EV Füssen: Niederlage und Sieg gegen den Oberligisten MiesbachRevanche am Sonntag

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Der EVF erwischte zunächst einen guten Start. Bereits in der ersten Minute gab es einen Pfostentreffer, in der dritten erzielte Veit Holzmann die verdiente Führung. Von den Gastgebern war in der Anfangsphase nicht viel zu sehen. Füssen bestimmte das Geschehen, versäumte es aber, einen zweiten Treffer nachzulegen. In der 18. Minute ging dann das Verhängnis los. Nach einer Riesenchance für den EVF kamen die Gastgeber durch einen vom US-Amerikaner Ben Warda abgefälschten Schuss zum glücklichen Ausgleich. Und nur 19 Sekunden später fiel sogar die Führung für den Tabellenletzten durch Stephan Stiebinger. Das Ergebnis spiegelte nicht das Geschehen auf dem Eis wieder.

Auch im zweiten Drittel gelang Füssen ein schnelles Tor, Florian Simon glich zum 2:2 aus. Insgesamt wurden aber weiterhin zu viele Chancen liegen gelassen. Oppenberger, Newhook, Schmid, Schorer und Platzer mit einem Alleingang hatten allesamt die Führung auf dem Schläger, vergaben aber. In dem fairen Spiel kassierte der EVF nur drei Strafzeiten, zwei davon innerhalb einer Minute zur Hälfte der Partie. Da die Gastgeber kurz darauf aber ebenfalls eine Hinausstellung hinnehmen mussten, wurde die Situation schnell überstanden. Zählbares gelang in diesem Drittel keinem der beiden Teams mehr.

Den letzten Abschnitt begannen die Schwarz-Gelben mit viel Schwung und einigen Chancen, die beste davon durch Holzmann. Den Treffer machte aber der litauische Nationalstürmer Daniel Bogdziul auf der anderen Seite, er war an allen Toren des TEV beteiligt. Die große Chance zum Ausgleich kam für den Eissportverein in der 50. Spielminute, als der umsichtige Schiedsrichter auf Penalty entschied, Sean Kavanagh scheiterte jedoch. Kurz darauf hatte der EVF nochmals eine große Möglichkeit, die Verwertung blieb aber das Manko. Miesbach nutzte die offensivere EVF-Ausrichtung sechs Minuten vor Spielende zum 4:2 durch Fissekis, der Anschlusstreffer von Marc Besl in der Schlussminute kam zu spät. (MiL)

Im Rückspiel am Sonntag hat der EVF seine Chancen auf die Playoff-Teilnahme gewahrt. Durch ein knappes 5:4 (3:2, 1:1, 1:1) gegen den TEV Miesbach (3:2, 1:1, 1:1) bleiben die ersatzgeschwächten Schwarz-Gelben im Rennen um einen der ersten vier Plätze in der Zwischenrunden-Gruppe.

Es war ein bis zum Ende spannendes, aber auch eher niveauarmes Spiel, welches die Mannschaften den rund 800 Zuschauer am Kobelhang boten. Vor allem, weil die Abwehrarbeit an diesem Abend auf beiden Seiten nicht besonders groß geschrieben wurde. Bereits in der Anfangsphase durften sich Oppenberger und Böck völlig frei vor dem gegnerischen Tor probieren, beim ersten Angriff der Gäste rutschte die Scheibe unglücklich ins Gehäuse von Andi Jorde. Eine halbe Minute später stand es schon 1:1, Veit Holzmann konnte abstauben. Nach Strafen gegen beide Teams hatte Maxi Schorer die nächste große Möglichkeit, auf der anderen Seite musste Andre Bühler gleich zweimal auf der Linie für seinen geschlagenen Goalie retten. In Füssener Unterzahl schlug ein Schuss von Gästeverteidiger Gaschke zum 1:2 ein, der EVF konterte ebenfalls mit einem Mann mehr durch Nikolas Oppenberger zum 2:2. Wieder nur eine halbe Minute später schloss Marvin Schmid einen schönen Angriff zur erstmaligen EVF-Führung ab.

Nach dem ereignisreichen ersten Abschnitt ging es im zweiten etwas ruhiger zu. Die Anfangsphase gehörte den Gäste, danach erhielt der EVF vom sehr kleinlichen Unparteiischen innerhalb von vier Minuten auch noch drei Strafzeiten. Marvin Schmid konnte einen Fehler der Oberbayern aber zum 4:2 in Unterzahl nutzen, immer noch im Powerplay fiel wieder nur kurz darauf der dritte Gästetreffer. Miesbach erwischte es danach mit ebenfalls drei Hinausstellungen in kurzer Zeit, die Füssener konnten die Möglichkeiten aber nicht verwerten.

Im letzten Drittel machte das Heimteam das Spiel, hatte durch Kavanagh, Schorer, Wiedemann oder Oppenberger große Chancen. Schließlich war es Ron Newhook, der aus spitzem Winkel zum 5:3 traf. Doch mit dem allerersten Angriff in diesem Abschnitt verkürzte der Oberligist kurz darauf wieder, und so blieb es bis zum Ende spannend, zumal der EVF bei einem Konter durch Holzmann sowie einem anschließenden Powerplay nicht für die Vorentscheidung sorgen konnte. Am Ende brachte das Team aber den knappen Sieg auch dank großen Einsatzes über die Zeit. (MiL)

Trainer Simon Steiner (Miesbach): „Wir gingen erst ängstlich ins Spiel, sind dann aber doch ganz gut rein gekommen. Heute war es oft ein offener Schlagabtausch, im zweiten Drittel haben wir unsere guten Chancen nicht genutzt. Ein unglückliches Tor hat das Spiel dann entschieden. Am Ende hatte Füssen das Quäntchen mehr Glück, wir haben auch zu viele individuelle Fehler gemacht. Wir kämpfen aber weiter, solange wir rechnerisch noch Chancen haben.“

Trainer Thomas Zellhuber (EVF): „Mit der Art und Weise des Sieges kann ich überhaupt nicht zufrieden sein. Das Spiel war sehr zerfahren, das Läuferische, sonst immer unsere große Stärke, war heute nicht zu sehen. Die Punkte waren sehr wichtig für uns, am Freitag gegen Lindau müssen wir aber besser spielen, wenn wir eine Chance haben wollen.“

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