Freising Black Bears erwarten WaldkirchenDie letzte Chance mit starker Fan-Unterstützung nutzen

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Die Gründe für die aktuelle Situation der Bears sind vielfältig: Seit Oktober sind immer mindestens zwei, oft sogar drei, vier Stammspieler aus den ersten beiden Reihen entweder verletzt, krank oder gesperrt. Trainer Markus Knallinger konnte so gut wie nie zwei oder mehr Spiele nacheinander mit den gleichen Reihen trainieren oder spielen. „Das macht es natürlich ungemein schwierig, Spielzüge einzustudieren, die in gewissen Situationen einfach blind abrufbar sein sollten“, sagt Knallinger. Zum zweiten hat die Mannschaft eine ausgeprägte Überzahlschwäche, zahlreiche Teams der Liga machen aus jedem zweiten Powerplay ein Tor, Freising hat in manchen Spielen drei, vier Mal einen Mann mehr auf dem Eis, ohne zu punkten. Dritter Schwachpunkt ist die Abwehr: Obwohl das Team über drei gute Torhüter mit Manuel Hanisch, Johannes Sedlmeier und Marco Krojer verfügt – keiner ist so überragend und kann alleine Spiele entscheiden. Hinzu kommen oft haarsträubende Abspielfehler oder eine fehlende Cleverness im eigenen Drittel, wo dann die Goalies nicht viel gegen zwei freistehende Stürmer machen können. Das Hauptproblem der Mannschaft aber ist: Die Bears schießen zu wenig Tore und vergeben einfach zu viele „Hundertprozentige“. So hatte nach der Vorrunde nur Selb und Bad Aibling weniger als die 71 Tore der Freisinger erzielt. Noch frappierender ist die Situation kurz vor Schluss der Abstiegsrunde: Freising hat lediglich 27 Treffer auf dem eigenen Konto und damit am wenigsten. Mit Ausnahme des Vorletzten Trostberg haben alle anderen, die gegen den Abstieg kämpfen, mindestens zehn Tore mehr geschossen, Dingolfing in gleich vielen Spielen wie Freising sogar 20 mehr! Dabei wurde vor der Saison der Kader mit Fabien Ferron (Ottobrunn), Christian Birk (Wanderers Germering), Simon Schorr und André Oesterreich (EC Pfaffenhofen), Dennis Berndt (TSV Erding) sowie Martin Dürr, dem Rückkehrer vom EV Moosburg, wirklich gut verstärkt neben dem erfahrenden neuen Trainer Knallinger. Kader, Trainer, Verein und Publikum gehören ganz bestimmt nicht in die Bezirksliga – das Team spielt aber phasenweise so. Doch alles Lamentieren nützt jetzt nichts mehr, die letzten beiden Spiele gegen Waldkirchen und in einer Woche in Selb müssen unter allen Umständen gewonnen werden, will man es nicht auf zwei Spiele gegen den Letzten der anderen Abstiegsrunde, Bad Wörishofen, ankommen lassen.

Am Freitag gegen die Crocodiles aus Waldkirchen ist mit viel Fan-Unterstützung ganz bestimmt ein Sieg möglich. Vor einer Woche war die Knallinger-Truppe zwei Drittel lang überlegen, kämpfte sich dann bravourös vom 3:5 noch zum Ausgleich heran und wurde – weil zu offensiv – zwei Mal eiskalt erwischt. Doch beide Spiele am vergangenen Wochenende gegen Bad Aibling und eben Waldkirchen zeigten, dass das Team sich nicht aufgegeben und noch Feuer hat.