ESC Geretsried verliert nach drei Gegentoren im SchlussdrittelWieder kein Erfolgserlebnis in Schweinfurt

(Foto: ESC Geretsried)(Foto: ESC Geretsried)
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Was die Rats in den ersten Minuten zeigten, wird allgemein gerne als „Busbeine“ bezeichnet. Wobei hier wohl eher vom einem ganzen Buskörper gesprochen werden muss, denn zu Beginn haben nicht nur die Beine versagt. Ein kapitaler Fehlpass im eigenen Drittel bescherte den Hausherren nach gerade mal 14 Sekunden die frühe Führung durch Kouba (1.). Noch bevor es der ESC überhaupt mal in die Zone der Mighty Dogs geschafft hat, musste Albanese die Scheibe ein zweites Mal aus dem Tor holen. Unordnung vor dem eigenen Tor, Marquardt schaltete am schnellsten und erhöhte auf 2:0 (2.). Wie baue ich meinen Gegner bestmöglich auf? Die Rats gaben die Antwort in den ersten zehn Minuten und bekamen kaum ein Bein auf das Eis. Schweinfurt war durch die Führung absolut gepusht, verpasste allerdings den dritten Treffer. David Hrazdira verwertete dann den ersten gelungenen Angriff gleich zum 2:1 und beim ERV war auf einen Schlag der Schwung weg (11.).

Um zwei Klassen besser präsentierten sich die Rats im zweiten Durchgang. Direkt nach dem ersten Bully wurde Schweinfurt unter Druck gesetzt, auch das Überzahl funktionierte nun deutlich besser. Stefano Rizzo scheiterte zwar noch am glänzend reagierenden Schnierstein doch wenig später landete ein Schlagschuss von Stava - wohl noch leicht abgefälscht - hinter dem Schlussmann (25.). Der Treffer gab ordentlich Selbstvertrauen, die Aktionen hatten nun Hand und Fuß. Bene May legte nach, wurschtelte die Scheibe irgendwie zum 2:3 über die Linie und brachte den ESC erstmals in Führung (27.). Defensiv war ebenso eine Steigerung zu erkennen, auch wenn der obligatorische Konter natürlich nicht fehlen darf. Strobl zeigte allerdings ein hervorragendes Backchecking und entschärfte die gefährliche Situation. Apropos Strobl: Auch auf der anderen Seite des Eises lief es nun für den Außenstürmer. Ein weiter Lupfer von Stava landete genau auf dem Schläger von Hrazdira, der einen Verteidiger mitzog und auf Sturmkollege Strobl ablegte. Der Schuss ins kurze Eck bedeutete das 2:4 (40.), ein starkes Drittel von der ersten bis zur letzten Minute.

Das sollte es aus Geretsrieder Sicht dann aber leider auch schon wieder gewesen sein, denn die Mighty Dogs drehten den Spieß im Schlussabschnitt wieder um. Nach dem 3:4 durch Ozollapa (48.) schien sich die Lage wieder etwas zu beruhigen, bis der nächste Abwehrschnitzer im eigenen Drittel die heimischen Fans endgültig zum ausrasten brachte. Knaup erzielte völlig freistehend den Ausgleich und Schweinfurt hatte das berühmte Momentum komplett auf seiner Seite (52.). Der ESC kam nur noch selten zu eigenen Möglichkeiten, Fuchs verzog seinen Schuss bei einem aussichtsreichen 2-1 Konter. Mittlerweile ging es nur noch darum, sich irgendwie in die Verlängerung zu retten aber selbst das sollte nicht mehr gelingen. Mit einer fast identischen Kopie wie beim 3:4 erzielte Kouba am langen Eck das entscheidende 5:4 für den ERV, Albanese hatte keine Abwehrmöglichkeit (59.). Sebastian Wanner versuchte es mit dem 6. Mann, aber die Scheibe wollte nicht mehr über die Linie.

Drei grundverschiedene Drittel, am Ende mit dem schlechteren Ausgang für die Rats. So schnell kann es gehen, Schongau gewinnt ebenso und der Vorsprung auf die Playdown-Plätze schrumpft immer weiter. Noch sind es 11 Punkte auf Platz 7 (wobei Schweinfurt noch ein Spiel weniger hat), aber der ESC ist gut damit beraten, das Glück nicht herauszufordern. Noch hat man alles in der eigenen Hand. 

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