Islanders-Gala in MemmingenEV Lindau

Islanders-Gala in MemmingenIslanders-Gala in Memmingen
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148 Strafminuten und vier Spiel-dauer- Disziplinarstrafen klingen nach einem überhart geführten Derby. Allerdings war es eher die Spielleitung von Schiedsrichter Kannengießer, der die Zuschauer und Memmingens Trainer Jogi Koch („Auch wenn Lindau heute auch so gewonnen hätte - er hat das Spiel kaputt gepfiffen“) auf die Palme brachte und auch bei den Islanders durchweg für fragende Gesichter sorgte.

Wobei die Gäste zunächst von dieser Linie profitierten. Die Indians, vielleicht durch die stattliche Kulisse von 1395 Zuschauern etwas übermotiviert, kassierten schon nach 21 Sekunden eine fragwürdige Strafe, der eine Minute später eine weitere, diesmal berechtigte folgte. Diese doppelte Überzahl nutzten die Lindauer gleich gnadenlos aus. Zunächst traf Lubos Sekula in der dritten Minute von der blauen Linie, weil Bernhard Leiprecht ECDC-Torhüter Alexander Reichelmeir klug die Sicht nahm. 56 Sekunden später kamen die Gäste noch mit einem Mann mehr zum 0:2. Zunächst verfehlte Jiri Mikesz freistehend, den Nachschuss brachte aber Benjamin Arnold via Torhüter im Netz unter. Ein kurioser Treffer „der uns natürlich in die Karten spielte. So einen Auftakt darf man einfach nicht herschenken und so haben wir auch weiter gemacht“, sagte EVL- Team-Manager Sebastian Schwarzbart. Zudem beruhigte das 0:2 die Gemüter sichtlich. Abgesehen von 300 feiernden Lindauer Fans war die Stimmung am Hühnerberg eher Mau.

Allerdings waren danach die Islanders dran mit Unterzahl. Zunächst kassierte Manuel Merk eine überzogene Spieldauer- Disziplinarstrafe, als er einen Memminger, der Torhüter Varian Kirst nach Abpfiff attackierte, wegschob, was allerdings als Check gegen den Kopf ausgelegt wurde. Wenig später waren die Lindauer zu dritt, woraufhin Spielertrainer Martin Masak eine Auszeit nahm. „Wir wollten damit Ruhe ins Geschehen zu bringen. Das ist zum Glück gelungen.“ Mit einem starken Auftritt in Unterzahl und einem glänzenden Kirst im Tor kamen die Lindauer über die brenzlige Situation hinweg. „Wir waren zuletzt ja eh schon zufrieden mit unserem Penalty-Killing. Aber heute war das noch eine Stufe mehr, so aufopferungsvoll haben die Jungs gekämpft“, lobte Sebastian Schwarzbart. Bei gleicher Spieleranzahl auf dem Eis war der EVL dagegen kaum in Gefahr, ließ keine Chancen der zuletzt so überragenden Indians- Offensive zu und stellte die Abwehr der Allgäuer immer wieder vor Probleme. Das 0:3 in der 14. Minute fiel folgerichtig, dennoch gehörte auch dieses Tor ins Kuriositäten-Kabinett: Bei einer Bogenlampe verlor Reichelmeir komplett die Orientierung, die Scheibe fiel auf seinen Helm und prallte dann von der Brust auf den einschussbereiten Schläger von Zdenek Cech.

Nach der deutlichen Lindauer Führung verlief das Derby relativ emotionsarm, weil die Indians zwar in Überzahl nach 29 Minuten durch den starken Martin Schweiger verkürzten, der EVL allerdings schon zwei Minuten später durch Zdenek Cech mit dem 1:4 die passende Antwort fand. Allerdings kam es danach zu einem negativen Höhepunkt, als Memmingens Verteidiger Marc Stotz Lubos Sekula, der nicht im Besitz der Scheibe war, von hinten so hart und unfair attackierte, dass der Slowake mit einer Nackenverletzung ins Krankenhaus gebracht werden musste. „Das war eine vorsätzliche und dreckige Aktion, für die es deshalb hätte Matchstrafe geben müssen“, sagte Schwarzbart, dem die Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Stotz zu wenig war, zumal die Islanders nicht nur die Partie ohne Sekula beenden mussten, der Verteidiger eventuell sogar noch länger ausfällt.

Positiv war, dass sich der EVL nicht von seinem Spiel abbringen ließ und die Gangart der Allgäuer in der 40. und in der 46. Minute jeweils durch Jiri Mikesz mit den Treffern zum 1:6-Endstand bestrafte. Dennoch wurde es in der Schlussphase noch einmal hitzig. In den letzten vier Minuten gab es ein nicht gegebenes Tor von Zdenek Cech zu bestaunen und diverse Gerangel. Leider überzog der Schiri diesmal wieder das Strafmaß, als Martin Masak von Michael Polaczek in einen Faustkampf verwickelt wurde. Beide bekamen eine Spieldauer aufgebrummt, wo mit ein wenig Fingerspitzengefühl auch zehn Minuten gereicht hätten. Strafen, die nur den nächsten Gegnern beider Mannschaften nutzen. Immerhin ging der Punktsieg hier an den Spielertrainer des EVL, der Polaczek deutlich in die Schranken verwies. „Wir können uns nicht alles gefallen lassen“, sagte Masak dazu lapidar, der nun am kommenden Sonntag gegen Buchloe sein Amt an der Bande ausüben kann, wenn in der Eissportarena schon das nächste Derby für die Lindauer ansteht.

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