HEC startet in die Bayernliga-Saison 2014/15Höchstadter EC

HEC startet in die Bayernliga-Saison 2014/15HEC startet in die Bayernliga-Saison 2014/15
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Ähnlich wird die Stimmung am kommenden Wochenende in den sechs Bayernligastadien kurz vor dem ersten Bully sein. Aber dann wird das Publikum nicht zwei Stunden schweigen müssen, bis es applaudieren darf, sondern von der ersten Minute wird von den Rängen getrommelt und gesungen, während auf der „Bühne“ es richtig zur Sache geht.

Für die Alligators wird der erste Puck an diesem Freitag um 20:00 Uhr in Landsberg fallen. Begleitet werden sie dann wahrscheinlich wieder von 50 bis 100 ihrer treuen Schlachtenbummler. Die Erwartungen an die Alligators in der kommenden Saison sind nicht gerade gering. Nach dem Erreichen des Halbfinales im Vorjahr, sind die Ansprüche an der Aisch gestiegen. HEC-Sportvorstand Schobert sagt selbst, sein Ziel sei es ohnehin immer, in der aktuellen Saison besser zu sein, in der als davor. Ähnlich äußerte sich HEC-Spielertrainer Daniel Jun kürzlich auf der Teampräsentation, vor allem aber sei es das Bestreben der Panzerechsen ihrem Publikum ein schöne Saison bescheren, nach der alle Zuschauer zufrieden sind.

Es lastet also ein gewisser Erwartungsdruck auf den Höchstadtern, den sie auch selbst ein wenig geschürt haben. Fünf richtig starke Neuzugänge konnten die Aischgründer in der Sommerpause präsentieren und auch die Vorbereitung stimmte Fans und Verantwortliche äußerst positiv. „Nur“ 4:0 verlor man beim Oberligatopteam der Bayreuth Tigers im allerersten Vorbereitungsspiel. Alle anderen wurden meist zweistellig gewonnen. Sogar gegen den Westoberligisten Frankfurt gelang ein ganzes Duzend Tore. Was diese Vorbereitung Wert ist entscheidet sich nun an diesem Wochenende, denn der HC Landsberg ist zwar Aufsteiger aus der Landesliga, hat sich im Sommer aber gut verstärkt und konnte in der Vorbereitung mit einigen guten Ergebnissen gegen Bayernligakonkurrenten aufhorchen lassen, vor allem weil ihnen ein 6:4 Husarenstreich gegen Titelfavorit Memmingen gelang. Allerdings verlor das Team vom Lech auch das Rückspiel mit 10:1. Die Höchstadter sollten den Gegner also keinesfalls unterschätzen. Prominentester „Riverking“ ist wohl Mike Dolezal. Der gebürtige Weißwasseraner wechselte kürzlich aufgrund der schweren Verletzung von Sturmhoffnung Max Merkle nach Landsberg. Ansonsten besteht das Team aus einer guten Mischung aus erfahreneren und jungen Spielern, die fast alle aus dem Raum Landsberg stammen. Teilweise wechselten Sie von höherklassig spielenden Teams zurück an den Lech, oder wurden aus der exzellenten Nachwuchsarbeit des HCL nach und nach aufgebaut, sodass sie jetzt durchaus Bayernligaformat haben.

Am Sonntag kommt es ab 18 Uhr zur Heimpremiere am Kieferndorfer Weg. Gast ist dann gleich Nachbar EHC 80 Nürnberg. Die „Achziger“ haben einen durchaus turbulenten Sommer hinter sich, denn der Verein möchte in Zukunft mehr auf die Nachwuchsarbeit setzen und weniger in das Bayernligateam investieren. So konnte man es zumindest im Forum der Nürnberger lesen. Wohin der Weg des EHC führt ist daher sehr ungewiss. Auch die Vorbereitung lief durchwachsen und zuletzt gab es sogar eine Niederlage gegen den Landesligisten Bad Kissingen. Allerdings ist das Spiel ein Derby und Derbys sind vorher nie berechenbar. Viele Nürnberger kennen die Höchstadter Spieler wie Babinsky, Kaczmarek, oder Schnierstein immer noch aus dem Effeff und werden hart kämpfen, um nicht als Verlierer vom Eis zu gehen.

Die Alligators möchten ihren Auftakt natürlich dennoch erfolgreich gestalten. Mitentscheidend ist dabei, dass die zuletzt verletzten und kranken Spieler wieder einsatzfähig sind. Bis auf bei Daniel Goblirsch und André Lenk sieht das auch sehr gut aus. Definitiv noch nicht dabei sein wird Nick Emmendorfer. Der Neuzugang aus Erding erhält erst Anfang November seinen deutschen Pass und darf erst dann, solange Thomas Urban spielt, bei den Panzerechsen mitwirken. Im Tor wird das erfolgreiche Konzept der vergangenen Saison mit dem abwechselnden Einsatz von Ronny Glaser und Philipp Schnierstein voraussichtlich seine Fortsetzung finden, sodass keiner der Goalies „überspielt“ wird, oder an zu wenig Spielpraxis leidet. Ein weiterer Faktor wird sein, wie gut die neuformierten Reihen im „Ernstfall“ tatsächlich zusammen passen. Gerade gegen Schweinfurt musste aufgrund der vielen Ausfälle ordentlich experimentiert werden. Gegen die Mighty Dogs gelang das Experiment recht gut. Nun gilt es, dass alle Reihen durchschlagkräftig werden, um so zum Erfolg zu kommen. Aber auch wenn das Zusammenspiel hier und da noch nicht 100 Prozent klappen sollte – eines ist auf jeden Fall gewiss und das merkte man den Panzerechsen unter der Woche schon an: Teamgeist, Motivation und Kampfeswille sind in dieser Saison mindestens wieder so groß, wie in der erfolgreichen Vorsaison. So hofft man die noch fehlende Praxis aus der kurzen Vorbereitung zu kompensieren. Das Knistern ist auch bei den Akteuren greifbar. Worte sind genug gefallen und darum heißt es jetzt: Licht aus – Spot an für die neue Bayernligasaison mit den Alligators.