Indians unterliegen starken Bulls im zweiten Spiel der FinalserieECDC Memmingen

Indians unterliegen starken Bulls im zweiten Spiel der FinalserieIndians unterliegen starken Bulls im zweiten Spiel der Finalserie
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Für die Entscheidung in der Partie sorgten drei Überzahltore im 5:3-Powerplay der Bulls, die einmal mehr die sich bietenden Chancen eiskalt ausnutzten. Die Indians müssen nun in der nächsten Begegnung am kommenden Freitag in Sonthofen (20 Uhr) unbedingt gewinnen, um noch ein viertes Spiel in der Serie zu erzwingen. Dieses würde dann wiederum am Sonntag in Memmingen stattfinden.

Erneut elektrisierte das Final-Derby der beiden besten Teams in Bayerns Eishockey-Oberhaus eine ganze Region – mit fast 3.700 Zuschauern war die Memminger Eissporthalle restlos ausverkauft. Und schon vor Spielbeginn sorgte der ECDC-Fanclub „Maustadt Clan“ wieder einmal für echte Gänsehautmomente. Zunächst zierten hunderte rote Herzen und das Spruchband „Meister unserer Herzen seid ihr schon“ die Indians-Fankurve, nur Sekunden später wurden unzählige Papp-Pokale und ein riesiges Banner mit einem rot-weißen Eishockeyspieler mit Königskrone auf dem Kopf präsentiert. Eine Choreografie, die für tosenden Beifall im Stadion sorgte. Und auch auf dem Eis sollte es gleich spektakulär zur Sache gehen. Bereits in den ersten Spielminuten lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, ehe der kleinliche Schiedsrichter Schmidt damit begann, aus dem Bayernliga-Finale ein Strafzeiten-Festival zu machen. So konnten die Sonthofen Bulls bereits in der 5. Spielminute wie schon am vergangenen Freitag in Spiel 1 wieder in doppelter Überzahl agieren. Und im Stile eines abgeklärten Spitzenteams ließen sich die Oberallgäuer nicht zwei Mal bitten: Kujala gelang die 1:0 Führung für die Gäste. In der Folge durften die Hausherren einige Minuten Powerplay spielen, doch das beste Unterzahlspiel der Liga und ein überragender Thomas Zellhuber im ERC-Tor machten alle Indians-Chancen zunichte. Sonthofen blieb dabei stets gefährlich, konnte jedoch vorerst nicht nachlegen.

Im zweiten Drittel änderte sich zunächst nicht viel. Die Memminger waren bemüht, zum Ausgleich zu kommen, doch die starke Defensivleistung der Bulls ließ keine großen Chancen für die Gastgeber zu. Nachdem der ECDC eine erneute doppelte Unterzahl erfolgreich überstanden hatte, folgte die kalte Dusche auf dem Fuß: Kleinheinz zog aus spitzem Winkel ab und die Scheibe fand den Weg ins Tor zum 0:2. Der Schock saß zunächst tief und zu allem Überfluss wartete auch schon die nächste 3 gegen 5-Unterzahl: Nach einer Befreiung unterlief den Indians ein verhängnisvoller Wechselfehler, so dass die Gäste ein 3-1 Break auf Martin Niemz fahren konnten und sich diese Chance nicht entgehen ließen: das 0:3 durch Vaitl war die Konsequenz. Unmittelbar darauf das dritte „Déjà-vu“ für die Memminger: Wieder sahen sich 3 „Indianer“ 5 „Bullen“ auf dem Eis gegenüber und Krötz nutzte auch diese Gelegenheit zum nächsten Tor. So leuchtete ein ernüchterndes 0:4 auf der Anzeigetafel und die Spannung war schon vor den letzten 20 Minuten dahin.

Die Gastgeber wollten ihrem tollen Publikum zumindest ein Tor schenken, doch mit dem deutlichen Vorsprung der Gäste war die Luft zusehends raus aus dem Spiel. Sonthofen ließ nichts mehr anbrennen und brachte die Führung routiniert über die Zeit. Immerhin der Ehrentreffer gelang den Memmingern noch: In der 59. Minute traf Michael Polaczek zum 1:4 Endstand. In der anschließenden Pressekonferenz kritisierte ERC-Coach Dave Rich den Schiedsrichter, der seiner Meinung nach dem Niveau eines BEL-Finales nicht gewachsen war. „Beide Mannschaften können sich nicht darauf verlassen, was er pfeift.“ Lobende Worte fand Rich dagegen für das Unterzahlspiel seiner Mannschaft, das er als „überragend“ bezeichnete. Das Indians-Trainergespann Jogi Koch und Topias Dollhofer musste dagegen feststellen, dass es „Sonthofen im Moment nicht zulässt, dass wir unsere zweifelsohne vorhandenen Ressourcen abrufen.“ Trotzdem: „Wir kämpfen natürlich weiter“, so die einhellige Meinung im Indianer-Lager. „Wir denken nur an das nächste Spiel und werden dort alles probieren, um in die Serie zurückzukommen.“ Spiel 3 findet am Freitag um 20 Uhr wiederum in Sonthofen statt. Für diese Partie gibt es am Dienstagabend von 18 bis 19 Uhr einen Kartenvorverkauf in der Memminger Eissporthalle.

Tore: 0:1 (04:58) Kujala (Kleinheinz/5-3), 0:2 (31:18) Kleinheinz (Waginger, Krötz) , 0:3 (35:12) Vaitl (Newhook, Sill/5-3), 0:4 (36:48) Krötz (Sill, Newhook/5-3), 1:4 (48:08) Polaczek (Hoffmann, Lachner). Strafen:  Memmingen 24 + 10 (Stotz), Sonthofen 18. Zuschauer: 3650 (ausverkauft).

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