EV Lindau Islanders verlieren „lustiges, wildes Spiel“Marc Hindelang stellt Aussagen zu Jan Benda klar

EV Lindau Islanders verlieren „lustiges, wildes Spiel“EV Lindau Islanders verlieren „lustiges, wildes Spiel“
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Die erste Niederlage der Zwischenrunde hatten sich die Lindauer selbst zuzuschreiben. Zunächst traten sie dominant auf und nutzten ihre Chancen eiskalt. So war es der wiedergenesene Zdenek Cech, der nach vier Minuten die Gäste in Überzahl in Führung brachte. Nur weitere drei Minuten später war es Marko Babic, der im Nachsetzen die Scheibe zum 0:2 über die Linie brachte. Landsberg hatte in dieser Phase sehr viel Respekt vor den Islanders, die es in der Folge allerdings versäumten, ihre Führung auszubauen. Der HCL kam erst nach 12 Minuten in Überzahl zu einer ersten Möglichkeit, die Beppi Mayer allerdings vereitelte.

Unverständlicherweise zogen die Lindauer aber zum Ende des ersten Durchgangs hin schon einige Strafen, was die River Kings besser ins Spiel brachte. Durch gute Abwehrarbeit und viele geblockte Schüsse verhinderten die Gäste – auch in doppelter Unterzahl den Anschlusstreffer. Ihrerseits hatten sie gleich im ersten Überzahlspiel des zweiten Durchgangs eine weitere Chance zum 0:3, vergaben aber. Die nächste Strafe gegen den EVL hatte dann Folgen. Mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie erzielte Tobias Turner nach 24 Minuten das 1:2. Nachdem Thomas Fischer noch freistehend an Mayer gescheitert war, hatten die Lindauer ihre Ordnung noch nicht wiedergefunden. Dies nutzte Fischer dann zum Ausgleich.

„Danach war es ein typisches Derby mit vielen Zweikämpfen und Nickligkeiten. Ein lustiges, wildes Spiel, in dem alles drin war. Manchmal auch zu viel“, sagte Team- Manager Sebastian Schwarzbart. „Wie wir nach der Führung aufgetreten sind, kann nicht unser Anspruch sein.“ Die River Kings kämpften mit allen Mitteln, die Islanders hielten dagegen, wobei beide Seiten mit der Wahl ihrer Mittel nicht gerade zimperlich waren und die Grenzen des Regelwerks austesteten. Höhepunkt war eine Rangelei am HCL- Tor, nach der das Schiedsrichter- Gespann gleich vier Spieler zum Duschen schickten. Marko Babic und Fabian Sing vom EVL, sowie die Landsberger Robin Maag und Thomas Fischer erhielten Spieldauer- Disziplinarstrafen, wo es auch 2+2+10 Minuten Strafen getan hätten.

Landsberg half diese emotionale Seite des Spiels mehr, als den Islanders, die ihre spielerische Linie verloren und im zweiten Drittel nur noch eine bemerkenswerte Chance hatten, als Michal Mlynek bei einem Konter knapp über das Tor schoss. Ansonsten hatte Landsberg mehr von der Partie. Im Schluss abschnitt begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe und kämpften um jeden Zentimeter. Bessere Chancen hatten nun wieder die Lindauer, aber Cech (43.), Sascha Paul (46.) und Haug (53.) scheiterten knapp. Auf der Gegenseite konnte Mayer einmal den Puck gerade noch so auf der Linie festhalten.

Dennoch gingen die Islanders noch einmal in Führung. Nach 54 Minuten nutzten die Gäste eine doppelte Überzahl durch Lubos Sekula zum 2:3. Aber das war es noch nicht. Nur wenig später gab es wieder eine unnötige Strafe gegen den EVL, den Andreas Schmelcher mit einem Schlenzer zum erneuten Ausgleich nutzte (56.). In der Schlussphase mussten die Lindauer dann noch hart um den Punkt kämpfen, denn Landsberg hatte bei einer weiteren Überzahl die Chance zum Siegtreffer.

Aber auch die Lindauer hätten es noch für sich entscheiden können, denn in der Overtime hatten sie noch ein Powerplay, nutzen es aber nicht. Genau so spannend und dramatisch war auch das Penaltyschießen. Zdenek Cech glich mit zwei herausragenden Penaltys die Landsberger Führung von Marcel Juhasz aus, allerdings stand ihm Craig Gallo in nichts nach, traf ebenfalls zweimal, darunter zum 4:3 Siegtreffer für den HCL.

„Mich überrascht, dass wir uns von der Hektik so sehr haben anstecken lassen und teilweise die Disziplin verloren haben“, sagte EVL- Präsident Marc Hindelang. Sollte die Mannschaft durch die Unruhe von außerhalb angesteckt worden sein, nehme er das auch mit auf seine Kappe.

Marc Hindelang stellt Aussagen zu Jan Benda klar

Die Islanders waren verwundert über die Vehemenz, die die Aussagen des EVL- Präsidenten zu einem Zweikampf zwischen Memmingens Jan Benda und Zdenek Cech im ersten Derby zwischen den Indians und den Islanders verursachten. „In erster Linie ging es darum, die Erleichterung darüber auszudrücken, dass der Spieler nicht für den Rest der Saison ausfällt. Mehr nicht“, sagt Hindelang, räumt aber ein, dass einige Tage nach dem Spiel die Bewertung der Szene nicht mehr notwendig gewesen sei. „Ich habe aber mit keiner Silbe Jan Benda Absicht unterstellt. Das liegt mir fern, dazu kenne ich ihn zu lange und respektiere ihn auch. Dass der Check allerdings ein Foul mit Verletzungssorge war, ist weiterhin meine Meinung und dazu stehe ich auch, das hat auch der Schiedsrichter später eingeräumt. Aber es ist in der Tat schon ein alter Hut und bringt jetzt nichts mehr.“ Ein Zusammenhang mit der späteren Aussage, dass die Schiedsrichter durchgreifen sollten, wenn Verletzungen des Gegners billigend in Kauf genommen würden, sei aber nicht gewollt. „Das sollte so nicht rüberkommen und war nicht auf diese Aktion gemünzt, sondern in die Zukunft gerichtet. Wäre ich dieser Meinung, hätte ich das deutlich und in direktem Zusammenhang gesagt. So habe ich es den Verantwortlichen in Memmingen auch direkt kommuniziert.“ Gleichzeitig dementieren die Islanders den Vorwurf, Memmingens Ex- Trainer Alex Wedl in einer Pressemitteilung als „Hampelmann“ tituliert zu haben. Diese Aussage ist schlichtweg falsch. 

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