EHC Waldkraiburg misst sich mit Waldkraiburg und DorfenAuswärtspartie gegen den Tabellenführer

Neuzugang Anton Zimmer trainiert seit Dienstag mit der Mannschaft. (Foto: EHC Königsbrunn)Neuzugang Anton Zimmer trainiert seit Dienstag mit der Mannschaft. (Foto: EHC Königsbrunn)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Gegen den EHC Waldkraiburg gab es für Königsbrunn bisher nichts zu holen, in der letzten Saison verlor man in den Play-offs zweimal und in der aktuellen Vorrunde setzte es zuletzt eine 2:4-Heimniederlage gegen den Oberliga-Absteiger. Dabei machte der 41-jährige tschechische Kontingentspieler Josef Straka, der in der letzten Saison noch in Schweinfurt spielte, den Unterschied. Der international erfahrene Stürmer, der auch schon in der tschechischen Nationalmannschaft und KHL Erfahrungen sammelte, war nicht zu stoppen und erzielte drei der vier Treffer. Momentan ist er mit 37 Punkten aus 17 Spielen Topscorer seiner Mannschaft. Allerdings hat der zweite Kontingentspieler der Löwen fünf Partien weniger absolviert, aber auch schon 34 Punkte auf seinem Konto. 16 Treffer in zwölf Partien sind eine klare Ansage. Im Kader von Waldkraiburg steckt aber viel mehr Offensivpower als die zwei tschechischen Spieler. So erzielten Lukas Wagner, Nico Vogl, Mathias Jeske und Christof Radek zusammen 99 Scorerpunkte. Die Löwen sind also im Angriff in der Breite exzellent aufgestellt, das gleiche gilt auch für die Defensive. In den bisherigen Partien kassierten die Löwen gerade mal 48 Gegentore, nur Passaus Verteidigung war um drei Treffer besser. Gegen Königsbrunn ist Waldkraiburg also klarer Favorit, zuhause sind die Löwen zudem noch ungeschlagen.

Sonntagsgegner Dorfen ist zumindest auf dem Papier der leichtere der beiden Gegner. Beim letzten Aufeinandertreffen mit den Eispiraten hatte der EHC auswärts mit einem deutlichen 5:1 das bessere Ende für sich und war die dominierende Mannschaft. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte Dorfen mit Verletzungspech zu kämpfen, so fehlte im Hinspiel der in der letzten Saison so herausragende 30-jährige tschechische Stürmer Lukáš Miculka. Nach einer Verletzung kam er in dieser Saison noch nicht zum Zug, durfte zuletzt aber schon auf dem Eis stehen und mittrainieren. Ein medizinischer Check wird wohl bestimmen, wann er wieder mit im Kader der Eispiraten stehen wird. Doch auch ohne ihn kam die Mannschaft immer besser in die Spur. Topscorer der Gäste sind der 37-jährige Slowake Martin Saluga mit 23 Punkten aus 18 Partien, gleich dahinter folgt der 32-jährige Tscheche Thomas Vrba, der sich in 16 Spielen 21 Scorerpunkte verdiente. Dorfen fegte erst vor zwei Wochen Pfaffenhofen mit 7:2 vom Eis. Zuletzt kassierte die Mannschaft zwar eine 3:5 Niederlage in Erding, zwei Tage später siegten die Eispiraten aber mit 3:2 gegen den HC Landsberg. Königsbrunn sollte also gewarnt sein, die Gäste aus Dorfen zu unterschätzen. Die Saison hat gezeigt, dass der EHC gegen vermeintlich schwächere Gegner oft schlechte Leistungen ablieferte, trotzdem gehen die Brunnenstädter am Sonntag als Favorit in die Partie.

Beim EHC Königsbrunn hat man auf den kleinen Kader reagiert und mit Anton Zimmer einen weiteren Spieler in die Brunnenstadt geholt. Sein Handwerk erlernte der 25-jährige, in Minsk/Weissrußland geborene Deutsche unter anderem in Ratingen, Crimmitschau und Köln. Danach legte er einen Zwischenstopp in den USA ein, wo er in der Western States Hockey League bei den Butte Cobras spielte. Im Seniorenbereich startete der Stürmer 2015 seine Karriere beim Oberligisten Crocodiles Hamburg. 2018 wechselte er nach Bad Kissingen zu den Wölfen, bei denen er bis zuletzt unter Vertrag stand. In der vergangenen Saison erzielte er in 44 Spielen 39 Treffer und bereitete 26 weitere vor. Nachdem die Wölfe zuletzt ihre erste Mannschaft aus der Bayernliga abgemeldet hatten, war Anton Zimmer ohne Verein. Königsbrunns dritter Vorstand Tim Bertele nahm mit ihm Kontakt auf und wurde schnell einig mit dem talentierten Angreifer. In der Offensive soll Zimmer für mehr Torgefahr sorgen. Schon am Dienstag startete er ins Training und wird voraussichtlich schon am Freitag mit auf dem Eis stehen. Für Coach Waldemar Dietrich gilt es nun, aus dem bisherigen Rumpfkader und den Neuzugängen einen schlagkräftigen Kader zu formen, zuletzt waren die Leistungen sehr stark schwankend.

Königsbrunns dritter Vorstand Tim Bertele hofft auf wichtige Punkte: „Am Wochenende gilt es unsere Neuzugänge vollständig zu integrieren. Aufgrund der Aufgabe von Bad Kissingen konnten wir kurzfristig nochmal auf dem Transfermarkt tätig werden und mit Anton Zimmer einen der letztjährigen Top-Scorer der Liga verpflichten. Er wird sicherlich noch zwei, drei Wochen benötigen um seine Bestform zu erreichen, bedenkt man, dass er jetzt zwei Wochen nicht trainieren konnte und zuvor in Bad Kissingen aufgrund der schwierigen Hallen-Situation auch nur einmal pro Woche trainieren konnte.“

Die Königsbrunner Verantwortlichen bitten am Sonntag um frühzeitiges Erscheinen, denn wie schon in den letzten Jahren findet an diesem Wochenende der Nikolausmarkt vor der Eishalle statt. Der Verein hat passend dazu eine Aktion gestartet, um auch neue Zuschauer ins Stadion zu locken. So gibt es am Wochenende mit jedem Essen oder Getränk, welches am Stand des EHC direkt vor dem Haupteingang verkauft wird, eine Freikarte für das Spiel gegen Dorfen dazu.

Jetzt die Hockeyweb-App laden!