EV Füssen verteidigt in furiosem Spiel Tabellenführung7:4-Sieg gegen den EC Bad Kissingen

(Foto: EV Füssen)(Foto: EV Füssen)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Zwar erspielten sich die Gäste aus Unterfranken in den ersten Minuten ein leichtes optisches Übergewicht. Doch der EVF nutzte gleich sein erstes Überzahlspiel am Abend. Schon zehn Sekunden nachdem Gäste-Stürmer Anton Seewald auf der Strafbank Platz genommen hatte, stand es 1:0. Marc Besl hatte die vom Gäste-Schlussmann Benjamin Dirksen abprallende Scheibe unter die Latte gehämmert. Und es dauerte nicht mal zwei Minuten, da zappelte der Puck erneut im Kissinger Kasten. EVF-Kapitän Eric Nadeau war mit einem Onetimer aus zentraler Position erfolgreich.

In der Folge gestalteten die Wölfe das Spiel auch dank zweier Strafzeiten gegen Füssen sehr ausgeglichen. Die technisch beschlagene Offensive der Unterfranken brachte EVF-Torhüter Benedikt Hötzinger ein ums andere Mal in Bedrängnis. Als sich die meisten Zuschauer schon von ihren Plätzen in Richtung Drittelpause aufmachten, gelang Bad Kissingen dann doch noch der Anschlusstreffer. Tim Dreschmann verkürzte durch eine gekonnte Einzelleistung auf 1:2 – zwölf Sekunden waren da noch auf der Uhr.

Auch im zweiten Abschnitt war die Begegnung auf technisch und spielerisch hohem Niveau. Die Schwarz-Gelben blieben im Verwerten ihrer Gelegenheiten an diesem Abend aber eiskalt. Markus Vaitl bediente den völlig frei vor dem Tor postierten Ron Newhook, der den Puck nur noch über die Linie drücken musste. 28 Minuten waren da gespielt. Allerdings dauerte es nur knapp drei Minuten, bis die Wölfe erneut zurückbissen. Mit einem mehrfach abgefälschten Schuss besorgten sie erneut den Anschlusstreffer. Anton Zimmer hieß der Torschütze (32. Minute). Doch danach begann der große Auftritt von Markus Vaitl. Auf engstem Raum schnappte er sich die Scheibe, tunnelte seinen Gegenspieler und hämmerte den Puck ins rechte obere Kreuzeck. Dabei war dem 33-Jährigen die Erleichterung sichtlich anzumerken, schließlich hatte er gerade seine mehrere Wochen dauernde Tor-Flaute besiegt. 37 Minuten waren da gespielt und mit diesem Zwischenstand von 4:2 sollte es auch in die Pause gehen.

Doch wer gedacht hatte, dieser Treffer sei eine Vorentscheidung, sah sich getäuscht. Das Spiel wogte auch im letzten Drittel hin und her. Spätestens nach dem 3:4-Anschlusstreffer von Christian Masel, der einen Abwehrschnitzer des EVF ausnutzte, war wieder alles offen. Aber mit einer großen Willensleistung und der tatkräftigen Unterstützung der 1122 Zuschauer hatten die Schwarz-Gelben auch auf diesen Treffer eine Antwort. Gerade als die Wölfe nach einem überstandenen Unterzahlspiel wieder komplett waren, mogelte Samuel Payeur Dirksen den Puck durch die Schoner. Dies veranlasste Kissingens Mikhail Nemirovsky zu einer Wut-Tirade auf dem Eis. Wild gestikulierend schimpfte der Deutsch-Russe vor sich hin. Adressaten waren der eigene Schlussmann und ein Verteidiger. Dies war aber erst der Auftakt zu einer wilden Schlussphase. Erst verwertete Kissingens Top-Spieler Anton Seewald einen Abpraller zum 4:5-Anschlusstreffer (47. Minute). Wogte das Spiel schon vorher hin und her, stand die Partie nun wahrlich Spitz auf Knopf. Insbesondere, als der Gäste-Schlussmann seinen Kasten nach 58 Minuten für einen sechsten Feldspieler räumte. Vincent Wiedemann behielt nach dem Bully aber die Übersicht und versenkte den Puck im verwaisten Kissinger Kasten. Das BLZ war aus dem Häuschen. Noch mehr als Thomas Böck nur weniger später die herausragende Füssener Leistung krönte und einen weiteren Treffer ins leere Kissinger Tor erzielte.

Trainerstimmen: Michael Rosin (Bad Kissingen): „Füssen hat das heute souverän gemacht und verdient gewonnen. Wir haben zehn Minuten im ersten Drittel komplett gepennt und sind dem Anschlusstreffer dann das ganze Spiel über hinterher gelaufen. Zum Schluss müssen wird das mit sechs Feldspielern cleverer spielen.“

Andreas Becherer (EV Füssen): „Wir wussten dass die Kissinger Offensive nicht das ganze Spiel über zu kontrollieren sein wird, haben aber die Räume immer eng gemacht und so verdient gewonnen. Ich möchte aber noch was loswerden: Wenn ich mir das Gehampel eines gewissen Spielers so anschaue, möchte ich keinen einzigen meiner Spieler gegen diesen selbsternannten Superstar eintauschen.“

Jetzt die Hockeyweb-App laden!