ESV Buchloe ringt zu Hause den ESC Kempten niederMit Biss zum Derbysieg

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Besonders hervor stach dabei in einer bis zum Umfallen kämpfenden Piraten-Mannschaft vor allem der Doppeltorschütze Michal Petrak, der an allen drei ESV-Treffern beteiligt war und ebenso Schlussmann Johannes Wiedemann, der an diesem Abend zum schier unüberwindbaren Fels in der Brandung für seine Vorderleute wurde.

„Wir waren heute deutlich bissiger wie letztes Wochenende“, analysierte Christopher Lerchner anschließend den Sieg im Nachbarschaftsduell gegen die Haie. Und in der Tat traf der ESV-Trainer damit wohl genau den Nagel auf den Kopf. Denn nach dem punktlosen letzten Wochenende, als die Gennachstädter auch körperlich etwas angeschlagen waren, präsentierten sich die Piraten an diesem Abend wieder mit der Leidenschaft und dem Willen, den die Mannschaft in den vorherigen Spielen so stark gemacht hatte. Und so behielten die Buchloer in einer flotten und schön anzusehenden Partie am Ende sicherlich nicht unverdient zum vierten Mal die Oberhand über den Allgäuer Rivalen.

Schon vom Start weg entwickelte sich ein intensives Duell, in dem die Buchloer auch durch einige Strafzeiten der Gäste den besseren Auftakt erwischten. Doch trotz insgesamt acht Minuten Überzahl wollte der Puck zunächst nicht ins Tor, auch weil ESC-Tormann Fabian Schütze ebenfalls einen guten Tag erwischt hatte. Nach achteinhalb Minuten überlistete Michal Petrak den Kemptener Schlussmann dann aber doch schlitzohrig am kurzen Eck zur 1:0-Führung. Diese hatte auch bis zur ersten Pause bestand, weil beide ihre weiteren Gelegenheiten ungenutzt ließen. So vergab Marco Göttle einen Alleingang vor Schütze (10.), und auf der Gegenseite rettete Johannes Wiedemann die knappe Führung gegen offensiv immer gefährliche Gäste.

Nachdem die Buchloer im Startabschnitt noch nichts Zählbares im Powerplay verbuchen konnten, dauerte es im zweiten Durchgang im ersten Überzahlspiel nur ganze acht Sekunden, ehe es 2:0 stand. Nach 24 Minuten hatte Lucas Ruf auf Zuspiel von Michal Petrak und Robert Wittmann von der blauen Linie den Vorsprung ausgebaut. Doch Kempten schlug nur eine gute Minute später zurück. Eine kurze Unachtsamkeit nutzte Daniel Jun zum 2:1 (25.). Aber auch die Buchloer zeigen sich nach diesem schnellen Anschluss nicht großartig geschockt und stellten ihrerseits die Zwei-Tore-Führung umgehend wieder her. Einen guten Forecheck von Max Hofer vollendete erneut Michal Petrak vor dem Tor zum 3:1 (27.). Auch im Anschluss blieb es ein rassiges und somit unterhaltsames Derby, in dem keiner der beiden Kontrahenten zurücksteckte. Marc Barchmann vergab nach 30 Minuten den nächsten möglichen Treffer, als er am Außenpfosten scheiterte und auf der anderen Seite war der immer ruhige und stets wachsame Wiedemann ganz stark mit dem Schoner gegen Jun zur Stelle (32.). Nachdem Christian Wittmann danach bei einem Unterzahlkonter die nächste Möglichkeit zum 4:1 liegen ließ, als er in Schütze seinen Meister fand, kam Kempten wieder auf ein Tor heran. In Überzahl staubte Ex-Pirat Markus Vaitl zum 3:2 ab (36.). Und wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn die Sharks unmittelbar vor der zweiten Pause nach einem Fehler im Aufbau alleine vor Wiedemann zum Ausgleich getroffen hätten. Doch wieder war auf den Keeper Verlass, der mit einer Glanztat gegen Vaitl parierte und so den knappen Vorsprung ins letzte Drittel rettete.

Dort herrschte dann Spannung und Dramatik pur, weil es die Buchloer zu Beginn wieder verpassten, in Überzahl mit einem weiteren Tor für etwas mehr Ruhe zu sorgen. Stattdessen blieb ein Faustkampf zwischen Marco Göttle und Eugen Scheffer zunächst der einzige Höhepunkt. Im weiteren Verlauf drückte Kempten nun immer mehr auf den Ausgleich, doch die aufopferungsvoll und leidenschaftlich kämpfenden Piraten wehrten sich mit vereinten Kräften tapfer und brachten den hauchdünnen Sieg auch trotz einer Unterzahl in der Schlussminute über die Zeit.

Mit jetzt 24 Punkten stehen die Buchloer somit vier Spiele vor dem Ende weiter an der Tabellenspitze und könnten mit Auswärtssieg am Sonntag in Haßfurt (18.30 Uhr) und einer gleichzeitigen Niederlage des Fünften Moosburg bereits vorzeitig die Play-off-Qualifikation fix machen.

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