EHC Straubing startet in BezirksligaNeustart nach fünf Jahren

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In der Eishockeystadt Straubing tut sich wieder etwas in Sachen Sportart Nummer eins. Mit einem 28-Mann-Kader greifen die Niederbayern dieses Jahr wieder in der Bezirksliga Bayern-Nord ein und an, denn das Ziel ist es, in absehbarer Zeit in die Bayernliga aufzusteigen.

Ein weiteres Ziel des Clubs ist es, Spielern nach der Jugend- oder Juniorenzeit eine Eishockeyperspektive zu bieten, denn in den letzten Jahren mussten viele entweder mit dem Sport komplett aufhören oder schlossen sich Teams aus der Umgebung an. Mit im Kader sind auch vier altgediente Spieler. Allen voran Trainer Christian Penzkofer, der mit 615 Spielen für den EHC Rekordspieler ist und im aktuellen Kader mit der Rückennummer 47 geführt wird. Wirklich zum Einsatz wird er aber wohl nicht kommen. Ebenfalls als sogenannte Standby-Spieler werden Gerd Heubach, Christan Setz und Oliver Vöst geführt. Für die jüngeren Fans dürfte Torwart Christoph Samhuber bekanntester Akteur sein. Er war bis letzte Saison dritter Torwart für die Straubing Tigers. Kern des Teams bilden jedoch viele letztjährige Juniorenspieler, die den Titel ihrer Klasse erringen konnten. Die Ausländerregelung der Liga erlaubt einen Kontingentspieler. Wenn, dann kommen diese vornehmlich aus dem grenznahen, osteuropäischen Ländern, berichtet Organisationsleiter Emil Rankl, ebenfalls ein ehemaliger Spieler des EHC.

Doch auch wenn der Verein in den Niederungen des deutschen Eishockeys unterwegs ist, spielen darf längst nicht jeder, der kommt. „Wir brauchen und wollen Spieler, die mit dem Herz beim EHC sind“, berichtet Ralf Zwickl. Auch mit der Spielervorstellung in einem großen Hotel in Straubing beschreitet der EHC einen in dieser Klasse eher ungewöhnlichen Weg und will so auch ein Zeichen setzten. „Jeder soll wissen, dass wir hier professioneller arbeiten als anderswo. Und das wollen wir auch von der Mannschaft sehen“, sagt Zwickl. Wichtig ist den Verantwortlichen aber auch, dass die Seniorenmannschaft dem Nachwuchs weder Eiszeit kostet noch finanziell auf der Tasche liegt. „Wir müssen versuchen, dass sich diese Mannschaft selbst trägt.“ Ein großes Lob erhält Organisationsleiter Emil Rankl von den Vorsitzenden, denn Rankl hat hierfür einige Sponsoren gefunden. Insgesamt hat man für die sieben Mannschaften ein Budget von etwa 200.000 Euro, berichtet Erich Schüller und erhofft sich einen Zuschauerschnitt von ungefähr 450 Fans. Bei einem moderatem Eintrittspreis von vier Euro für das Einzelspiel und einem Dauerkartenpreis von 16 Euro ein echter Spaß für die ganze Familie. „Wir haben noch ein paar Dauerkarten übrig“, witzelt Rankl und hat mit Blick auf die 5.825 Zuschauer fassende Spielstätte, damit die Lacher auf seiner Seite.

Problematisch am Stadion ist aber die Kabinensituation. Denn bisher muss die Mannschaft in Containern neben dem Stadion hausen. Das wiederum ist ein weiteres Argument für einen oft beschworenen Stadionausbau, der in den verschiedenen Entwürfen nicht nur die unter dem Strich dringend benötigte zweite Eisfläche, sondern auch zusätzliche Kabinen beinhaltet.

Mittelfristig ist das Ziel Bayernliga sagt Emil Rankl und meint: „Es wäre super, wenn wir den Schritt in die Landesliga relativ schnell schaffen. Wenn nicht dieses Jahr, dann nächstes. Nach zwei, drei Jahren Landesliga soll es dann in die Bayernliga gehen. Dort wollen wir uns etablieren.“ Doch einfach wird das Unterfangen nicht. „Es ist heute nicht mehr so wie früher, wo man recht einfach in der Regionalliga mitspielen konnte. Das ist definitiv nicht mehr so, diese Zeiten sind vorbei“, sagt Rankl. „Es ist zwar die unterste Liga, doch unterschätzen dürfen wir auch hier keinen. Es wird schwer, aber nicht unmöglich“, beschreibt Trainer Penzkofer die Ausgangslage. Hauptkonkurrenten sind aus Sicht der Straubinger der EHC Bayreuth 1b und die Amateure des ERC Ingolstadt. Bayreuth konnte im letzten Spiel sogar auf mehrere Spieler aus der Oberligamannschaft zurückgreifen. Bisher läuft es für den EHC jedoch recht erfolgreich. Das Auftaktspiel wurde mit 6:3 gegen Weiden gewonnen. In der zweiten Runde siegte man 7:5 in Mitterteich und belegt aktuell Rang zwei der Tabelle hinter den punktgleichen Bayreuthern.

Auch wenn es sicher ein verlockender Gedanke wäre, die Mannschaft bis in die Oberliga zu bringen und dann mit den Straubing Tigers Spieler per Förderlizenz tauschen zu können, daran denkt noch längst niemand. Im Moment ist es sicher ein gewisser Lernprozess für alle Beteiligten, doch wie heißt in einem James-Bond-Titel? „Sag niemals nie.“

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