Indians verpassen VorentscheidungECDC Memmingen

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Vor rund 150 mitgereisten Anhängern konnten die Rot-Weißen ohne die verletzten Stammspieler Marc Stotz, Martin Schweiger und Markus Kerber nicht an die Leistung vom 8:5-Heimsieg über die Eispiraten am vergangenen Freitag anknüpfen und blieben im Torabschluss glücklos. Im Parallelspiel besiegte Höchstadt die Waldkraiburger Löwen mit 4:2 und holte sich damit die Tabellenführung der Play-off-Meisterrundengruppe B zurück. Mit sieben Punkten stehen die Indians vor dem abschließenden Wochenende auf Platz zwei – und haben damit noch immer alle Trümpfe in der Hand. An diesem Freitag (20 Uhr) kommt es in der Memminger Eissporthalle nun zum Knaller-Duell gegen die Höchstadt Alligators. Der Sieger dieser Partie hat beste Chancen aufs Halbfinale – weshalb am Hühnerberg mit einer großen Kulisse, vielen Gästefans und Spannung bis zum Ende gerechnet wird.

Zwei Tage nach dem 8:5-Heimsieg des ECDC über Dorfen merkte man den Oberbayern am Sonntag deutlich an, dass sie bereits um ihre letzte Chance auf die ersten zwei Plätze spielen. Vor rund 500 Zuschauern legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr, doch in den Anfangsminuten hielt die Memminger Deckung dicht. In der Folge gewannen die Indians immer mehr die Herrschaft über das Spiel, scheiterten aber am überragenden Dorfener Goalie Andreas Tanzer. Erst stoppte der ESC-Torwart mit seiner blitzschnellen Fanghand einen platzierten Handgelenksschuss von Al Joanette, dann vereitelte er eine Großchance von Anton Pertl. Zum Haare raufen war es, als kurz danach Patrick Zimmermann den am Boden liegenden Torhüter bereits ausgespielt hatte, den Schuss aber nicht hoch genug bekam und Tanzer erneut parieren konnte. Weil auch Dorfen zügig nach vorne spielte, entwickelte sich ein ordentliches Spiel, das torlos in die erste Drittelpause ging.

Auch in den ersten fünf Minuten des zweiten Abschnitts konnte sich keine Mannschaft ein deutliches Chancenplus erspielen, ehe den Gastgebern der Führungstreffer gelang: Dominic Koß konnte Martin Niemz im ECDC-Gehäuse mit einem Rückhandschuss überwinden. Die beste Chance auf den Ausgleich hatten die Indians in den Folgeminuten während eines fast zweiminütigen 5 gegen 3-Überzahlspiels, doch Tanzer hielt seinen Kasten in famoser Manier sauber. Und es sollte noch schlimmer kommen: Kurz vor Ablauf der Strafe ging der Puck an der Memminger blauen Linie verloren, Memmingens Verteidiger musste sich mit einem Foul behelfen, um einen Alleingang zu verhindern. Doch anstatt nach angezeigter Strafe den Puck zu sichern und damit das Spiel zu unterbrechen, ließ man den Dorfener Spieler dennoch ziehen und erst kurz vor dem Tor konnte Memmingens Andi Börner noch regelwidrig eingreifen. Die Folge: Strafe und Penalty gegen den ECDC. Eispirat Andreas Attenberger lief an und vollstreckte eiskalt zum 2:0.

In den letzten zwanzig Minuten merkte man die Indianern das Bemühen an, noch einmal zurück ins Spiel zu finden, aber anders als vor einer Woche in Höchstadt fehlte diesmal die Durchschlagskraft in der Offensive. Zu wenige Chancen wurden kreiert, und die wenigen blieben ungenutzt. Anders die starken Dorfener, die einen Konter nach 52 Minuten durch Kanadier Jarret Granberg zum 3:0 abschlossen. Die Messe war gelesen, auch wenn die Memminger sich in der Folge nochmals im Dorfener Drittel festsetzen konnte. Doch die meisten der mitgereisten ECDC-Fans beschlich der Eindruck, dass ihr Team an diesem Abend noch mal drei Drittel hätte spielen können, ohne Tanzer zu bezwingen. In der allerletzten Sekunde gelang Granberg in Unterzahl sogar noch das 4:0 für die Hausherren, die nun mit vier Punkten ebenfalls noch im Halbfinalrennen bleiben.

In der Play-off-Meisterrundengruppe B ist damit vor dem letzten Wochenende Hochspannung angesagt: Alle vier Mannschaften (!) haben noch die Chance aufs Weiterkommen. Aus diesem Grund war bei den Indians die verpasste Vorentscheidung in Dorfen auch schnell abgehakt – jetzt geht der Blick schon wieder voraus auf die entscheidenden Partien am kommenden Wochenende. Die wichtigste Erkenntnis: Der ECDC hat alles selbst in der Hand – und braucht sich damit auch nicht auf Rechenspiele einlassen oder auf die anderen Teams schauen. Am Freitag (20 Uhr) kommen die Höchstadt Alligators in die Memminger Eissporthalle, die mit acht Punkten einen Rang und einen Zähler vor den Rot-Weißen rangieren. Ein Indians-Sieg am Hühnerberg – und die Tür zum Halbfinale geht weit auf. Deshalb wollen die Indianer unter Woche auch noch einmal alle Zuschauer mobilisieren, am kommenden Freitag zu Hause ihrem Team die Stange zu halten. „Wir brauchen jeden Mann – dann bleibt der Hühnerberg unsere uneinnehmbare Festung“, so die ECDC-Devise. Am Sonntag geht die Reise für die Gefro-Indians dann zum abschließenden Spiel in Waldkraiburg (18 Uhr). Sollte dort erst die Entscheidung fallen können, dürfen sich die Oberbayern sicherlich auf eine regelrechte Memminger Fankolonne einstellen.

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