Erwin Halusa neuer Indians-Cheftrainer – Debüt am Freitag gegen Lindau ECDC Memmingen

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Der Name Halusa ist langjährigen Memminger Eishockeyfans sicher ein Begriff. 1991 schaffte der damalige Verteidiger mit dem legendären SC Memmingen den Aufstieg von der Oberliga in die 2. Bundesliga. Mit kurzen Zwischenstationen in Deggendorf und Geretsried war er bis 1994 für den SCM tätig. 20 Jahre später kehrt der Augsburger nun an den Hühnerberg zurück, nachdem er zuletzt jahrelang als sehr erfolgreicher Trainer im Nachwuchs des AEV und in Königsbrunn gearbeitet hatte. Für positive Resonanz sorgte der 48-Jährige auch bei seiner kurzen Station unmittelbar vor dem Ende der Pinguine Königsbrunn in der Bayernliga vor zwei Jahren.

Zur Seite steht Halusa als Co-Trainer das Memminger Eishockey-Urgestein Werner Tenschert. Für ihn ist es nach eineinhalb Jahren die Rückkehr an die Bande in der Bayernliga. 2010 führte der 55-Jährige die Mannschaft in schwieriger sportlicher Situation alleinverantwortlich zum Klassenerhalt, von 2011 bis 2013 war er Teil des Trainergespanns, das mit dem dritten Platz 2013 den bis dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte. „Wir haben die Zeit genutzt und alle Optionen geprüft. Es wäre auch denkbar gewesen, mit dem Interimsgespann Kacharvich/Tenschert weiterzumachen, aber die Resultate haben einfach nicht für Doug als Chef gesprochen. Erwin und Werner werden es nun richten – und wir und die Fans müssen ihnen ein bisschen Zeit dafür geben“, so die ECDC-Vorstandschaft in einem ersten Statement.

Mit Obmann Sven Müller, der vergangene Woche vorgestellt wurde, ist die neue sportliche Führung des bayerischen Vizemeisters damit komplett. Die Trennung der Ämter Trainer und Obmann wurde von der Vorstandschaft bewusst so angestrebt und ist mit zwei Memmingern und Memmingen-Kenner Halusa nun optimal gelöst. Bei den Gefro-Indians ist man überzeugt, mit der nötigen Klarheit gemeinsam in eine gute Zukunft zu gehen. „Wir sind von unserer Mannschaft, allen Leuten in der Kabine und im Hintergrund und von der neuen sportlichen Führung absolut überzeugt. Dieses Team wird schnell zu sich finden, weiter zusammenwachsen und als Einheit wieder begeisternde Siege feiern“, so die Vereinsführung, die alle Zuschauer um etwas Geduld in den ersten Wochen bittet.

Freitag Allgäu-Bodensee-Derby am Hühnerberg

Ein Nachbarschaftsduell, das das Potenzial hat, in die Fußstapfen des legendären Derbys ECDC gegen Sonthofen zu treten, wartet am Freitagabend auf die Memminger Indians. Ab 20 Uhr empfangen die Rot-Weißen am Hühnerberg den EV Lindau zum Duell der Tabellennachbarn. In den vergangenen Jahren war stets Feuer in den Spielen Indians gegen Islanders. Nachdem sich auch hunderte Fans vom Bodensee angesagt haben, erwartet man am Freitag wieder viele Zuschauer in der Memminger Eissporthalle – erst recht, weil der neue ECDC-Chefcoach Erwin Halusa sein Debüt an der Bande des bayerischen Eishockey-Vizemeisters geben wird.

Der Gast vom Bodensee geht in seine fünfte Bayernliga-Spielzeit und hofft darauf, sich endgültig in der vorderen Tabellenhälfte zu etablieren. Im letzten Jahr konnte man sich auf einem guten fünften Platz nach der Vorrunde einordnen. In der Zwischenrunde reichte es dann letztlich aber noch nicht für die Halbfinalteilnahme. Der Verein um Macher Marc Hindelang kann auf ein professionelles Umfeld, eine gute Sponsorenlandschaft und auf die zahlreichen Fans bauen. Die Lindauer begrüßen in ihrer Eisarena im Schnitt um die 800 Zuschauer und liegen in der Zuschauergunst der Liga gleich hinter den Gefro-Indians. Einziges Problem ist eigentlich die wichtige Trainerpersonalie, hier muss man praktisch jedes Jahr während der Runde einen Neuen suchen. Die Gründe hierfür sind unterschiedlicher Natur. Auch in dieser noch jungen Spielzeit trennte man sich schon wieder vom erst vor der Saison aus Pfaffenhofen gekommenen Heinz Feilmeier. Aktuell betreuen nun Team-Manager Sebastian Schwarzbart und der DEL-erfahrene Stürmer Sebastian Buchwieser die Mannschaft, bis ein neuer Trainer gefunden wird. Sportlich läuft es speziell auf fremdem Eis noch nicht nach Wunsch und der EVL spielt im Moment ähnlich wie der ECDC unter den eigenen Erwartungen. Wenn man sich den eingespielten und nochmals verstärkten Kader ansieht, dürfte es jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Erfolge wieder einstellen. Im Tor fängt weiterhin der 37-jährige Deutsch-Kanadier Varian Kirst, der die Indians schon mehrmals zur Verzweiflung brachte. Ihm zur Seite steht mit Josef Mayer ein mehr als starker Torhüter. Die Abwehr um den slowakischen Kontingentspieler Lubos Sekula besteht fast nur aus routinierten und höherklassig erfahrenen Spielern. Martin Masak, Philipp Haug und Bernhard Leiprecht haben alle Ravensburger Vergangenheit. Im Angriff hängt viel vom tschechischen Trio Mlynek-Cech-Mikesz ab, die alle über einen deutschen Pass verfügen. Um dieses brandgefährliche Trio zu entlasten, wurde mit Sebastian Buchwieser und Tobias Feilmeier (letzte Saison 61 Punkte für Pfaffenhofen) weitere starke Scorer verpflichtet. Der Angriff wird durch einige Spieler komplettiert, die ebenfalls über Erfahrung aus Ravensburg verfügen.

Im Derby gegen die Indians gehen die Islanders traditionell an ihre Schmerzgrenze und darüber hinaus, so dass es für die Memminger darauf ankommen wird, von der ersten Sekunde an dagegenzuhalten. Doch bei Debüt von Cheftrainer Erwin Halusa wird sich sicherlich jeder auf dem Eis und den Rängen nochmals zusätzlich ins Zeug legen, um den ersehnten Derbysieg zu feiern. Spielbeginn ist um 20 Uhr.

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