EVL empfängt „heimlichen“ Tabellenführer zum SpitzenspielEV Lindau

EVL empfängt „heimlichen“ Tabellenführer zum SpitzenspielEVL empfängt „heimlichen“ Tabellenführer zum Spitzenspiel
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Denn eigentlich spielen die Lindauer sogar gegen den Tabellenführer – so weist nämlich die Tabelle des Bayrischen Eislauf Verbandes (BEV) die Oberbayern aus und die muss ja als offiziell gelten... Zur Erklärung: Waldkraiburg und Sonthofen stehen punktgleich an der Spitze, allerdings hat Sonthofen die bessere Tordifferenz, was unter der Saison zwecks Übersichtlichkeit gerne als Kriterium hergenommen wird. Der BEV nimmt schon die direkten Vergleiche in die Wertung mit hinein – und da hat Waldkraiburg den Liga Favoriten bereits auf dessen Eis geschlagen, und dazu auch noch ein Spiel weniger als die Allgäuer. Die Löwen sind also schon mehr als der „heimliche“ Tabellenführer. „Man muss nicht auf die Platzierung schauen, um zu sehen, dass wir es mit einem Meisterschaftskandidaten zu tun haben“, sagt der sportliche Leiter des EVL, Bernd Wucher. „Keine andere Mannschaft hat sich so intensiv und so gut verstärkt. Waldkraiburg ist nicht schlechter als Sonthofen und steht nicht zufällig so weit oben.“

Schon vor der Saison war der EHC von allen Seiten hoch eingeschätzt worden. Dass die neu formierte Mannschaft aber gleich auf Anhieb so gut harmonieren würde, überrascht dann doch, zeigt aber die Qualität und auch den mannschaftsdienlichen Charakter der Spieler. Zudem steht mit Peter Vorisek ein Trainerfuchs an der Bande, der die Liga bestens kennt. Der EHC hat im Sommer auf zwei enttäuschende Jahre (und sportliche Abstiege denen man als Nachrücker entging) reagiert. Gleich elf neue, zum Teil sehr namhafte Spieler mit Oberliga und Zweitliga Vergangenheit wie Andreas Paderhuber (Rosenheim), Timo Bormann (Erding) und Max Kaltenhauser (Klostersee) verstärken den EHC. Gleich sechs Mann standen letzte Saison bei Oberligisten unter Vertrag, dazu gehören Daniel Hämmerle und Martin Führmann , die beide aus Dorfen kamen, seit Jahren zu den Topspielern der Bayernliga. Überragender Akteur ist aber gerade der letztes Jahr schon beim EHC spielende Tscheche Lukas Miculka, der mit 24 Punkten (10 Toren) Sechster der Bayernliga- Scorerwertung ist und im Oktober zum Spieler des Monats gewählt wurde. Zusammen mit seinen Kollegen schoss er sich beim 13:0 gegen Nürnberg für das Topspiel schon einmal warm.

Aber nicht nur Offensiv glänzt der EHC (viertbester Sturm), der die wenigsten Gegentore (21) der Liga kassiert hat. Waldkraiburg hat die beste Unterzahl-Bilanz der Liga. Mit einem Mann weniger haben die Löwen nur fünf Gegentreffer kassiert – und selbst noch drei erzielt. Torhüter Patrick Vetter ist in überragender Form und steht in der Statistik der Stammkeeper an Nummer Eins, knapp vor Lindaus Varian Kirst. Der 26jährige gebürtige Memminger hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich: Von Königsbrunn aus schaffte er den Sprung zum DEL- Klub nach Krefeld, wo er auch in der Eliteliga zum Einsatz kam. Training mit den Profis und Spiele in der „Reserve“ haben ihn zu einem Spitzengoalie reifen lassen. „Es wird eine harte Nuss werden, ihn zu überwinden“, sagt EVL- Team-Manager Sebastian Schwarzbart. „Es wäre hilfreich, wenn er nicht zu oft freie Sicht auf den Puck hätte.“ Bedeutet: Harte Arbeit für die Lindauer Stürmer, die zuletzt auswärts mehr Glück als zuhause hatten. „Wir produzieren genug Torchancen, treffen aber zu selten“, sagt Spielertrainer Martin Masak. „Wobei es kurios ist, dass die beiden letzten Heimspiele sehr ähnlich abliefen. Was passiert, wenn wir ein frühes Tor schießen, hat man auswärts gesehen.“ Dennoch dürfte eher die Geduld in dieser Partie gefragt sein, denn der Respekt voreinander ist in beiden Lagern groß. „Die Fehlerquote gerade im Aufbau muss minimal bleiben. Beide Teams haben genug Qualität, um so etwas zu nutzen. Das wird eine 50:50-Angelegenheit“, sagt Schwarzbart. Das zeigen auch die Serien beider Teams: Der EHC hat in der gesamten Saison noch kein Spiel in der regulären Spielzeit verloren. Vier Unentschieden nach  60 Minuten folgten drei Penaltysiege.

Die einzige Niederlage gab es in Peißenberg. Seither holten die Löwen 14 von 15 möglichen Punkten. Zum Vergleich: Die Islanders haben nur am ersten Spieltag nicht gepunktet, allerdings zuletzt zweimal zuhause im Shoot-Out verloren. „Das wollen wir unbedingt ändern“, sagt Schwarzbart. „Wir wollen und können zuhause jeden schlagen.“ Dies sei keine Überheblichkeit, sondern ein Selbstvertrauen und Selbstverständnis, das man sich in den letzten Wochen erarbeitet habe. Gegen ein Spitzenteam wie den EHC Waldkraiburg steht das aber erneut auf dem Prüfstand. Denn mehr Topspiel als am Freitag geht kaum.

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