ESV Buchloe gewinnt Torfestival gegen Haßfurt mit 8:7Piraten entscheiden verrückten Tor-Krimi für sich

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Dabei gaben die Freibeuter nach einem furiosen Auftaktdrittel und einer zwischenzeitlichen 6:0-Führung nach 24 Minuten die Partie gegen die wegen ihrer vier eingesetzten Transferkartenspieler momentan arg diskutierten Haßfurter Mannschaft beinahe noch einmal aus der Hand. Am Ende brachten die Hausherren den hauchdünnen Vorsprung aber dennoch über die Zeit und durften sich über drei Punkte freuen.

Vorne weg, auch in diesem Duell traten die Haßfurter, wie schon in den vorangegangenen vier Partien erneut mit vier Kontingentspielern an, die an diesem Abend auch wieder auf dem Eis eine große Rolle spielen sollten. Denn alle sieben Gästetreffer gingen auf das Konto der beiden Tschechen Jakub Sramek und Jan Trübenekr sowie des Slowaken Michal Babkovic.

Im Startdrittel war von diesen Dreien zunächst recht wenig zu sehen. Stattdessen legten die Buchloer los wie die Feuerwehr, die übrigens als Dank für die kürzliche Hilfe beim Schneeräumen des Hallendaches vom ESV an diesem Abend eingeladen war. Und sie sollten ihr Kommen nicht bereut haben, denn schon nach vier Minuten konnten sie die Führung des ESV durch John Boger bejubeln, der einen eigentlich harmlosen Versuch an ESC-Tormann Martin Hildenbrand vorbeibrachte. Als im Anschluss dann der Vorsprung durch David Vycichlo (13.), Christian Wittmann (18.), und einem Doppelschlag von Robert Wittmann und Marc Weigant (20.) bis zur ersten Pause sogar auf 5:0 anwuchs, dachten sicherlich viele schon an eine sehr frühe Vorentscheidung. Zumal den Gästen bis auf wenige Ausnahmen offensiv vor dem wachsamen ESV-Keeper Arion Martinaj fast nichts glückte und die Piraten direkt nach Wiederbeginn sogar das wunderschön herausgespielte 6:0 durch Alexander Krafczyk nachlegten (23.).

Doch dann riss plötzlich nach dem ersten Treffer der Gäste durch Michal Babkovic der Faden im Buchloer Spiel (24.). Zwar wirkten die Haßfurter jetzt deutlich verbessert, doch die Buchloer kamen nun überhaupt nicht mehr in die Zweikämpfe und offenbarten defensiv immer wieder Lücken, die die cleveren Topscorer der Hawks ein ums andere Mal ausnutzten. So kamen die Unterfranken bis zur zweiten Pause durch Trübenekr (26./35.), Babkovic (26.) und Sramek (33.) bis auf 6:5 heran. „Nach dem Traumstart im ersten Drittel, wo wir auch das nötige Glück vor dem Tor hatten, lief bei uns gar nichts mehr“, so die treffende Analyse von Piraten-Trainer Alexander Wedl zum Mitteldrittel, der dann zum Schlussabschnitt mit dem Torwartwechsel die Mannschaft vermutlich auch noch einmal wachrütteln wollte.

Genau wie bei den Gästen, die schon nach 20 Minuten den Keeper wechselten, kam somit auch Alexander Reichelmeir im letzten Durchgang noch zu seinem Einsatz. Und dieser sah, dass sich seine Vorderleute zumindest wieder etwas fingen. Es entwickelte sich nun ein Duell auf Augenhöhe, in dem die Buchloer zunächst zwei Überzahlspiele liegen ließen und dabei sogar fast den Ausgleich schlucken mussten, als Reichelmeir bei einem Unterzahl-Alleingang in höchster Not rette (49.). Praktisch im Gegenzug sorgte dann jedoch ein Doppelschlag der Rot-Weißen schließlich für etwas mehr Ruhe. Zunächst traf Simon Beslic im Powerplay flach zum 7:5 (50.), ehe David Vycichlo bei angezeigter Strafe 53 Sekunden später das 8:5 folgen ließ. Doch die Schlussphase wurde wegen des 8:6 Anschlusstreffers von Michal Babkovic (55.) und dem 8:7 durch Jan Trübenekr (59.) doch nochmals richtig spannend. Die Haßfurter nahmen nämlich – wie schon beim 8:7 – den Torhüter zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Und da bei den Buchloern in den letzten eineinhalb Minuten zudem ein Spieler auf der Strafbank saß, wurden die letzten Sekunden zu einer wahren Zitterpartie, die am Ende aber gut für die Buchloer ausging. Schließlich rette man den hauchdünnen Vorsprung ins Ziel, wenngleich dieser vermutlich nächste Woche noch durch den Bayerischen Eissportverband in einen 5:0-Sieg korrigiert bzw. gewertet werden dürfte.

So oder so haben die Buchloer aber weitere drei Zähler auf der Habenseite und stehen vor dem Auswärtsspiel am Sonntag beim Bayernligisten in Dorfen (17 Uhr) derzeit mit zehn Punkten unter den begehrten ersten drei Tabellenplätzen.

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