ESV Buchloe trifft 16 Sekunden vor Spielende zum AusgleichPiraten zeigen Moral

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Denn während Ladislav Marek erst 16 Sekunden vor dem Ende den ESV mit dem 5:5 Ausgleich in die Overtime brachte, sicherte Dreifachtorschütze Alexander Krafczyk anschließend den 6:5 (1:1, 3:2, 1:2) Sieg nach Verlängerung.

Nach dem Trainerwechsel unter der Woche wurde von der Mannschaft eine Reaktion erwartet. „Diese hat das Team heute auch gezeigt“, war Neu-Trainer Norbert Zabel mit der gezeigten Leistung und dem Einsatz durchaus zufrieden. In einer Partie mit aufgeheizter Atmosphäre, in der sogar die Buchloer Mannschaftsbank Ziel von Bierduschen und Wurfgeschossen wurde, belohnten sich die Buchloer somit mit den ersten beiden Punkten.

Dabei hatte das Spiel noch relativ ruhig begonnen, obwohl die Buchloer loslegten wie die Feuerwehr. Nach der ersten riesen Chance nach 26 Sekunden brachte Markus Vaitl das Kunststück fertig, den Puck statt ins eigentlich schon leere Tor nur an den Pfosten zu setzen. Aber auch die Hausherren setzten früh die ersten Duftmarken. So musste der nach Verletzung zurückgekehrte Daniel Blankenburg im ESV-Tor gleich einen Alleingang von Andreas Hampl entschärfen (3.). Gerade als die Amberger in einem flotten Spiel stärker wurden und erstmals in Überzahl agieren durften, gelang den Piraten der doch sehr kuriose Führungstreffer. In Unterzahl hatte Maximilian Hermann von der Mittellinie die Scheibe aufs Tor von Lukas Stolz gebracht. Vor diesem sprang sie zwar noch einmal unglücklich auf um dann hinter dem verdutzt blickenden Amberger Schlussmann zum 1:0 in die Maschen zu gehen (12.). Gegen Drittelende wurde dann das bis dato umkämpfte aber faire Spiel zunehmend ruppiger, was sich auch gleich auf die Ränge übertrug. Ungünstigerweise fiel Sekunden vor der Pause tatsächlich noch der Ausgleich, als Thomas Schreier in Vier zu Drei Überzahl einen Abpraller von der Bande zum 1:1 einschob (20.).

Großartig geschockt zeigten sich die Freibeuter davon aber nicht, denn auch ins zweite Drittel legte der ESV einen Blitzstart hin. 24 Sekunden nach Wiederbeginn vollendete Markus Vaitl nämlich einen Konter über Maximilian Raß zur neuerlichen Führung. Doch auch die Wildlions machten ihrem Namen alle Ehre und bissen sich postwendend wieder zurück. Florian Bartels stand plötzlich alleine vor Blankenburg und netzte zum 2:2 ein (23.). Im Anschluss kochten die Emotionen auf und neben dem Eis ein ums andere Mal hoch, da immer wieder Spieler auf die Strafbank wanderten. Dies nutzte schließlich Alexander Krafczyk, als er per Direktabnahme in doppelter Überzahl seine Mannen wieder mit 3:2 in Front brachte (29.). Auch beim neuerlichen Ausgleich durch einen verdeckten Blueliner von Thomas Schreier waren auf beiden Seiten nur jeweils vier Akteure auf dem Eis gestanden (37.). Dass die Buchloer aber dennoch mit einem knappen Vorsprung in die zweite Pause gehen konnten lag am zweiten Tor von Alexander Krafczyk, der im Powerplay wunderbar freigespielt von Max Hofer zum 4:3 traf (39.).

Und beinahe hätte Maximilian Raß nach 32 Sekunden im letzten Drittel umgehend nachgelegt, doch sein relativ harmlos wirkender Schuss touchierte nur die Latte. Danach bot sich den Freibeutern die große Möglichkeit zur Vorentscheidung, weil man nach einer 5+Spieldauerstrafe gegen Ambergs Bernhard Keil (Kniecheck) fast zwei Minuten lang in doppelter Überzahl spielen durfte. Doch das Powerplay des ESV, das an diesem Abend noch ausbaufähig blieb, war zu harmlos. Ganz im Gegenteil fing man sich nach einem Bilderbuchkonter sogar den 4:4 Ausgleich durch Dan Heilman, der von Alexander Köbele bedient wurde (44.). Und der Amberger Topscorer Köbele war es auch, der den ERSC schließlich nach 49 Minuten erstmalig in Front brachte. Die Buchloer stemmten sich zwar nach Leibeskräften gegen die drohende dritte Niederlage in Folge, doch das Tor von Stolz schien nun wie vernagelt. Und als keiner mehr damit rechnete, glückte Ladislav Marek 16 Sekunden vor dem Ende doch noch der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich, dem Krafczyk mit dem seinem dritten Tor nach 37 Sekunden in der Overtime den viel umjubelten Siegtreffer hinterlegte, der den Buchloer den Zusatzpunkt sicherte.

Nach diesem vor allem für die Moral enorm wichtigen ersten Sieg gilt es für die Buchloer nun am Sonntag im Heimspiel ab 17 Uhr gegen Haßfurt nachzulegen.