ESV Buchloe lässt zu viele Chancen ungenutztClevere Hawks schlagen Piraten

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Rein sportlich betrachtet ging die Auswärtsniederlage der Freibeuter bei den Hawks aber durchaus in Ordnung, wenn auch das ein oder andere Tor zu hoch, da die Gastgeber sich an diesem Abend in den entscheidenden Momenten als das effektivere und abschlussstärkere Team präsentierten.

Bei den Gennachstädtern rückte in diesem Match Arion Martinaj zwischen die Pfosten, der sich im Startdrittel sicherlich nicht über zu wenig Arbeit beklagen konnte. Denn den Hausherren gehörten die ersten Annäherungsversuche, während die Buchloer sich erst einmal schwer taten ins Spiel zu finden. Dass die Führung des ESC dann aber ausgerechnet in Buchloer Überzahl fiel, war doppelt ärgerlich. Nachdem Martinaj zuvor noch mit einem tollen Save den Rückstand verhinderte (8.), war er beim 0:1 durch David Franek machtlos, der am langen Pfosten einen maßgenauen Pass von Daniel Hora nur noch einschieben musste (10.). Und kaum war Haßfurt wieder komplett, legten die Unterfranken per Doppelschlag das 0:2 nach. Einen Konter setzte Jan Trübenekr 57 Sekunden später zum 0:2 unter die Latte. Auch im Anschluss waren die spritziger wirkenden Haßfurter dem dritten Tor eigentlich näher als die Buchloer ihrem ersten. Doch bis zur Pause sollten keine weiteren Treffer mehr fallen, auch weil David Vycichlo kurz vor der Pause bei einem Zwei auf Eins Gegenzug die bis dato beste Buchloer Gelegenheit liegen ließ (19.).

Wie verwandelt kamen die Pirates dann allerdings aus der Kabine. Denn nach Wiederbeginn übernahmen die Buchloer die Initiative und drückten nun vehement auf den Anschluss. Einziges Manko: Das Tor fehlte, da man die sich bietenden Gelegenheiten gleich mehrfach ungenutzt ließ. Entweder scheiterte man am schier unüberwindbaren und starken Haßfurter Schlussmann Martin Hildenbrand, oder stellenweise auch am eigenen Unvermögen. So vergaben sowohl David Vycichlo (21.), Marc Weigant (21.), sowie der völlig freistehende Simon Beslic (24.). Auch ein Versuch von Maximilian Schorer, der eigentlich schon das leere Tor vor sich hatte, aber dann nicht genug Wucht in den Schuss bekam, wollte einfach nicht über die Linie. Auch hier rettete Hildenbrand mit einer unglaublichen Parade (26.). Im Gegenzug gab es dann Nachhilfe für den ESV in Sachen Kaltschnäuzigkeit, als Jakub Sramek mit dem ersten Torschuss im Mitteldrittel auf 0:3 stellte (27.). Anschließend ließ die Drangphase der Freibeuter wieder etwas nach und ein Blueliner von Christian Dittrich sorgte sogar für das 0:4 (36.). Aber nur elf Sekunden später durften endlich auch die mitgereisten ESV-Anhänger jubeln, als Marc Weigant einen Abpraller zum 1:4 einnetzte. Als die Buchloer danach wieder im Powerplay agieren durften, hätte es eigentlich Penalty für die Piraten geben müssen, da ein Haßfurter Abwehrspieler die Scheibe im eigenen Torraum mit der Hand fixierte. Doch die Unparteiischen übersahen dies und im direkten Gegenzug klingelte es erneut auf der Gegenseite. Michal Babkovic hatte einen Alleingang in Unterzahl nervenstark zum 1:5 verwandelt (37.). Und obwohl die Buchloer in der Schlussminute des zweiten Abschnitts nochmals verkürzen konnten, als Maximilian Schorer eine scharfe Hereingabe von Michal Telesz zum 2:5 ins Tor lenkte (39.), endete der Mitteldurchgang mit einem erneuten Nackenschlag. Denn ganze vier Sekunden vor der Sirene hämmerte Sramek einen Konter alleine vor Martinaj humorlos und eiskalt zum 2:6 in die Maschen.

Somit war das Spiel trotz der eigentlich ganz passablen zweiten 20 Minuten der Rot-Weißen – einmal abgesehen von der Chancenverwertung – praktisch schon vorzeitig entschieden. Dementsprechend wenig passierte im letzten Drittel noch, wobei die Hawks durch zwei weitere Treffer von Franek (51.) und Sramek (53.) sogar noch zum 2:8-Endstand erhöhten. Dieser dürfte aber vermutlich nächste Woche dennoch durch den Verband nachträglich zu Gunsten der Buchloer gewertet werden.

Zuvor wartet jedoch am Sonntag zunächst ein echtes Endspiel auf den ESV, wenn man ab 17 Uhr zu Hause auf den derzeitigen Dritten Dorfen trifft, der am Freitag gegen Geretsried ebenfalls mit 5:7 den Kürzeren zog.