Islanders haben die Bayernliga Play-Offs erreichtEV Lindau

Islanders haben die Bayernliga Play-Offs erreichtIslanders haben die Bayernliga Play-Offs erreicht
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18 Sekunden vor dem Ende schien das spannende Derby vor 775 Zuschauern gelaufen zu sein. Die Islanders führten mit 4:3 und hatten gegen die Gäste, die Torhüter Stefan Horneber zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen hatten, die Scheibe erobert. Allerdings brachte Marks Olesko das Kunsstück fertig, den Puck an den Pfosten des leeren Tores zu setzen. Buchloe bekam die Chance eines letzten Angriffs und nutzte diesen fünf Sekunden vor Ende zum Ausgleich. Dass die konsternierten Lindauer anschließend auch das Penaltyschießen verloren ist in dem Zusammenhang menschlich – gehört beim EVL in dieser Saison aber wohl auch zum Standard.

„Kurz war die Enttäuschung da, das kann ich verstehen und das ist auch okay. Aber ich sehe nicht ein, dass hier jetzt groß getrauert wird. Wir haben schließlich unser erstes Etappenziel in dieser Saison erreicht. Darüber sollte, nein, muss man sich freuen“, forderte EVL- Präsident Marc Hindelang. Zwei Spieltage vor Schluss habe man dies bereits erreicht und das vollkommen zurecht. Dass Platz Vier kein Zufall ist zeigten die Islanders über weite Strecken des Spiels gegen einen „unerschrockenen Gegner“, so EVL- Coach Sebastian Buchwieser. „Es war sicher nicht unser bestes Spiel, weil der Druck, diesen einen Punkt machen zu müssen uns doch etwas gelähmt hat, aber es gab einiges Gutes“. Vor allem waren die Islanders immer dann gefährlich, wenn sie schnell umschalten konnten. Das taten sie bereits in der dritten Minute, als Marco Miller einen klugen Querpass von Martin Sekera zum 1:0 in den Winkel bombte. Gleich darauf hatte Alex Katjuschenko die Chance zu erhöhen, nachdem Zdenek Cech den Puck eroberte und ihn klug freispielte, er scheiterte aber an Horneber. Von Anfang an war den Fans in der Eissportarena also etwas geboten, woran auch die Allgäuer ihren Anteil hatten und nach fünf Minuten jubeln durften. In Unterzahl konnten die Islander nach dem Bully den Puck nicht klären, so dass Thomas Kastenmeier in Nachschuss gegen Varian Kirst ausgleichen konnte. Die Antwort folgte aber wieder drei Minuten später. In doppelter Überzahl war Martin Sekera nach Zuspiel von Jiri Mikesz zum 2:1 erfolgreich. Weiter ging es hin und her, Buchloes Daniel Huhn zielte bei einem Unterzahl- Konter zu hoch und verpasste den erneuten Ausgleich, ehe Martin Sekera erneut erfolgreich war. Wieder kam der Querpass von Mikesz, wieder war der 43jährige erfolgreich, obwohl sein Einsatz wegen einer Viruserkrankung bis am Spieltag fraglich war. Passend zu seinem starken Auftritt wurde der Stürmer noch als Spieler des Monats Dezember ausgezeichnet. Die Fans bewiesen beim Voting in der LZ also ein gutes Näschen. Übertroffen wurde er an diesem Abend allerdings von Buchloes Patrick Weigant, der drei Treffer erzielte, beginnend mit dem 3:2 im Powerplay, als er nach einem feinen Trick einnetzte (18.).

Sekera hätte aber auch einen Hattrick erzielen können, allerdings reagierte Horneber bei seinem Lupfer kurz nach Wiederbeginn glänzend. Danach verloren die Lindauer etwas den Faden, was den Gästen mehr Spielanteile bescherte. Immer häufiger geriet Kirst in den Blickpunkt. „Buchloe war im zweiten Drittel besser und gradliniger“, sagte Buchwieser, der sich dennoch über das 4:2 freuen konnte. In Überzahl bauten die Lindauer von hinten aus das Spiel gut auf, danach war es wieder Marco Miller, der erneut einen Querpass von Mikesz zum 4:2 nutzen konnte. Dass dies noch nicht die Entscheidung war, ließ die 35. Minute erahnen, als Danko Deveri freistehend nur den Pfosten traf und den erneuten Anschluss verpasste. Aber die kampfstarken Gäste blieben dran und bekamen weitere Möglichkeiten. Auch zu Beginn des letzten Drittels, nachdem die Lindauer den angeschlagenen Varian Kirst durch Beppi Mayer ersetzen mussten, lag das 4:3 mehrfach in der Luft.

Aber auch das fünfte Lindauer Tor war immer wieder möglich. Cech hatte die beste Chance dazu, nachdem er mit einer tollen Körpertäuschung zwei Gegner hatte aussteigen lassen verfehlte er das Ziel aber knapp. So spitzte sich das Drama in den Schlussminuten weiter zu. Möglich machte es eine unerklärliche Schwäche der Islanders bei Defensiv- Bullys, nach denen der ESV gefährlich wurde. „Uns hat oft die Zuordnung gefehlt“, sagte Buchwieser und meinte damit sich auch das 4:3 in der 53. Minute. Ein verlorenes Anspiel, zu langsam reagierende Lindauer und Buchloe war wieder dran. Das Happy End war dennoch im Bereich des Möglichen. Oleskos Pech (Buchwieser: „Schade für ihn, er hat sonst ordentlich gespielt“) und die „Penalty- Allergie“ des EVL verhinderten einen gelungeneren Abend, der aber eben doch die eine ganz große Positive Seite hatte.

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