EV Lindau Islanders punkten in PeißenbergVerrücktes Spiel mit 15 Toren

EV Lindau Islanders punkten in PeißenbergEV Lindau Islanders punkten in Peißenberg
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In einem verrückten Spiel mit sage und schreibe 15 Toren erkämpften sich die EV Lindau Islanders nach 1:4 und 5:7-Rückstand noch einen Punkt, unterlagen aber in der Verlängerung mit 7:8 (1:4, 3:0, 3:3, 0:1).

Hinten pfui, vorne hui lässt sich dabei die Leistung der Lindauer beschreiben, die einmal mehr den Gegner zum Tore schießen einluden, allen voran Peißenbergs Kanadier Tyler Wisemann, der gleich fünfmal traf – meistens nach demselben Strickmuster: Schuss, Nachschuss, Tor. Allerdings gelang dem EVL die Aufholjagd, weil die Lindauer mit großem Willen ihre Chancen vor allem in der Schlussphase nutzten. „Dass man ohne Torhüter mit sechs gegen fünf gleich zwei Tore macht, habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte EVL- Coach Sebastian Buchwieser, der Beppi Mayer schon drei Minuten vor Schluss beim Spielstand von 5:7 durch einen sechsten Feldspieler ersetzte. Timo Krohnfoth und Marko Babic nutzten den taktischen Schachzug und glichen bei Minute 58:17 und 59:31 noch zum 7:7 aus.

Diese Comeback-Qualitäten zeigten die Islanders gleich mehrfach in diesem spektakulären Spiel. Allerdings traten sie zunächst erschreckend schwach auf. Zwar gelang Zdenek Cech in der fünften Minute in Überzahl die schnelle Führung, aber mit gleich drei Toren drehte Tyler Wiseman bis zur elften Minute die Partie. Kurz vor der ersten Pause erhöhte Matthias Müller auf 4:1. „Man muss der Mannschaft ein schlechtes Drittel auch mal zugestehen. Aber dann hat sie das gut gemacht. Deshalb bin ich mit dem einen Punkt nicht unzufrieden“, sagte Buchwieser.

Der Weg zurück ins Spiel war weit, aber offensichtlich nicht unmöglich. Jedenfalls fühlten sich die Gäste an ihrer Ehre gepackt und stürmten im zweiten Durchgang drauf los. Der Treffer von Marko Babic gleich nach 22 Minuten gab dem EVL zusätzliche Zuversicht, so dass er plötzlich mehr vom Spiel hatte und die Partie mit einem Doppelschlag in der 34. Minute innerhalb von 33 Sekunden durch Fabian Sing und Zdenek Cech ausgleichen konnte.

Der offene Schlagabtausch ging auch im Schlussabschnitt weiter. Wiseman eröffnete ihn gleich nach 22 Sekunden, was den EVL wieder aufweckte. Johann Katjuschenko gab anderthalb Minuten später die Antwort mit dem 5:5. Dies wiederum beantwortete Wiseman mit seinem fünften Treffer in der 45. Minute. Danach wurde es knifflig für den EVL, denn in der 47. Minute wurde Cech mit einer Spieldauer- Disziplinarstrafe wegen eines Stock-Checks vom Eis geschickt. „Aus unserer Sicht war die Strafe überzogen“, sagte Team- Manager Sebastian Schwarzbart, da eine vergleichbare Aktion des TSV nur mit einer kleinen Strafe geahndet wurde.

Immerhin schafften es die Lindauer, die fünfminütige Unterzahl ohne Gegentreffer zu überstehen, um bei der nächsten Strafe dann doch durch Valentin Hörndl mit 5:7 in Rückstand zu geraten. Buchwiesers Mut und die Moral seiner Mannschaft sorgten dann aber noch für den Punktgewinn. Den psychologischen Vorteil des tollen Endspurt konnte der EVL nicht nutzen, denn in der dritten Minute der Overtime ließ Mayer einen haltbaren Schuss aus ungünstigem Winkel von Tobias Estermaier passieren, so dass sich Peißenberg den Zusatzpunkt sicherte.