ESV Buchloe unterliegt nach Aufholjagd nach PenaltyschießenStarkes Comeback wird mit nur einem Punkt belohnt

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Die tolle Moral der Freibeuter, die im Schlussdrittel einen Zwei-Tore Rückstand noch drehten, wurde somit nur teilweise belohnt. Denn der überragende Spieler des Abends – Kemptens Nikolas Oppenberger – traf mit seinem dritten Tor noch zum Ausgleich und brachte seine Mannschaft dadurch in die Verlängerung und anschließend ins Penaltyschießen, wo die Hausherren dann das glücklichere Ende für sich hatten. 

Bereits das Auftaktdrittel begann munter, wobei die Gastgeber den etwas besseren Start erwischten und durch Oppenberger früh in Front gingen (4.). Doch die Freibeuter bissen sich zurück. Erst vereitelte Alexander Reichelmeir das 0:2 mit einem Wahnsinns-Save gegen den allein durchgebrochenen Adrian Kastel-Dahl, ehe Sekunden später der Ausgleich fiel. Simon Beslic beförderte im Powerplay einen von der Bande abgeprallten Schuss von David Strodel zum 1:1 über die Linie (8.). Auch im Anschluss blieb es ein ausgeglichenes Spiel, in dem beide Kontrahenten ihre guten Momente und Torchancen hatten. Die beste Gelegenheit ließen dabei aber wohl die Piraten liegen, bei denen Michal Telesz mit einem berechtigten Penalty an ESC-Keeper Martin Niemz scheiterte.

Auch aus der ersten Pause kamen wiederum die Sharks engagierter zurück. So hatten die Rot-Weißen Glück, als Kempten binnen zweieinhalb Minuten gleich dreimal am Aluminium scheiterte (26., 27., 28.). Dass der ESC nun offensiv mehr vom Spiel hatte lag auch daran, dass mit zunehmender Spieldauer ein ums andere Mal die Buchloer auf die Strafbank wanderten. Der erneute Führungstreffer von Alexander von Sigriz fiel somit aus dem Gewühl auch nicht überraschend in doppelter Buchloer Unterzahl (30.). Wieder aber kamen die Pirates nach den kräftezehrenden Unterzahlsituationen zurück: David Strodel markierte das 2:2 nach 36 Minuten. Gegen Drittelende mussten die Freibeuter dann aber erneut in nummerischer Unterlegenheit auf dem Eis agieren, was der ESC mit einem Doppelschlag sofort bestrafte. Tobias Epp (39.) und Nikolas Oppenberger (40.) trafen binnen einer halben Minute zum 2:4, wobei der dritte Kemptener Treffer zumindest sehr umstritten blieb. Neben einem ziemlich hohen Stock lag hier nämlich auch ein klares Torraumabseits vor. Dennoch gaben die Schiedsrichter den Treffer, weshalb die Buchloer nach der kalten Dusche unmittelbar vor der Pause mit einer Hypothek von zwei Toren in den letzten Durchgang gehen mussten.

Dort zeigten die Buchloer aber Moral und bewiesen echte Comebackqualitäten. Schon 73 Sekunden nach Wiederbeginn rutschte nämlich Torwart Niemz ein Schuss von Lukas Hruzik zum 3:4 durch die Schoner. Und dieser Anschlusstreffer hinterließ Wirkung bei den Kemptenern, denn in der Folge drückten nur noch die Buchloer. Fast schon folgerichtig netzte Max Hofer mit einem Blueliner im Powerplay zum 4:4 ein (48.), nachdem der ESV schon zuvor mehrere sehr gute Möglichkeiten liegen gelassen hatte. Und nur ganze 22 Sekunden nach dem Ausgleich drehte Alexander Krafczyk mit dem 5:4 das Spiel komplett. „Kompliment an meine Mannschaft, so zurückzukommen“, meinte auch ESV-Trainer Alexander Wedl nach der Partie, wobei er sich im selben Atemzug ärgerte, dass seine Schützlinge den Vorsprung dann nicht nach Hause brachten. Denn nach einem Abwehrfehler sorgte Oppenbergers Hattrick für das 5:5 (52.), das nicht nur nach 60 Minuten Bestand hatte, sondern auch nach der anschließenden fünfminütigen Verlängerung.

So entschied schließlich das Penaltyschießen über den Sieger, wo der Schwede Kastel-Dahl den Zusatzpunkt für die Kemptener sicherte und die Buchloer nach der starken Aufholjagd im Schlussdrittel mit doch eher enttäuschten Gesichtern zurückließ.

Jetzt die Hockeyweb-App laden!