EV Füssen unterliegt dem HC LandsbergSchwacher Start und glückloses Ende

(Foto: Heiko Köhntopp/EV Füssen)(Foto: Heiko Köhntopp/EV Füssen)
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Dabei zeigten die Füssener auch nicht die gewohnte Sicherheit in den Kombinationen, eine schlechte Passqualität zog sich durch die gesamte Partie. Dass man bei besserer Chancenverwertung und besserem doppelten Überzahlspiel die Begegnung auch durchaus noch hätte drehen können, spricht für die Moral der Schwarz-Gelben.

Was ist da los, dachten sich die meisten der über 1000 Zuschauer nach gut drei Spielminuten. Die Gäste aus Landsberg, einer der Topfavoriten in der diesjährigen Bayernligasaison, aber mit einigen schwachen Ergebnissen in die Runde gestartet, nutzten praktisch ihre ersten drei Torchancen zu drei Treffern. Nach 51 Sekunden markierte Dennis Sturm im Nachschuss die Gästeführung. Nur eine halbe Minute später erste Überzahl für die River Kings, und hier nach 26 Sekunden das 0:2 durch Dejan Vogl. Schließlich folgte auch noch das 0:3 durch Thomas Fischer, der sich völlig frei vor dem Tor versuchen durfte. EVF-Trainer Andreas Becherer musste bereits eine Auszeit nehmen, um sein Team neu einzustellen. Mit Erfolg, denn die nächsten zehn Minuten war von Landsberg offensiv nichts mehr zu sehen, während der Eissportverein in Überzahl sehr gute Möglichkeiten hatte, darunter ein abgefälschter Schuss an den Pfosten. Erst als es zu einer doppelten Überzahl für den HCL kam, brannte es wieder vor dem Füssener Tor, der vierte Gegentreffer lag in der Luft, fiel aber nicht. Dafür konnte Tyler Wood endlich auf 1:3 verkürzen, und als beide Teams jeweils vier Spieler auf dem Eis hatten, wäre beinahe der Anschlusstreffer gefallen, Maximilian Dropmann verfehlte das Gehäuse aus kurzer Distanz nur denkbar knapp.

Das zweite Drittel sollte ereignisreich werden. Füssen konnte zunächst ein Überzahlspiel nicht nutzen, dann hatte Landsberg zwei gute Möglichkeiten. Danach spielte nur noch der EVF. Ein Schuss von Tyler Wood rutschte dem ansonsten starken Gästekeeper Schedlbauer durch die Schützer, er wurde gerade noch vor dem Überqueren der Torlinie von selbiger gekratzt. Vincent Wiedemann setzte die Scheibe danach ebenso an den Torpfosten wie kurz darauf Ron Newhook bei einem Überzahlspiel. Marius Klein scheiterte frei vor dem Tor, und Tyler Wood hatte bei seinem nächsten Versuch erneut kein Glück. Der Anschlusstreffer lag in der Luft und wäre auch längst verdient gewesen. Doch ein Blackout in der Defensive bescherte dem HCL in doppelter Unterzahl das 1:4 durch Tyler Wiseman, man darf durchaus von einem Geschenk der Gastgeber sprechen. Eine halbe Minute später, immer noch in Überzahl, versenkte Lubos Velebny von der blauen Linie zum 2:4, aber eine weitere Unachtsamkeit nutzte Landsberg umgehend durch Dejan Vogl zum 2:5. Damit entschieden die cleveren Gäste auch den zweiten Abschnitt trotz klarer EVF-Überlegenheit ebenfalls für sich, es reichten dafür vier Torschüsse.

Nachdem Marc Besl und Robin Maag jeweils eine gute Chance für ihre Teams vergaben, verkürzte der frei stehende Samuel Payeur nach viereinhalb Minuten im letzten Abschnitt auf 3:5. Bei Landsberg schwanden nun sichtlich die Kräfte, doch auch der EV Füssen zeigte sich nicht voll auf Höhe. Zehn Minuten vor Spielende wurde eine minutenlange doppelte Überzahl durch viele Ungenauigkeiten leichtfertig vergeben. Eine Riesenchance vereitelte Schedlbauer mit einer tollen Parade gegen den frei gespielten Ron Newhook, hier hatten viele die Scheibe schon im Tor gesehen. Eric Nadeau und Florian Simon vergaben weitere große Möglichkeiten, ehe Marc Besl in Überzahl endlich der Anschlusstreffer gelang. Zu spielen waren da aber nur noch 74 Sekunden, und dennoch hatte Ron Newhook nach Herausnahme des Torhüters noch eine große Möglichkeit zum Ausgleich. Am Ende siegten die River Kings aber knapp dank einer starken Anfangsphase, ihrem großen Einsatz und einer cleveren Chancenverwertung.

Trainer Randy Neal (Landsberg): „Bisher haben wir in den Auswärtsspielen am Anfang immer geschlafen, diesmal wollten wir gleich Vollgas geben, trotz des schweren Spiels am Freitag. Wir sind aus der Kabine raus gekommen und haben glücklicherweise gleich Tore geschossen. Hut ab vor meinem Team, wir haben sehr gut gekämpft, hatten einen starken Torhüter und das Glück auf unserer Seite. Bei so viel Unterzahl geht es ohne starke Torhüterleistung und Glück nicht. Insgesamt haben wir sicherlich ein tolles Spiel gesehen, ich bin froh, dass wir es gewonnen haben.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Uns war klar, dass der Saisonstart nicht die Qualität im Kader von Landsberg widerspiegelt. Wir haben heute den Beginn verschlafen, hatten aber auch danach nur in wenigen Phasen richtig Zugriff zum Spiel. Das ist eine negative Kettenreaktion, die dann daraus folgt. Bei Forechecking, Aufbauspiel und Überzahl haben wir nicht unsere normale Form gezeigt, außer beim Charakter der Mannschaft, die nie aufgegeben hat, da muss ich ein Lob aussprechen. Die Niederlage ist kein Beinbruch, und wichtig war, dass wir bis zum Ende geackert und gebissen haben.“

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