EV Lindau Islanders und EV Ravensburg kooperierenZusammenarbeit auf Nachwuchsebene

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Die EV Lindau Islanders und der EV Ravensburg arbeiten künftig in ihrer Jugendarbeit eng zusammen. Kinder und Jugendliche aus beiden Vereinen profitieren durch mehr Trainings- und Spielzeiten auf dem Eis. Ziel der Kooperation ist es, dass sich Nachwuchsmannschaften aus der Region Bodensee-Oberschwaben auch in höheren Ligen behaupten können und sich mittelfristig auch Perspektiven in die Deutsche Nachwuchsliga (DNL) oder die Schüler-Bundesliga eröffnen. „Der EVL und der EVR wollen durch die Bündelung ihrer Kräfte Eishockey als große und attraktive Publikumssportart in der Region noch besser als  bisher positionieren“, sagen Marc Hindelang, Präsident der EV Lindau Islanders, und Winfried Leiprecht, 1. Vorsitzender des EV Ravensburg.

Immer wieder hatte man bereits in der Vergangenheit miteinander geredet, doch die Anknüpfungspunkte nicht gefunden. Den Weg frei gemacht haben nun die Reformen im Deutschen Eishockeybund und der damit verbundene Wechsel des EV Ravensburg mit seinen Jugendteams in den Spielbetrieb des bayerischen Verbandes. Für den EVR und den EVL ist damit eine Kooperation und somit eine entscheidende Weichenstellung für eine Fortentwicklung ihrer Jugendarbeit möglich geworden. Künftig wird es in jeder Altersklasse Doppellizenzen für jeweils acht Spieler aus jedem Verein für den jeweils anderen geben. Eingesetzt werden dürfen dann in einem Pflichtspiel im Team des Kooperationspartners jeweils fünf Feldspieler sowie ein Torwart.

Das Jugendteam des EV Ravensburg ist für diese Saison in die höchste bayerische Spielklasse eingestuft worden. Verstärkt werden die Oberschwaben nun von den besten Jugendspielern vom Bodensee. Umgekehrt bei den Schülern. Hier spielt der EVL in der höchsten bayerischen Klasse und kann auf die stärksten Ravensburger zurückgreifen. Spieler, die in den höheren Spielklassen weniger Eiszeiten bekommen würden, haben in Zukunft die Möglichkeit, über die Kooperation beim Partnerverein in einer niedrigeren Klasse anzutreten.

„Wir stehen am Beginn und wollen unsere Kooperation in den nächsten Jahren Stück für Stück weiter ausbauen“, sagt Dieter Breuer, 2. Vorsitzender des EVR. „Es geht um unsere Kinder und Jugendlichen. Möglichst viele von ihnen werden künftig bessere Möglichkeiten für ihre Ausbildung als in der Vergangenheit haben. Dafür haben wir die Grundlagen geschaffen“, ergänzt Bernd Wucher, 1. Vorsitzender des EV Lindau.

Als sich im Sommer der Wechsel der Ravensburger nach Bayern anbahnte, hatte der Sportliche Leiter des EVL ein Konzept entworfen, wie eine umfassende Zusammenarbeit aussehen könnte. Diese beinhaltet auch ein gemeinsames Team in der neuen bayerischen U23-Liga, die momentan noch nicht besetzt werden kann. Bestandteil des Konzepts sind auch die Seniorenteams mit der Mannschaft des EVR in der Regionalliga Südwest, dem Team des EVL in der Bayernliga sowie den Ravensburg Towerstars in der DEL2.

Bei den Verantwortlichen in Ravensburg rannte Wucher mit seinem Modell offene Türen ein. „Es ist die Chance, dass wir mehr einheimische Spieler als bisher an die höheren Ligen heranführen können“, sagt Dieter Breuer. Knappe Eiszeiten und weite Wege in den baden-württembergischen Ligen seien bisher kaum überwindliche Handicaps für den EVR gewesen. Mit der Kooperation Richtung Bodensee werde in dieser Hinsicht einiges leichter. Der EV Lindau seinerseits hat nun einen Partner, der als Stammverein eines DEL II-Clubs künftig unmittelbar in die intensivierte Nachwuchsförderung des DEB eingebunden sein wird.

In mehreren Gesprächsrunden zunächst zwischen den Vorständen und dann mit Jugendleitungen sowie Trainern haben der EVL und der EVR im Sommer die Weichen gestellt. Für Spieler und Eltern ist die Kooperation zunächst ungewohnt, verbunden auch mit Fahrten vom einen an den anderen Standort. „Wir wagen Neues. Aber wir sind überzeugt, dass es sich lohnt“, sagen Wucher und Leiprecht.

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