ERC Lechbruck siegt nach OvetimePaukenschlag der Flößer in Burgau

Ein brisantes Duell mit Spannung bis zur letzten Sekunde lieferten sich der ERC (weiße Trikots) und der ESV Burgau am Sonntagabend. (Foto: ERC Lechbruck)Ein brisantes Duell mit Spannung bis zur letzten Sekunde lieferten sich der ERC (weiße Trikots) und der ESV Burgau am Sonntagabend. (Foto: ERC Lechbruck)
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Der Jubel der Spieler und der wenigen mitgereisten ERC-Anhänger kannte, nach dem entscheidenden Treffer von Freddy Abraham, keine Grenzen mehr. Die heimischen Fans dagegen verließen kurz nach Spielende in Windeseile enttäuscht das Stadion.

Dabei begann die Partie wie erwartet: Der ESV Burgau legte ein sehr hohes Tempo in die ersten zehn Minuten und stürmte wild auf das von Lukas Bauer gehütete ERC-Tor. Die Flößer hatten einige Male Glück, dass die Scheibe nicht im Gehäuse landete, doch in der neunten Minute ist es dann doch passiert: Aus dem Gewühl heraus erzielte David Ballner die Führung für den ESV. Die Lecher hatten durchaus ihre Chancen, allerdings wurden diese bis dahin allesamt vergeben. In der 13. Minute dann das 2:0 für die Eisbären durch Zach Erhardt, ebenfalls irgendwie ins ERC-Tor gestochert. Lechbruck befreite sich nun mehr und mehr aus dem Würgegriff der Hausherren und erarbeitete sich ein Chancengleichgewicht, doch bis zur ersten Pause sollte nicht mehr viel passieren.

Im zweiten Drittel spielten die Flößer dann deutlich aggressiver, ließen sich auch nicht durch die einseitige Spielleitung des Schiedsrichtergespanns aus dem Konzept bringen. Jede gelungene Aktion wurde auf der Spielerbank bejubelt, bei jedem Wechsel wurde der Mannschaftskamerad angefeuert und so erarbeitete sich der ERC nach und nach sogar ein leichtes Übergewicht. In der 30. Minute dann der so wichtige 1:2-Anschlusstreffer durch Christoph Pfeiffer, der von Frederic Abraham und Marek Hatas prima angespielt wurde und allein vor dem Tor einnetzte. Jetzt war der ERC voll im Spiel angekommen, bei den Eisbären merkte man bereits jetzt, dass sie das anfänglich sehr hohe Tempo nicht bis zum Schluss durchhalten werden. Bei einem nicht geahndeten Stockschlag verletzte sich ERC-Kapitän Matthias Erhard am Rücken und konnte nicht mehr weiterspielen. Lechbruck kämpfte nun verbissen um jeden Zentimeter Eis und auch spielerisch war man mit dem ESV absolut auf Augenhöhe. Als dann Frederic Abraham (Marcus Köpf) in der 34. Minute in Unterzahl zum 2:2-Ausgleich einschoss, feierten die ERC-Cracks wohl etwas zu lange, denn 24 Sekunden später stellte Burgau schon wieder die 3:2-Führung durch einen tollen Kreuzecktreffer von David Zachar her. Beide Teams hatten noch hochkarätige Torchancen, doch die beiden starken Torhüter und das Aluminium verhinderten weitere Treffer.

Das letzte Drittel sah einen offenen Schlagabtausch und einige fragwürdige Strafzeiten gegen den ERC. Ausgerechnet als Daniel Keller in der 46. Minute zwei Strafminuten aufgebrummt bekam, fing  Loic Jarry die Scheibe ab und spielte einen schönen Steilpass auf Marcus Köpf, der auf Frederic Abraham auflegte und dieser sich allein vor dem Tor nicht zweimal bitten ließ: Ausgleich, 3:3, der zweite Unterzahltreffer für den ERC Lechbruck an diesem Abend! Burgau agierte nun sichtlich nervös und produzierte einige Scheibenverluste, welche der ERC mit mehreren schönen Kombinationen zu einigen hochkarätigen Torchancen nutzen konnte, jedoch sollte in der regulären Spielzeit kein Treffer mehr fallen.

Es ging also in die Verlängerung und in der Eissporthalle Burgau hätte man vor Spannung eine Stecknadel fallen hören. Im Spiel drei gegen drei schnürten die Flößer den ESV ein und zeigten deutlich, dass man hier unbedingt den zweiten Punkt mit an den Lech nehmen möchte. Im ersten Wechsel schickte ERC-Trainer Jörg Peters drei Verteidiger aufs Eis, die Eisbären kamen nicht an die Scheibe. Im zweiten Wechsel nun Volllast mit drei Stürmern und in „Tic-Tac-Toe-Manier“ schloss dann Freddy Abraham (Marcus Köpf) mit dem entscheidenden 4:3-Siegtreffer für den ERC Lechbruck ab. Danach war nur noch kollektives Ausflippen im Lager des ERC angesagt! Das ist Eishockey, das sind die Flößer! Danke, Jungs!

ERC-Trainer Jörg Peters: „Ich bin verdammt stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Wir haben heute zwei Drittel lang eine Bombenleistung abgerufen und uns für die 2:11-Hinspielniederlage rehabilitiert. Das war heute à la bonne heure!“


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