wieder war es ein knallharter Schuss, von „Hammer-Lubos“ Sekula der sein Ziel fand, weil Haug Goll die Sicht nahm (47.). Für Sekula war es das dritte Tor an diesem Abend, in der Zwischenrunde schon Volltreffer Nummer Acht.

Bis zum Ende bekamen die Zuschauer einen atemberaubenden, offenen Schlagabtausch zweier sehr guter Mannschaften zu sehen, Werbung für die noch kommenden Spiele. Die Gäste hatten noch einmal in Überzahl die Chance, wieder in Führung zu gehen, vergaben diese aber genauso, wie auf der anderen Seite Marko Babic, der nur das Außennetz traf.

Letztendlich war es der etwas größere Wille und die Konsequenz, die das Spiel zugunsten des EVL entschieden. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende zogen Zdenek Cech, Jiri Mikesz und Marko Babic noch einmal mit Wucht zum gegnerischen Tor, Goll konnte zunächst abwehren, aber den zweiten Nachschuss stocherte Marko Babic zum 5:4 über die Linie. Ein typisches Play-off-Tor: Nicht schön, aber so was von wichtig:

Denn durch diesen Sieg haben die Islanders nun Heimrecht im Play-off-Viertelfinale sicher, das am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) beginnt. Wer der Gegner in der Eissportarena ist, hängt vom Ausgang des Nachholspiels am Freitag (19.30 Uhr) in Peißenberg ab. Holen die Islanders wieder drei Punkte – und nur dann - sind sie Erster der Zwischenrunde und empfangen den ESC Dorfen – ansonsten kommt der TEV Miesbach in die Eissportarena.

Tore: 0:1 (06:20) Wiseman (Eichberger, Lenz – 5:3); 0:2 (16:08) Neal (Wiseman, Maier – 5:4); 0:3 (17:47) Eichberger (Wiseman – 4:5); 1:3 (23:50) Sekula (A. Katjuschenko, Paul); 2:3 (36:46) Kirsch (Sekera, Haug); 2:4 (43:11) Fl. Barth (Hörndl – 4:5); 3:4 (44:23) Sekula (Sekera, Mlynek – 5:4); 4:4 (46:46) Sekula (Mlynek, Sekera – 5:4); 5:4 (57:28) Babic (Mikesz, Cech). Strafen: Lindau 14, Peißenberg 18. Zuschauer: 665.

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